06.01.2023 – von Santa Maria del Tule / Oaxaca zum Benito Juarez See

Gegen 10 Uhr starte ich meine Verabschiedungsrunde über den Platz, bis ich mit Allen ein paar Worte gewechselt habe ist gleich eine Stunde um, dann geht’s aber wirklich los.

Die Strecke ist relativ einfach, – immer der MEX 190 nach, – Richtung Santo Domingo Tehuantepec.
Auf den Karten gibt es zum Teil schon die parallel verlaufende, neue MEX 190 D, durch das Tal des Rio Tehuantepec, die im Gegensatz zur ziemlich kurvigen MEX 190, ziemlich schnurgeradeaus verläuft und schnelles Vorwärtskommen verspricht.
In der Realität gibt es diese Straße allerdings noch nicht, lediglich kleinere Teilstücke sind bereits fertiggestellt.

Also schlängele ich mich heute über den „Los Camiones de Mezcal“, die Mezcalstraße, – einem Teilstück der ursprünglichen „Panamericana“.
Mit dem Mezcal in Mexiko ist es wie mit dem Champagner in Frankreich, also Mezcal ist nichts anderes wie Tequila, nur darf sich eben nur der „Sekt“ aus der Champagne Champagner nennen und nur der Mezcal aus der Region um die Stadt Tequila darf sich Tequila nennen.
So bewege ich mich heute mehr als 200 Kilometer durch eine hochprozentige Region, – und, – in der Tat ist die Straße in weiten Teilen gesäumt von Feldern mit der blauen Maguey-Agave, dem Rohstoff des Brandes und unzähligen kleinen und großen Brennereien, die um die Gunst der durchfahrenden Kundschaft buhlen, dazu gibt es unzählige Kleinbetriebe, die Brennholz heranschaffen und an die Brennereien liefern.

Hunderte Kurven, mindestens genau so viele Topes, die in den wenigen Orten und Städtchen auf der Strecke, den Rasern erfolgreich den Garaus machen und einige unüberholbare, schwere LKW, die sich mühselig die kurvenreiche Bergstrecke hochquälen, sorgen dafür, daß ich für die heutigen 212 Kilometer wieder fast 6 Stunden unterwegs bin.
Immer wieder geht es in den Ausläufern der Sierra de Miahuatlan bergauf und bergab, über den Bergen hängen oft Wolken, die Temperaturen dadurch absolut reisetauglich, 22 bis 25 Grad, – erst als ich mich am späten Nachmittag zum letzten mal von etwa 1400 auf nur noch 150 Meter ü. NN. hinabschlängele, ist die Nähe zum Pazifik zu spüren, die Wolken verschwinden, die Sonne brennt, im Nu ist die 30-Grad-Marke geknackt und auch die Luftfeuchtigkeit ist wesentlich höher, – schwitzen ist angesagt.
Die Vegetation wird plötzlich tropisch, der spärliche Bewuchs der Berge, – oft nur stachelige Büsche, Akazien und Kakteen, wird zu üppigem Bestand, – überall wird es grün, – Kokospalmen, Mangobäume, Bananen, allerlei Blumen und blühende Büsche säumen die Häuser, – am Straßenrand erscheinen erste Marktstände mit Obst und Gemüse, – das lasse ich mir nicht entgehen.

Gegen 16.30 Uhr nähere ich mich dem Benito-Juarez-See, hier gibt es hinter dem Örtchen „Santa Maria Jalapa del Marqués“, abseits der Straße, direkt am Ufer des Sees einen Übernachtungsplatz, hier bleibe ich ( N 16° 27′ 42.1“ W 095° 26′ 17.9“ ).

Der Abend am Seeufer ist herrlich, – ein erster, richtiger Sommerabend, warm bis spät in die Nacht, – anders als in den Bergen, wo man schon abends noch gerne was Warmes überzieht, oder ein Lagerfeuer anzündet.
Hier unter den großen Bäumen ist es totenstill, – nur hier und da gibt irgend ein Wasservogel einen Laut von sich, – die Wellen plätschern friedlich ans Ufer, – und der Vollmond taucht Alles in ein mystisches Licht.
Eigentlich bilderbuchkitschig, – aber nein, – das ist wirklich so, und es ist richtig schön !

Tagesetappe: 212 km Gesamtstrecke: 49.287 km

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