25.05.2020 Von Chetumal / Calderitas nach Nuevo Pital

So, heute gehts wieder los, – endlich wieder „on the road“.

Bis wir startklar sind und uns von allen verabschiedet haben, ist es kurz nach 11 Uhr.
Von hier bis „Mexiko-City“ sind es etwa 1.300 Kilometer, wir werden heute zunächst die Yucatan Halbinsel von Ost nach West fast ganz durchqueren.
Dafür fahren wir durch „Chetumal“, im Westen hinaus auf die MEX 186, sie bleibt heute und morgen „unsere“ Straße, bis hinüber nach „Escarcega“, ein Stück dahinter weiter nach Süden Richtung „Villahermosa“.

Die Straße ist wie mit dem Lineal durch die Landschaft gezogen, endlos lang und schnurgerade zieht sie sich durch die Landschaft, eine meist breite, einspurige Landstraße, der Belag nicht immer im top Zustand, aber gut zu fahren, – kaum Verkehr am Anfang und im mittleren Teil, erst am späten Nachmittag, bei „Escarcega“ wird er dichter.
Die Landschaft ist durchweg eintönig, – flaches Dschungelland, – Buschwerk und niedere Bäume, so weit das Auge reicht, – hie und da bietet ein kleines Dörfchen ein wenig Abwechslung, dort sind dann meist ein paar wenige Ackerflächen und Viehweiden zu sehen, – kurz danach beginnt wieder der schier endlose Dschungel.

Mittlerweile ist es richtig Sommer geworden in Mexiko, auf unserem Campground hatten wir die letzten Wochen meist 32 Grad am Tag und 28 in der Nacht, aber stets eine angenehm frische Brise vom Meer, – also insgesamt recht erträglich.
Heute nun fahren wir bei 32 Grad los, – schon wenige Kilometer vom Meer entfernt werden es 35 Grad, die frische Brise ist nicht mehr, und dann steigt die Temperatur umso weiter wir uns in das Landesinnere bewegen, – bei 41 Grad bleibt das Thermometer dann stehen, allerdings sinkt die Luftfeuchtigkeit entsprechend, nur noch 50 % läßt die Hitze ein wenig angenehmer erscheinen.
Im Augenblick ist es kurz vor 23 Uhr und noch immer sind es 33 Grad, – es ist absolut windstill, – wird wohl eine richtig tropische Nacht werden.
Gedanken, evtl. irgendwie draußen im Freien zu bleiben, haben sich gerade eben zerschlagen, als und eine wunderschöne Vogelspinne fast über die Füße gelaufen ist.

Die heutige, erste Etappe ist mehr als entspannt, von „Coronastress“ so gut wie nichts zu spüren.
Entlang der Strecke, speziell bei den Städten, gibt es immer wieder mal eine Kontrollstelle, – alles geht unaufgeregt und korrekt von statten, wenn wir nicht sowieso durchgewunken werden, fragt man uns einfach nach dem Woher und Wohin, einmal werde ich gefragt, ob wir uns gut fühlen und gesundheitlich in Ordnung sind, eine Fiebermeßpistole wird kurz in meine Richtung gehalten, – ich glaube nicht, daß die in dieser einen Sekunde wirklich etwas messen konnte.
Auf dem flachen Land, in den kleinen Dörfern geht das Leben ganz normal von statten, alle Geschäfte sind offen, sogar viele Restaurants, – Mund- und Nasenschutz trägt hier kaum jemand, – in den Städten, also „Chetumal“ und „“Escarcega“ dann fast jeder, irgendwie ist die Situation dort wohl etwas angespannter.

Unser Tagesziel ist der Campground „Los Tucanes“, wenige Kilometer hinter „Nuevo Pital“, hier haben wir schon Mitte Februar auf der Herfahrt recht angenehm gestanden.
Wie wir erfahren, ist der Campground mit seinen 3 Swimmingpools und dem Restaurant erwartungsgemäß geschlossen, – allerdings das zweite Restaurant, nicht weniger schön, das als „Rasthaus“ für die vorbeiführende MEX 186 dient, ist geöffnet.
Als Heike nach dem Stellplatz auf dem Campground fragt, bietet man uns einen schönen Stellplatz auf dem Rasen zwischen dem Restaurant und dem leeren Pool an.
Nachts ist der Platz hell beleuchtet, ein Nachtwächter dreht ständig seine Runde, – hier stehen wir sicher meint der Besitzer, heißt uns willkommen und gibt uns zu verstehen, daß wir für den Platz nichts zu zahlen haben. Na, das ist doch mal eine Einladung. ( N18° 35′ 17.5″ W 091° 02′ 21.7″ )

Am Abend laßen wir uns drüben im Restaurant nieder, – was ein Gefühl, das erste mal seit mehr als 8 Wochen bewirten lassen, ein eisgekühltes Bier und eine herrliche Grillplatte, üppig und sehr geschmackvoll. Heute ist unser Glückstag.

Tagesetappe:    308 km                    Gesamtstrecke:     46.947 km

24.05.2020 – Wie geht es jetzt weiter ?

Nun, – unser ursprünglicher Plan war sowieso, unsere Panamericana-Reise Ende April für die Sommermonate zu unterbrechen und Anfang November wieder hier in Mexiko zu sein um die Reise fortzusetzen. Die Sommermonate wollten wir in Deutschland und auf Kreta verbringen.

Nun sieht es ja so aus, daß sich die Lage in Deutschland und Europa so langsam wieder normalisiert, auch Kreta wird wohl im Juli wieder zu erreichen sein, also denken wir daran, unser sicheres „Zuhause“ hier in Chetumal aufzugeben und nach Plan weiter zu reisen.

Heike wollte ja schon Ende März mit Aspro zurück, ihr ist es längst viel zu warm, also hatte sie schon mal einen Rückflug mit Condor ab Cancun am 31.03. gebucht.
Mit zunehmender „Krise“ wurde der gecancelt und auf den 25.04. verschoben, nochmal auf den 02.05. und letztendlich auf den 16.05., bevor er dann ganz abgesagt wurde. Cancun wird gar nicht mehr angeflogen, dorthin haben wir etwa 400 Kilometer.

Derzeit gibt es nur die Chance ab Mexiko-City wegzukommen, Anfahrt 1.300 Kilometer, Frankfurt wird derzeit nicht direkt angeflogen, die Lufthansa steht am Boden und dreht Däumchen, während andere Gesellschaften Europa anfliegen, KLM über Amsterdam nach Frankfurt, Turkish Airlines über Istanbul nach Frankfurt, Air Kanada über Toronto nach Frankfurt und letztendlich Air France über Paris nach Frankfurt.
KLM und Amsterdam ist unser Favorit, allerdings kriegen wir zu unserer Enttäuschung bei denen keinen Flug für Aspro, es bleibt nur Air France nach Paris.
Und diesen Flug haben wir jetzt für den 03.06. gebucht, wir sind gespannt, ob der tatsächlich stattfindet, oder auch wieder abgesagt wird.
Die Preise für die Tickets sind übrigens enorm in die Höhe gegangen, mittlerweile kostet der einfache Flug so viel wie sonst ein Hin- und Rückflug zusammen.

Wir werden uns jetzt am Montag mal auf die Reise Richtung Mexiko-City machen, wir haben gehört, daß man an Straßensperren mit Flugticket durchgelassen wird, wir sind gespannt.
Dort in der Peripherie von Mexiko-City auf einem Campground können wir dann unseren HerrMAN „einmotten“ und bewacht „übersommern“ lassen.
Vorher ist gründliches Putzen und Desinfizieren angesagt, bei der hohen Luftfeuchtigkeit ist die Schimmelgefahr enorm hoch, und sollten wir evtl. im November nicht wieder nach Mexiko einreisen dürfen, kann es passieren, daß er nicht nur 5 Monate dort parken wird, sondern länger.

Es bleibt spannend, wir werden sehen.

Tagesetappe:      0 km           Gesamtstrecke:      46.639 km

23.05.2020 – Urlaub in Chetumal / Calderitas

Seit mehr als 10 Wochen sind wir jetzt hier in dem kleinen Ort Calderitas bei Chetumal auf dem Campground „Yax-Ha“.

Mehr als 10 Wochen, – eigentlich nicht unser Ding, so lange an einem Ort zu bleiben, aber die Zeiten sind halt mal so.
Wir hatten Glück, daß wir Anfang März gerade hier eingetroffen sind, denn auch hier begann um diese Zeit „Corona“.
Zunächst war das alles noch in weiter Ferne, wir dachten schon ans Weiterfahren, als plötzlich die ersten Meldungen von geschlossenen Grenzen nach Süden und von Reisebeschränkungen hier eintrafen.
Als dann die Hotels hier an der Karibikküste schließen mussten und auch unser Campground  die Türen verriegelte, war erst mal Nachdenken angesagt.
Wir erhielten die Mitteilung, daß die Campgrounds landesweit geschlossen sind, aber auch gleichzeitig die erfreuliche Botschaft, daß wir bleiben können, – auf unbestimmte Zeit.
Reisen, auch innerhalb Mexikos wird für einige Zeit nicht mehr möglich sein, die Grenzen zwischen den Bundesstaaten sind oft blockiert, viele Straßen gesperrt, Städte abgeriegelt, es sind Kontrollstellen eingerichtet, reisen ist nur aus triftigen Gründen möglich.

Tja, und so kommt es dann, daß wir noch immer hier sind.

Uns geht es gut, – es fehlt an Nichts, außer halt an der Freiheit, zu reisen.
Der Campground „Yax-Ha“ ist wohl der Beste, den wir auf unserer gesamten Reise durch Mexiko zu sehen gekriegt haben, direkt am Meer, auf Rasen, unter Palmen, großzügig, sauber und gepflegt, die sanitären Anlagen gut in Schuß, ein großer, sauberer Swimmingpool, eine eigene Wäscherei, recht gutes WLAN und freundliches Personal, – und wir kriegen einen recht guten „Dauerbewohnerpreis“.
Schlichtweg, – es gibt schlimmere Orte zum Hängenbleiben.
Wir bleiben jetzt auf unbestimmte Zeit hier und beobachten, wie sich die Welt so verändert.

Mexiko befindet sich noch bis Ende Mai im „lockdown“, kurz nach unserer Ankunft schließen alle Restaurants rund um unser Domizil, viele Geschäfte machen ebenfalls dicht, die Menschen tragen schon früh Mund, -Nasenmasken, Plakate und Lautsprecherdurchsagen in der Stadt erklären die neuen Hygieneregeln, auch am Eingang zu unserem Platz gibt es eine Desinfektionsstation.
Wir sind hier ursprünglich zusammen mit noch 8 anderen Reisefahrzeugen hängengeblieben, dann entschließen sich einige ihre Reise abzubrechen und gehen mit den letzten Fliegern zurück in ihre Heimatländer, Australien, Schweiz, Luxemburg, Kanada.
Letztendlich bleiben neben uns Deutschen noch ein Paar aus Österreich, ein kalifornisch-englisches Paar und eine junge argentinisch/chilenisch/mexikanische Familie mit 2 Kindern, die eigentlich in Mexiko-City wohnen und vor Corona hierher geflüchtet sind, weil der 4-jährige Junge eine Atemwegserkrankung hat und sie schlichtweg Angst haben, in der Stadt zu bleiben.
Der Campground ist größer als ein Fußballfeld, also Platz für jeden von uns, genug um Abstand zu halten und uns zurückzuziehen, wir kommen aber auch immer wieder mit den anderen zusammen, mit gebührender Distanz, das klappt allerbestens.

Wir sind hier nicht eingesperrt, – nein, wir können raus in die Stadt, allerdings macht das in der momentanen Zeit nicht wirklich Spaß, wir fahren alle 10 Tage hinüber zum Supermarkt, einkaufen, mal in die Apotheke und mit Aspro zum Impfen zum Tierarzt oder zur Bank, überall geht es ziemlich gelassen zu, trotzdem ist die Atmosphäre halt alles andere als angenehm entspannt.
Leider sind die Restaurants ringsum alle geschlossen, so ist Selbstversorgung angesagt. Zu kaufen gibt es alles, – außer Bier, das ist allerdings bewußt von der Obrigkeit so angeordnet, man möchte vermeiden, daß über die Langeweile und Arbeitslosigkeit während des „lockdown“ zuviel davon genossen wird.
Naja, genutzt hat es nicht wirklich was, – gerade vorgestern war in den Nachrichten zu lesen, daß anstatt Bier nun billiger, selbstgebrannter Fusel getrunken wird, was landesweit in einer Woche zu mehr als 100 Todesfällen geführt hat, weil das Zeug übel gepanscht ist.

Wir bringen die viele Zeit recht gut rum, ein wenig was zu tun in „Haus und Hof“ gibt es immer, die Lust dazu ist bei der Hitze nicht wirklich groß, meist ist es erst abends nach 17 Uhr überhaupt möglich, etwas zu machen, – Hängematte und Pool helfen da ganz gut über die Zeit, irgendwie wird man richtig faul, es ist halt auch ziemlich warm, täglich so 32 bis 34 Grad, die Sonne brennt absolut senkrecht gnadenlos vom Himmel, die Nächte sind mit 29 bis 26 Grad ganz brauchbar, – angenehm ist die stets frische Brise, die vom nahen Meer herüberweht.
Allerdings beginnt seit knapp einer Woche schon die Regenzeit, die hier den gesamten Sommer anhält, noch regnet es nicht täglich, aber jeden zweiten Tag schon, immer in Schüben, öfters auch heftig mit Gewitter, jedenfalls wird es unangenehm drückend schwül, die Luftfeuchtigkeit liegt oft bei 95 %, das ist für uns Europäer nicht wirklich angenehm. Zudem beginnt im Juni dann die Hurrikanzeit, – es wird also jetzt Zeit zu gehen.

Wie unser Plan ist, erzähle ich dann morgen.

Monatsetappe:     160 km                    Gesamtstrecke:     46.639 km

15. bis 19.03.2020 – Chetumal 3

Die Nächte sind hier eigentlich ganz angenehm, vom Meer kommt stets eine leichte Brise herein, die Temperatur fällt in der Nacht auf etwa 23 Grad.

Der Tag ist sonnig, wir haben uns gestern keinen Schattenplatz genommen, stehen in der prallen Sonne, – unsere Stromfabrik auf dem Dach arbeitet gut.
Wir machen heute mal auf Sonntag, faulenzen rum, schwimmen, sitzen im Schatten und unterhalten uns immer wieder mal mit den Nachbarn.
Mittlerweile wird es voller hier auf dem Platz, einige Reisende, die nach Süden wollen, stauen sich jetzt hier auf, die nahe Grenze nach Belize ist dicht, – nichts geht mehr !

Gegen Mittag kommt der Autoelektriker vorbei und schaut sich den Elektroblock an, – wir prüfen gemeinsam Einiges durch, – auch er kann den Fehler nicht finden. Wir müssen sehen, wie wir über die Runden kommen, vielleicht finden wir irgendwo in einer anderen Stadt eine Möglichkeit.
Heike fragt die Receptionisten nach einer Wäscherei in der Nähe und erfährt, daß sie das hier am Platz selbst übernehmen, – na das ist doch genial, – sie gibt gegen Mittag zwei volle Waschkörbe hin und am Abend haben wir sie schon zurück, und auch der Preis stimmt, – das ist mal ein toller Service hier.

So klingt der Sonntag aus, wir sitzen bis in die Dunkelheit draußen, – hier direkt am Meer und mit der leichten Brise gibt es so gut wie überhaupt keine Stechmücken, das ist sehr angenehm. Morgen wollen wir eigentlich weiter, beschließen aber, den schönen Platz hier noch ein wenig zu genießen und bleiben.

Tagesetappe:    0 km                    Gesamtstrecke:     46.465 km

16.03.2020

Heute ist ein echter Urlaubstag, – das Wetter allerfeinst und mal nichts tun. Naja, zu tun wäre schon, aber es fehlt die Lust dazu.
Wir sitzen im Schatten, Schwimmen, – am Abend kommen die Nachbarn auf einen Plausch herüber.
Hier läßt es sich wahrlich aushalten.

Tagesetappe:    0 km                    Gesamtstrecke:     46.465 km

17.03.2020

Auch hier werden wir so langsam vom „Corona-Fieber“ eingeholt, – außer den Plakattafeln an den Straßen, die den Menschen die Verhaltensregeln nahebringen sollen, verläuft das Leben ganz normal, – die Restaurants sind voll, die meist großen Familien tauchen nach wie vor in großen Gruppen auf, vom Bootssteg nebenan starten Bootstouren, die kleinen Boote proppenvoll.
Es erreichen uns allerdings immer wieder Hiobsbotschaften durch das Internet oder auch von Leuten, mit denen wir reden, – so ist von einer bevorstehenden Ausgangssperre ab Ende der Woche die Rede, – es kursiert das Gerücht, daß verschiedene Campgrounds schon geschlossen sind und weitere folgen sollen, – jeder weiß was, keiner was Genaues.

Mittlerweile halten wir es für das Beste, uns erst mal hier auf dem Campground zu „verschanzen“, hier haben wir alles was wir brauchen, die Stadt hat Supermärkte, Ärzte, auch ein Krankenhaus für den Fall der Fälle, – und hier haben wir Platz, jeder hat seine „eigenen“ 100 Quadratmeter um sich rum, – es fällt leicht Distanz zu halten, ansonsten ist der Platz abgesperrt und sicher.
Wir fahren in die Stadt hinein, nochmal Geld aus dem Automaten holen und ordentlich Lebensmittel und Trinkwasser bunkern, – im Supermarkt werden mittlerweile sogar die Einkaufswagen nach jeder Benutzung desinfiziert. Dann wieder zurück in unsere kleine Oase.

Inzwischen sind weitere Reisende eingetroffen, – ein bunt gemischtes Völkchen, – die meisten denken wie wir und warten hier ab, wie sich das weiter entwickelt.

Tagesetappe:     14 km                    Gesamtstrecke:     46.479 km

18.03.2020

Ein illustres Völkchchen hat sich hier versammelt, – neben uns Deutschen stehen Schweizer, Österreicher, Luxemburger, Franzosen, Australier, Kanadier und US-Amerikaner. Alle wollen eigentlich reisen, – fahrendes Volk, – das geht jetzt nicht mehr, – die Grenzen sind dicht, werden wohl auch so schnell nicht wieder geöffnet werden, alle warten jetzt ab, wie sich die Lage hier und zu Hause entwickelt.

Die Australier gehen zurück, sie wollten sowieso in 2 Wochen für einen Break zurück, die Schweizer kamen aus Südamerika und wollten nach Norden weiter, das ist wohl aussichtslos, sie verschiffen zurück und fliegen am Monatsende, die beiden Kanadier machen sich auf dem Landweg zurück, für sie ist die USA-Grenze noch offen.
Wir anderen sind einhellig der Meinung, daß es für uns derzeit das Beste sein wird, hier auszuharren, – es gibt beileibe wesentlich schlechtere Plätze um hängen zu bleiben.
Jetzt zurück in die „Höhle des Löwen“ kommt für uns nicht in Frage, hier ist noch alles ruhig und sicher sind wir zudem, – falls die Situation irgendwann kippen sollte, können wir immer noch umdenken.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     46.479 km

19.03.2020

So wird es jetzt auch gemacht, ich buche uns heute für längere Zeit hier im Campground ein, – mal 4 oder 6 Wochen Urlaub wollten wir sowieso machen, wenn evtl. 8 daraus werden ist auch nicht schlimm, – irgendwann wird sich ja der Ausnahmezustand in Deutschland und Europa wieder mal „beruhigen“, dann kommen wir über den Sommer zurück und setzen unsere Reise im Herbst fort, bis dahin werden die Grenzen wohl wieder geöffnet sein.

Das Wetter ist weiterhin sommerlich, die stets angenehme Brise vom Meer läßt die Temperaturen erträglich erscheinen, – wir sind gespannt, wie sich der Frühsommer entwickelt.
Langweilig wird uns sicher nicht werden, – erst mal wollen wir uns von den Strapazen der langen Reise erholen, dann gibt es „in Haus und Hof“ zu tun, – Heike hat so manches auf ihrer Liste und ich habe Einiges am HerrMAN zu renovieren, das kann ich in aller Ruhe und langsam erledigen.

Ich werde nun nicht für jeden Tag einen Tagebucheintrag machen, würde wohl meist das selbe drin stehen, – also keine Panik, wenn längere Zeit nichts kommt, – es geht uns gut.
Und so bald wieder etwas Wichtiges passiert, berichte ich darüber.

Also kommt gut durch diese ungewöhnliche Zeit und bleibt alle schön gesund. Bis bald wieder.

Tagesetappe:     0 km                    Gesamtstrecke:     46.479 km

 

14.03.2020 – Chetumal 2

Und ausgerechnet jetzt, wo wir auf Solarstrom angewiesen sind, beginnt der Tag wolkig, – es ist schwül, 30 Grad, 90 % Luftfeuchtigkeit, – und gegen 12 Uhr fällt ein kräftiger Regenschauer aus den tiefschwarzen Wolken, – also alles rein in die warme Stube, Fenster und Dächer zu, jetzt wirds ganz ungemütlich drückend, der Spuk ist allerdings schnell wieder vorbei.

Ich habe in der Zwischenzeit den Elektroblock noch einmal ausgebaut und zerlegt, – in der Nacht hatte ich da so eine Idee, – Telefonkonferenz mit Deutschland, Versuch einer Ferndiagnose, – es bleibt beim Versuch, wir können nichts finden, morgen muß ein Mechaniker ran.

Wir müssen nun mal eine Stadtrunde drehen, um die Batterien ein wenig aufzuladen, – fahren zunächst mal die Küstenstraße ein Stück nach Norden, bis sie endet, – dann wieder zurück in die Stadt, einmal quer durch und dann am Ufer entlang, – ich habe Hoffnung, dort einen Yachthafen zu finden, in dessen Nähe befindet sich meist auch ein Bootsausstatter mit Werkstatt, die kennen sich mit so Elektroblocks aus, in den Yachten sind meist auch welche verbaut, – das wird jedoch nichts, – einen Ausstatter finde ich und frage nach, die haben jedoch keine Reparaturmöglichkeiten.

Also fahren wir langsam weiter, – drüben am anderen Ufer des Meeresarmes können wir schon „Belize“ sehen.
Am späten Nachmittag kehren wir zum Campground „Yax-Ha“ zurück, die Receptionstin ruft einen Autoelektriker für uns an, er wird sich morgen früh dem Problem widmen. Es bleibt spannend.

Wenigstens jetzt am Abend können wir noch ein wenig draußen sitzen und die frische Meeresbrise geniessen, – der Himmel hat sich kurz nach dem Regenschauer schnell aufgeklart und die Sonne scheint längst wieder vom blauen Himmel.

Tagesetappe:      42 km           Gesamtstrecke:      46.465 km

13.03.2020 – Chetumal 1

Der Campground hier in Chetumal gehört zu der besseren Sorte, ist ein wenig teurer als die Anderen, liegt aber auch wirklich schön und ist toll ausgestattet, – lange nicht gehabt.
Nebenan sind Nachbarn aus der Schweiz, ein Stück weiter hinten Australier und 3 kanadische Camper stehen in der Mitte des Platzes, – es ist noch sehr viel Platz, – auch hier, wie fast überall in Mexiko sind die Plätze meist leer oder nur schwach besucht.

Wir werden auch hier wieder ein paar Tage verbringen, – alles spricht dafür, – zudem haben wir jetzt Zeit, – unsere Runde durch Mexiko steht kurz vor dem Ende, wir lassen es schon einige Tage lang wesentlich ruhiger angehen, – ist auch schwer nötig, die Kanada-Alaska-USA-Tour steckt noch in den Knochen, fast 40.000 Kilometer in 6 Monaten war schon heftig.
Und es kann passieren, daß wir uns hier in Mexiko noch länger als geplant aufhalten werden, – auch hier beginnt das „Corona-Virus“ seine Auswirkungen zu zeigen. In Mexiko selbst ist zwar noch alles ruhig, allerdings treffen jeden Tag Hiobsbotschaften von unserer weiteren Strecke ein, – in Südamerika sind schon Grenzen geschlossen, – in Zentralamerika haben Honduras und Guatemala ihre Grenzen schon dicht gemacht und Richtung Norden, die USA sind ebenfalls dicht.
Unseren ursprünglichen Plan, ab Ende April bis zum Herbst nach Deutschland und Kreta zurückzukommen und unsere Panamericana-Reise Anfang November fortzusetzen werden wir wohl aufgeben müssen, – jetzt in dieser Zeit zurück nach Deutschland, – das muß nicht sein, – zudem ist Kreta auch kaum noch zu erreichen, -Italien ist schon dicht, – der Fährverkehr nach Griechenland wird wohl auch die nächsten Tage eingestellt werden, – die Balkanroute ist dicht und Griechenland macht seine Grenzen wohl auch dicht, – und ob wir dann, wenn wir im Herbst zurück nach Mexiko wollen, hier überhaupt noch einreisen dürfen, ist mehr als fraglich.

Das sind so unsere Gedanken beim Frühstücken, – unsere Mexiko-Visa laufen Anfang Juni aus und weil wir hier in „Chetumal“ nur wenige Kilometer von der Grenze nach „Belize“ entfernt sind, beschließen wir, heute nach „Belize“ einzureisen und direkt wieder zurück nach Mexiko einzureisen, womit wir neue 180-Tage-Visa hätten und damit gut bis in den Frühherbst bleiben könnten, wenn sich die Grenzen Richtung Süden evtl. nicht wieder öffnen sollten.
Ich gehe gerade mal rüber zu den schweizer Nachbarn, die sind gestern erst aus „Belize“ gekommen und will mich nach den Örtlichkeiten an der Grenze erkundigen, als Heike rüber ruft, daß gerade eben die Meldung übers Internet ging, daß auch „Belize“ seine Grenzen geschlossen hat.

Nun ist rund um Mexiko alles dicht, – na wenigstens ist das Land groß genug und birgt noch viele von uns unbesuchte Orte, so kommt wenigstens keine Langeweile auf.
Wir müssen nun mal schauen, wie das weitergeht und hoffen, daß sich doch in den nächsten Wochen wieder alles ein wenig normalisiert.

Eigentlich wollten wir den Tag heute mal faul verbringen, allerdings gibt es für mich wieder Einiges zu „schrauben“, – „Ebbes is ömmer“, – das Fliegengitter der Dachluke hat gestern abend seinen Geist aufgegeben und am frühen Nachmittag, als ich die Batterien im HerrMAN mal aufladen möchte, – macht das Ladegerät im Elektroblock keinen Mucks mehr, – na Klasse.
Ich baue alles aus, zerlege es komplett, kann aber nichts finden und baue den E-Block wieder ein. Morgen muß ich einen Autoelektriker finden.

Tagesetappe:      0 km           Gesamtstrecke:      46.423 km

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12.03.2020 – Von Bacalar nach Chetumal

Doch, – der Platz hier gefällt uns mittlerweile so gut, daß wir gerne noch länger bleiben wollen, – das Sanitäre ist zwar absolut unterste Schublade, wir müssen es ja nicht nutzen, haben wir alles im HerrMAN dabei, – der Rest gefällt uns gut.

Trotzdem fahren wir heute mal ein Stück weiter, – zunächst eine Runde durchs Städtchen, – dann auf der MEX 307 nach Süden und auf der MEX 186 nach Osten bis „Chetumal“. Die Straße ist durchweg sehr gut ausgebaut, wieder mal fast schnurgerade, anfangs eine breite Landstraße mit Standstreifen, später sogar zweispurig.

Unterwegs passieren wir das kleine Städtchen „Huay-Pix“ an der „Laguna Milagros“, – die sehen wir uns an und bleiben prompt hängen.
Ein wirklich schönes Plätzchen hier, – sehr geruhsam und ruhig geht es zu, – es sind kaum Leute da, – das Wasser leuchtet smaragdgrün in der Mittagssonne, Bootsstege mit Leitern laden zum Baden ein, – direkt am Ufer gibt es ein recht verlockend aussehendes Fischrestaurant, – hier lassen wir uns im Schatten einer Palapa zur Mittagspause nieder, – der Fisch ist gut und preiswert obendrein.

Einige Kilometer weiter erreichen wir „Chetumal“, die Hauptstadt des Bundesstaates „Quintana Roo“, 140.000 Einwohner, direkt am Karibischen Meer gelegen und dadurch schon immer Hafenstadt. Es ist die südlichste Stadt an Yucatans Ostküste und nur noch wenige Kilometer von „Belize“ entfernt, – doch dieses Land ist für uns erst später dran.
Noch bleiben wir ein wenig in Mexiko, – für heute ist erstmal wieder Einkaufen angesagt, – ich ergattere im Baumarkt ein paar kräftige Metallplatten, um die Kabelabweiser wieder auf dem Dach zu befestigen, – dann gehts mal wieder zum Walmart, Lebensmittel und Frischware nachfüllen.

Die Stadt selbst bietet keine großen Sehenswürdigkeiten, – ist ziemlich modern, denn sie wurde wiederaufgebaut, nachdem 1954 ein verheerender Wirbelsturm den Ort fast vollständig zerstört hatte.
Über die großzügige Uferpromenade fahren wir ein kurzes Stück nach Norden zur Trabantenstadt „Calderitas“, dort hat der Campground „Yax-Ha“ einen recht guten Ruf.
Hier stellen wir uns für die Nacht ein, vielleicht bleiben wir ein wenig, – er liegt wirklich schön, direkt am Meer, auf Rasen unter Palmen, mit Pool und Strandbad, – der erste Eindruck ist ein sehr Guter. ( N 18° 33′ 39.0″ W 088° 14′ 56.6″ )

Tagesetappe:    53 km                    Gesamtstrecke:     46.423 km