11.01.2023 – Vom Lagos Tziscao nach Reforma Agraria

Der abendliche Regen hält nicht sehr lange an, die Nacht bleibt aber frisch und auch am Morgen ist der Himmel zunächst noch bedeckt und die Temperatur im eher unterkühlten Bereich, nur zögerlich kommt die Sonne hinter den Wolken hervor, setzt sich aber immer mehr durch und die Temperatur erreicht endlich wieder den Wohlfühlbereich.

Wir sind nur gute 10 Fußminuten von Guatemala entfernt, man kann hinlaufen und auch zu Fuß über die Grenze, Kontrollen finden offensichtlich nicht statt, – drüben stehen ein paar Häuser, ein paar kleine Geschäfte, – und das wars.

Hier am Platz und auch während meiner gesamten heutigen Tagesetappe gibt es kein Mobilfunknetz, offensichtlich eine „vergessene Region“, – Insel der Glückseligen ?
In irgendwelchen kleinen Dörfchen habe ich trotzdem Menschen mit Handys gesehen, kann mir höchstens vorstellen, daß sie evtl. über guatemaltekisches Netz telefonieren und surfen.

Meine Tagesetappe führt über die MEX 307 ostwärts und über die letzten 50 Kilometer auf einer kleinen Nebenstraße nordwärts.
Heute ist es verdammt anstrengend, wieder hunderte von Kurven und noch viel mehr Topes, – die Strecke führt in weiten Stücken durch den tropischen Regenwald, – dichter Bewuchs reicht bis an die Straßenränder, manchmal bis auf die Straße, und die Äste und Lianen hängen wahnsinnig tief, mein Blick ist mehr gegen den Himmel, als auf die Straße gerichtet, – viele Kilometer weit nutze ich die linke Fahrspur, weil es rechts unglaublich eng ist, – hängen die Äste auf beiden Seiten tief, schlängele ich mich irgendwie in der Mitte durch.
Durch den nach oben gerichteten Blick kriege ich nicht nur einen steifen Nacken, sondern übersehe auch das eine oder andere tiefe Schlagloch, in das der HerrMAN donnernd reinkracht, – oben einem Ast ausgewichen, unten in ein Loch reingefahren, – na prima ! Manchmal tut er mir richtig leid.

Tagesziel ist heute das Centro Ecoturístico Las Guacamayas, ein Naturschutzprojekt am Rande des Biosphärenreservates Montes Azules, hier kann man entlang des Rio Lacantún allerlei Wildtiere beobachten, – Brüllaffen, Tukane und Tapire, aber hauptsächlich interessieren mich die hier freilebenden bunten Aras.
Als ich bei Boca de Chajul abgebogen bin, ist bereits ein erster kleiner Schwarm über mich hinweggeflogen und etwas später sind zwei ein ganzes Stück Weg über mir mitgeflogen, haben mit ihren krächzenden Stimmen jämmerlich mit mir geschimpft, – trotzdem ein majestätisches Bild, wenn sie so dahingleiten und ihre bunten Federn in der Sonne leuchten.

Morgen früh werde ich am Flußufer entlanggehen, mal schauen, was mir da so vor die Linse kommt.

Gegen 17 Uhr treffe ich ziemlich geschafft am Campground Biohidroselva ein, nahe des Flußes auf einer Wiese zeigt mir die Besitzerin meinen Übernachtungsplatz ( N 16° 15′ 22.4“ W 090° 51′ 40.9“ ).
Von der anderen Seite des Flußes ist das Brüllen der Affen bereits zu hören.
Nur wenige Minuten Fußweg entfernt, im Hotel des Projektes gibt es ein Restaurant, – das habe ich mir heute redlich verdient.

Tagesetappe: 155 km Gesamtstrecke: 49.995 km

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