13.01.2023 – Bootsausflug zu den Mayaruinen von Yaxchilán und Weiterfahrt von Frontera Corozal zur Grenze nach Nuevo Orizaba

Nachdem der gestrige Tag so richtig schwülheiße 32 Grad warm gewesen ist und auch der späte Abend noch immer mit schwülen 28 Grad auftrumpft, beginnt es irgendwann gegen 23 Uhr heftig zu regnen, es schüttet kräftig vom Himmel, ich habe Mühe, schnell genug alle Klappen und Fenster zu schließen.
Eine knappe Stunde, dann ist der Spuk vorbei, viel kühler ist es nicht geworden, allerdings feuchter, – angenehm geht anders !
Aber so funktioniert offensichtlich tropischer Regenwald, – es wird immer wieder mal nachts so fleißig gegossen, – kein Wunder, daß hier Alles so üppig grünt und blüht.

Heute morgen ist es dann wieder trocken, der Himmel allerdings bedeckt und die Temperatur liegt bei etwa 25 Grad, das ist allerdings bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit absolut reichlich.

Um 6 Uhr klingelt mein Wecker, – frühstücken, was einpacken, um 7 Uhr geht unser Boot.

Doch zunächst muß ich mal raus, – nur wenige Meter neben mir, zieht eine Gruppe Brüllaffen lärmend durch die Baumwipfel, ein ohrenbetäubendes Spektakel.

Die Fahrt auf dem Rio Usumacinta flußabwärts dauert etwa 40 Minuten, der Rückweg, flußaufwärts, 10 Minuten länger, – eine Windjacke ist trotz der Wärme angebracht, es zieht heftig auf dem offenen Kahn.

20 Minuten vor 8 sind wir da, wir drei sind die Ersten und ganz alleine in der Anlage, mit ein Grund, so früh auf den Beinen zu sein.
Yaxchilán ist eine große Mayastätte mitten im Regenwald, die nur über den Fluß zu erreichen ist. Sie stammt aus den Jahren 300 bis 900 n.Chr. und erstreckt sich über 1,5 km am Fluß entlang und reicht tief ins Hinterland, – mehr als 100 Gebäude sind sichtbar, teilweise ausgegraben, teilweise noch vom Urwald überwuchert, möglicherweise stecken irgendwo in den Tiefen des Waldes noch viel mehr verborgene Schätze, wiederentdeckt und ausgegraben wurde der Ort erst Ende des 19. Jahrhunderts.
Die hinter den mächtigen Bäumen aufgehende Sonne versetzt den Ort in ein mystisches Licht, die ständige Feuchte des Regenwaldes hat Alles mit einem grünen Film an Moos und Flechten überzogen, auch hier sind irgendwo in den Bäumen wieder die Brüllaffen unterwegs, ihr Brüllen verleiht der gesamten Szenerie nochmal einen ganz besonderen Touch.

Zwei Stunden haben wir Zeit für die Runde durch die Ruinen, dann werden wir wieder abgeholt und zurückgebracht, – die Zeit könnte ein wenig üppiger sein, – der Rundgang ist ziemlich anstrengend, es geht mehrmals über unzählige, ausgetretene Stufen steil den Berg hinauf und wieder hinab, durch den nächtlichen Regen sind die Steine ziemlich rutschig, zudem sind die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit eine absolut schweißtreibende Angelegenheit.

Trotzdem ist der Ausflug ein unvergessliches Erlebnis und sein Geld wert, wir haben etwa 20 Euro pro Person bezahlt für Bootsfahrt und Eintritt, das ist absolut in Ordnung.

Auf der Rückfahrt schrecken wir noch zwei mächtig große Krokodile am Flußufer auf und sind dann gegen viertel vor 11 Uhr schon zurück.


Hier trennen sich jetzt unsere Wege, Jutta und Michael fahren nach Norden, ich nehme den Weg über die MEX 307 nach Süden zurück, – will schauen, daß ich den nächsten Grenzübergang nach Guatemala, der ca. 140 km südlich, bei Nuevo Orizaba liegt, kriege.

Gegen 16 Uhr bin ich da, nachdem ich schon 3 Tage keinen Mobilfunk und kein Internet habe, hier gibt es keine Masten, kein Netz, keine Handys, ich aber in Grenznähe die Leute mit Handys sehe, kann es eigentlich nur möglich sein, daß sie bereits über die guatemaltekischen Masten telefonieren.
Im Städtchen preist ein Laden Telefonkarten an, da gehe ich rein und es bestätigt sich, was ich vermutet habe.
Ich lege mir eine neue SIM-Karte und Volumen zu und bin 10 Minuten später wieder online, – na also, geht doch !

Der Verkäufer teilt mir dann allerdings mit, daß ich morgen und auch später gar nicht an die Grenze zu fahren brauche, sie ist vorübergehend und auch noch länger geschlossen, – na prima, – der nächste Grenzübergang im Norden ist etwa 300 Kilometer entfernt, der nächste im Süden ebenfalls etwa 300.

Die örtliche Pemex-Tankstelle dient mir mal wieder als Nachtquartier, das Personal ist freundlich und hat kein Problem damit. ( N 16° 04′ 57.5“ W 090° 38′ 19,0“ )

Tagesetappe: 142 km Gesamtstrecke: 50.249 km

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