17.01.2023 – Von Huehuetenango nach San Marcos La Laguna am Atitlánsee

Die Nacht ist ruhig, – und frisch, ich bin auf ca. 1.850 Metern.
Die Morgensonne heizt kräftig, bis ich „in die Strümpfe komme“, ist es meist schon 10 Uhr und heute bereits 24 Grad warm. Vielleicht trödel ich auch deswegen morgens so lange rum ?

Zurück durch die halbe Stadt, das dauert eine gute halbe Stunde und geht wieder mehrmals richtig haarig eng zu, und hinaus auf die CA 1.
Gestern, etwa 10 km vor der Stadt endeten die unendlichen Schlaglöcher, es wird gerade eine neue Asphaltdecke aufgezogen, – welch ein Gedicht ! – und noch alles ohne Topes, – dazu hat möglicherweise die Zeit noch nicht gereicht.
Auch auf der heutigen Strecke ist der Zustand der Straße ganz vernünftig, – hier und da mal ein Schlagloch oder ein Tope, damit läßt sich leben.

Die heutige Strecke führt weiter durch die Bergwelt Guatemalas, Pinienwälder, kleine Städtchen, – irgendwie, bei nicht so ganz genauem Hinsehen, könnte das auch irgendwo in Österreich oder der Schweiz sein.
Bis auf 3.000 Meter schraube ich mich wieder hoch, – hier hängt dicker Nebel, 14 Grad, – auf der anderen Seite geht es wieder talwärts, – die Temperatur steigt, der Nebel bleibt leider, – nicht so dick, wie dort ganz oben, aber leider verpasse ich dadurch bei der Anfahrt die Aussicht auf den See, der inmitten von Bergen und Vulkanen, auf etwa 1.500 Metern Höhe liegt.

Daß die Anfahrt nach San Marcos La Laguna, wo ich mir mein Quartier für die nächsten Tage ausgesucht habe, nicht ganz einfach ist, hatte ich schon gelesen, – es liegt sozusagen auf der ziemlich schwer erreichbaren Rückseite des Sees, die nur über kleine Nebenstraßen erreichbar ist, verspricht aber den besseren Blick auf See und Vulkan.

Aber daß es so heftig wird !
Naja, ich habe wieder was dazugelernt.
Koordinaten ins Navi tackern, losfahren, ohne die Strecke zu kontrollieren, – nie mehr !
Hätte ich mir die Route nochmal angesehen, hätte ich gemerkt, daß wieder mal die kürzeste Strecke eben nicht die beste Strecke ist, das Navi schickt mich über die Dörfer, ich passiere engste Gäßchen, kämpfe wieder ständig mit tiefhängenden Kabeln und Ästen, fahre schon kilometerweit nur noch auf schlecht geschotterten Feldwegen rum und stehe letztendlich vor einem gigantischen Steilhang.
Ich oben, – dort unten, vielleicht 500 Meter tiefer, der See, – dazwischen 5 Kilometer Serpentinen.
…und für die Mitleser, die die Serpentinen von/nach Kallikratis kennen, – das ist ein Kinderspielplatz gegen das, was ich hier vor mir sehe, – unasphaltiert, mit groben Schottersteinen, – teilweise ausgewaschen, mindestens 40 oder mehr Spitzkehren.
Was mache ich ?
Umdrehen und die gesamten letzten 20 Kilometer wieder zurück, auf der anderen Seite des Berges das selbe Spiel wieder abwärts, nochmal 20 Kilometer.
Da komme ich tief in die Nacht, das geht gar nicht !
Also los, – ganz langsam und mit Bedacht, – kleinster Gang, – Motorbremse, die greift manchmal gar nicht, weil ich zu langsam bin.
40 Minuten brauche ich für die 5 Kilometer Abfahrt den Berg runter, – zwei oder dreimal halte ich an, Schweiß von der Stirn wischen und die Bremsen ein wenig kühlen laßen.

Doch letztendlich bin ich da, Ziel erreicht, ohne Schäden (- fast ohne, – ich glaube, irgendwo im Dörfchen hat vorhin ein Kabel gelitten), der Campground von Pierre, einem Franzosen, Pasaj Cap, etwas außerhalb von San Marcos La Laguna ( N 14° 43′ 21.4“ W 091° 14′ 56.6“ ).
Sehr schöne Anlage, kleine Cabanas, Zimmer, Zeltplätze, Stellplätze, Bootsanleger, alles sehr weitläufig und auch gut besucht, – ich hatte Glück, gerade noch einen Platz zu kriegen.

Tagesetappe: 135 km Gesamtstrecke: 50.756 km

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