Das Video der dritten Teilstrecke Mexiko

In einem 35-minütigen Video habe ich hier die Highlights der dritten Etappe unserer Panamericana-Reise durch Mexiko zusammengefaßt:

Im Mai 2019 starten wir zu unserer großen Panamericana-Reise, – mit dem HerrMAN von Alaska nach Feuerland.
In 2019 / 2020 bereisen wir 1 Jahr lang Kanada, Alaska, die USA und Mexiko, – bevor wir im Spätherbst 2020 über Zentralamerika nach Südamerika bis Feuerland weiterreisen werden.

Teil 3 Mexiko:

Ende November 2019 reisen wir, von Kalifornien/USA kommend, nach Mexiko ein, fahren zunächst knappe 6 Wochen über die Baja California, diese mehr als 1.000 Kilometer lange Halbinsel an der Westküste, zwischen Pazifik und kalifornischem Golf.

Mit der Fähre setzen wir dann hinüber aufs Mainland und queren ganz Mexiko bis hinüber nach Yucatan und die karibische See.
Dabei erkunden wir das Hochland um Mexiko-City mit seinen über 3.500 Meter hohen Gebirgslandschaften, sehen faszinierende Städte im alten Kolonialstil, erleben aktive Vulkane, herrliche Landschaften und erste Kulturstätten der Tolteken.
Ein weiter Abstecher hinaus an den Pazifik, nach Acapulco und Puerto Escondido bringt entsprechendes Kontrastprogramm, – Urlaubsregionen wie aus dem Reiseprospekt, blaues Meer, Palmen und weiße Sandstrände, – aber auch brütende Hitze, selbst jetzt im „Winter“.
So zieht es uns immer wieder zurück in die Berge mit angenehmen Temperaturen und faszinierenden Landschaften, bevor wir dann endgültig in Mittelamerika ankommen.
Dort erwarten uns stetig und überall die antiken Stätten der Tolteken, der Azteken und Mayas, – gewaltige Pyramiden, Tempel und untergegangene Städte, faszinierend anzuschauen.
Über die Küstenregionen des mexikanischen Golfs landen wir letztendlich in den Touristenregionen Yucatans an der karibischen See und fahren nach Süden, Richtung Belize.

Dort überholt uns Mitte März 2020 die „Corona-Pandemie“ und zwingt uns in einen 11-wöchigen „lockdown“, bevor wir uns dann Ende Mai nach Mexiko-City begeben, unseren HerrMAN nach 6 Monaten und weiteren 11.000 km „einmotten“ und mit der Air France zurück nach Europa fliegen.

Hier warten wir ab, wie sich die Welt entwickelt, wann sich die Landgrenzen wieder öffnen, um zurückzukehren und unsere Panamericana-Reise durch Zentralamerika fortzusetzen.

Viel Spaß dabei.

Reisevideo Mexiko
https://youtu.be/fLkPA40iEj4

Unsere Reiseroute durch Mexiko

Unten findet ihr eine Karte mit der detaillierten Fahrstrecke unserer Panamericana-Reise, hier durch Mexiko.

Von Südkalifornien/USA kommend reisen wir nach Mexiko ein, fahren zunächst fast 6 Wochen südwärts, über die „Baja California“, diese langgestreckte Halbinsel an Mexikos Westküste, wo wir immer wieder von der im Osten gelegenen Küste des kalifornischen Golfs hinüber an die westliche Pazifikküste und zurück wechseln.
Zu Beginn des neuen Jahres setzen wir mit der Fähre aufs Mainland über, um zunächst nach Südwesten zu fahren, über Guadalajara hinüber ins Hochland und rund um die Hauptstadt Mexiko-City.
Dann in einem langen Bogen nach Süden, an die Pazifikküste bei Acapulco und weiter bis Puerto Escondido, dann wieder nach Norden, über Oaxaca an den mexikanischen Golf unweit von Vera Cruz und weiter nach Osten bis Villahermosa.
Von hier noch einen Schlenker nach Süden, noch einmal ins Hochland, diesmal bei San Cristobal und weiter nach Norden zur Halbinsel Yucatan, die wir in weitem Bogen fast umrunden, um letztendlich in Chetumal, der Grenzstadt zu Belize zu landen, wo wir 11 Wochen im lockdown verbringen.
Für unseren geplanten Rückflug müssen wir allerdings unplanmäßig wieder ca. 1.500 km nach Westen, bis zurück nach Mexiko-City.

Durch Anklicken des Links unter der Karte öffnet sich ein Fenster mit einer digitalen Karte bei „kurviger.de“, in die ihr hineinscrollen könnt, um die Strecke und die Orte detailliert sehen zu können.
In der oberen, rechten Ecke des Bildschirms gibt es einen Bücherstapel, den ihr anklicken und damit auf andere Kartenformate umschalten könnt.
Im Original sollte dort „Kurviger Liberty“, eine Straßenkarte eingestellt sein, die gut gegliedert und übersichtlich gestaltet ist.

Durch Anklicken von „Esri Satellite“ öffnet sich ein Satellitenbild, in dem ihr Euch die besuchten Orte und Landschaften recht schön aus der Nähe ansehen könnt.

Reiseroute Mexiko

 

03. bis 04.06.2020 – Von Tepotzotlan (Mexiko) über Mexiko-City und Paris (Frankreich) zurück nach Deutschland

Heute, am 03.06. ist unser Rückreisetag, unser Flieger startet um 19.40 Uhr, – es wird eine lange Tour werden.
Der Himmel meint es noch einmal gut mit uns und läßt die Sonne scheinen, angenehme 25 Grad.

Die letzten Teile sind eingepackt, noch ein paar Kleinigkeiten am HerrMAN, – den defekten Elektroblock ausbauen und im Koffer verstauen, der muß dringend repariert oder ersetzt werden, mal schauen, – alles verriegeln, verschließen, – und los.
Gegen 14 Uhr kommt Benjamin mit seinem PKW und holt uns ab, – bis unsere Taschen, die große Hunde-Transportkiste und wir drei „verstaut“ sind, geht auch keine Zeitung mehr rein. Benjamin bringt uns zum Flughafen, er fährt einen flotten Stil durch den Moloch „Mexiko-City“, – Heimspiel halt, er kennt sich aus, – die Straßen sind teilweise bis zu 6 Spuren breit, das Meer von Häusern ist schier unendlich.
Nach einer Stunde sind wir da.

Maskenpflicht im Flughafen, – also erst mal so ein Ding vors Gesicht.
Wir verabschieden uns von Benjamin, im November sehen wir uns wieder.
Im Flughafen marschiere ich mit Aspro und den vorbereiteten Unterlagen erst noch zum Veterinär, dort geht es relativ zügig, ein kurzer Blick auf Aspro, elektronisches Auslesen seines Chips, – nach 10 Minuten haben wir den begehrten Ausreisestempel und marschieren zurück zum Air France-Schalter.
Wir sind überrascht über die Vielzahl von Fluggästen, eigentlich hatten wir kaum welche erwartet, – letztendlich wird nach den neuen Abstandsregeln, es wird nur jeder zweite Sitz besetzt, der Flieger, eine große Boeing 777-300, voll sein.
Wir warten ziemlich lange, – Heike geht mit Aspro noch mal raus ins Freie, – dann checken wir ein, – Aspro, unsere gute Maus, läßt es tapfer geschehen und ergibt sich ihrem Schicksal, – wir nicht weniger, – mit annähernd 200 Menschen für 11 Stunden im Flieger, – wir waren doch gerade erst 11 Wochen in Selbstisolation.
Irgendwelche Besonderheiten wegen Corona gibt es eigentlich nicht, – außer daß alle hier aussehen, wie nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl, – einmal wird eine Fieberpistole auf uns gerichtet, – das wars.

Ok, – alles wird gut, die Nacht ist ganz in Ordnung, die Sitzreihen sind angenehm weit auseinander, Schlafen funktioniert und gegen 13.40 am nächsten Tag landen wir auf dem „Charles de Gaulle“ in Paris, – Aspro freut sich riesig, als er aus seiner Kiste darf, – wir sind nicht weniger froh, als wir auch wieder im Freien sind.
Die geplante Zugfahrt mit dem ICE mußten wir schon im Vorfeld verwerfen, – der Zug fährt schon kurz vor unserer Landung ab, – also hatten wir schon einen Mietwagen gechartert, packen alles rein und ab gehts.
Auch hier am Flughafen Paris gibt es keine besonderen „Corona-Maßnahmen“, man fragt uns lediglich nach unserem Ziel, – mit unserer Aussage „mit dem Mietwagen nach Deutschland“ sind sie zufrieden und lassen uns ziehen.

Auch an der Grenze von Frankreich nach Deutschland bei „Forbach“ gibt es keinerlei Kontrolle, ziemlich unmerklich sind wir irgendwann zurück in Deutschland.
Genau heute vor einem Jahr begann unsere Reise mit dem Flug von Frankfurt nach Halifax.

Irgendwann gegen Mitternacht treffen wir zu Hause ein, irgendwie geschafft, aber keinesfalls müde,- unsere innere Uhr zeigt jetzt gerade 17 Uhr am Abend, – an Schlafen ist nicht zu denken. Das wird wohl ein paar Tage dauern, bis wir uns umgestellt haben.

Sicherheitshalber werden wir uns nun erst mal für 14 Tage selbst isolieren, – keine Ahnung, was wir an den beiden Flughäfen oder im Flugzeug alles eingefangen haben.

Nun sind hier in Deutschland jede Menge Erledigungen und Aufarbeiten angesagt, – Ende Juli gehts dann für 3 Monate nach Kreta, – endlich !
Und Anfang November wieder rüber nach Mexiko, – unsere Panamericana-Tour geht weiter, – ob alles nach Plan laufen kann, wissen wir noch nicht, – wir werden sehen.

Wir danken Euch allen fürs Mitreisen, hoffentlich hattet ihr Spaß mit unseren Berichten und hoffentlich ist es uns gelungen, mit unseren Bildern die tolle Landschaft, die Natur, die Tiere, Städte, Dörfer und Erlebnisse ein wenig zu Euch rüber zu bringen.
Wenn ihr wollt, seid ihr gerne ab Anfang November wieder mit dabei, wenn wir uns Mittel- und Südamerika „vornehmen“.

Schaut zwischendurch immer wieder mal rein, ich bastele gerade noch an ein paar Videos, die ich über den Sommer so nach und nach hier einstellen werde.
Bleibt schön gesund und machts gut !

Tagesetappe:      0 km      (den Flug und die 710 km Paris-hierher zählen wir mal nicht dazu)           Gesamtstrecke: 48.096 km

 

31.05. bis 02.06.2020 – Pepes RV-Park in Tepotzotlan Tag 3 bis 5

31.05.2020 Tag 3:

Sonntag, – wir lassen es etwas gemütlicher angehen, ein sonniger Tag, am späten Nachmittag dann wird es schwül, ein Gewitter zieht knapp vorbei, die Ausläufer bringen für etwa 1 Stunde Regen zu uns.
Heike beginnt schon mit Packen und fegt irgendwelche Ecken im HerrMAN, – ich beschäftige mich draußen, – unsere Teleskopleiter wieder gangbar machen, die klemmt in jeder Sprosse, außerdem haben sich in den Holmen, beim letzten Gewitter-Hochwasser in Chetumal, als sie draußen im Freien stand, Ameisenvölker in die Holme gerettet und wohnen jetzt dort, muß die irgendwie da raus kriegen, bevor die sich im HerrMAN einnisten.

01.06.2020 Tag 4:

Montag, – auch heute angenehmes Wetter, – ein schöner Sommertag mit 26 Grad, allerdings ist die Sonne hier oft irgendwie verschmiert, – ein leichter Dunstschleier macht es ihr schwer durchzukommen, die Nähe zur 8-Millionenstadt „Mexiko-City“ tut ihr Übriges, – Smog und schlechte Luft sind allgegenwärtig und hängen in abgeschwächter Form auch hier noch am Himmel.

Heute fahren wir ins Städtchen raus, – füllen beide Dieseltanks randvoll, – ich gebe ordentlich „Grotamar“ hinzu, damit sich über die Standzeit keine Dieselpest einschleicht.
Heike besorgt schnell noch ein paar Kleinigkeiten, – das sind heute vorläufig die letzten Kilometer unserer Panamericana-Reise durch Nordamerika.

Am Nachmittag ist weiteres „Fegen“ und „Einmotten“ angesagt, wir werkeln bis spät am Abend.

Tagesetappe: 9 km Gesamtstrecke: 48.096 km

02.06.2020 Tag 5:

Dienstag, – die Nächte sind mit 12 Grad kühl, das sorgt nach Wochen plackender Hitze für angenehmen Schlaf. Auch heute ist ein schöner Sommertag.

Air France hat gestern unseren Flug bestätigt, – sollte der wirklich fliegen ?

Heute beginnt der Endspurt, – für die letzte Nacht haben wir uns hier im angeschloßenen, kleinen Hotel ein Zimmer gebucht, so können wir den HerrMAN in Ruhe reinigen und „einmotten“, – wir spülen alle Tanks und Leitungen durch, dann parke ich auf dem Dauer-Stellplatz ein, wo unser HerrMAN die nächsten 5 Monate verbringen wird, – wenn es dumm läuft, auch länger, – mal schauen.
Die notdürftig reparierte Dachhaube, die ich mir in „Chetumal“ abgefahren habe, sichere ich für alle Fälle zusätzlich mit einer Plane, – die Scheiben im Führerhaus werden innen und außen abgehängt, – dann alles stromlos gemacht, Batterieklemmen weg, Hauptschalter raus, – dann verschließe ich alle Öffnungen am Unterboden, – Überlaufschläuche, durch die irgendwelches Krabbelzeug in die Tanks, den Boiler oder die Toilette gelangen könnte, – auch den Auspuff mache ich dicht, – Ameisen oder Eidechsen können durch ihn bis in den Motor vordringen, das kann erhebliche Schäden verursachen.

Heike macht in der Zwischenzeit innen alles blitzeblank, bis zum späten Abend sind wir durch.
Essen gibts heute „to go“, draußen an der Straße sind einige kleine Lokale.

Morgen sind nur noch Kleinigkeiten zu erledigen.
Gegen 14 Uhr wird uns Benjamin zum Flughafen bringen, – seine Frau und er kümmern sich um uns, besorgen für uns die Wäsche, organisieren Trinkwasser, im Büro können wir Unterlagen ausdrucken lassen, die wir per Mail reingekriegt haben und am Flughafen benötigen. Toll, danke dafür.

30.05.2020 – Pepes RV-Park in Tepotzotlan, Tag 2

Auch diese Nacht ist mit 11 Grad ziemlich frisch, – das sorgt für einen angenehmen Schlaf.
Der Tag bringt sonniges Wetter, 20 bis 24 Grad, hie und da ein paar Wolken, – es erscheint uns hier so, wie es bei uns in Deutschland um diese Zeit auch ist.

Heute wollen wir kurz in die Stadt, – nochmal Geld besorgen, ein paar frische Lebensmittel für die letzten Tage und volltanken.
Gegen 11 Uhr fahren wir los, durch das Städtchen nach Süden, vorbei an der schönen Barockkirche und weiter Richtung Supermarkt und Tankstelle.

Geld fassen hat schon mal geklappt, – das war allerdings dann auch schon alles für heute.
800 Meter vor dem Supermarkt stoppt uns eine Streife, eine Polizisten versucht mir auf spanisch irgendetwas zu erklären, – ich verstehe nichts, erkläre ihr, daß ich nur deutsch und englisch spreche.
Dann drückt sie mir ihr Handy in die Hand, irgendeine Stimme versucht mir auf englisch klarzumachen, daß wir hier wohl nicht fahren dürfen, – ich verstehe wieder mal gar nichts.

Also, wir wissen, daß es für Mexiko-City besondere Einfahrtsbeschränkungen gibt, – verschiedene Fahrzeuge dürfen nur an bestimmten Tagen in die Stadt, das richtet sich nach der letzten Zahl des Autokennzeichens, – ja, aber wir sind noch 40 Kilometer von Mexiko-City weg, – das kann doch gar nicht sein.

Ich kann den Herrn am Telefon nicht verstehen, er spricht ein miserables Englisch, zudem befürchte ich, hat er wohl auch noch einen Mundschutz auf, so hört es sich jedenfalls an, – ich höre nur was von „Ticket“ und „office“ und „pay“, – das sind Worte, die ich schon gar nicht verstehe, auch wenn ich sie höre,  – ich geb der Polizistin ihr Handy wieder, zucke mit den Schultern und gebe ihr zu verstehen, daß ich nichts verstanden habe.
Sie spricht jetzt wieder mit ihm, gibt mir das Handy noch einmal, – der erzählt mir wieder das Gleiche, worauf ich mehrmal erwidere „I can´t understand“.
Allerdings wird mir die ganze Aktion jetzt auch irgendwie zu blöd, – ich gebe der Polizistin ihr Handy zurück, – ihr Kollege telefoniert mittlerweile auch mit irgendwem, und gebe ihnen per Handzeichen zu verstehen, daß ich jetzt zurückfahre und sage dazu, daß ich keine Lust mehr habe, mir das ganze hier zu blöd ist, – auf deutsch natürlich, versteht eh keiner.

Dann setze ich mich seelenruhig in den HerrMAN, – Heike schaut entsetzt, – ich starte und fahre los, – die beiden Polizisten schauen etwas entgeistert, – nach 100 Metern kann ich auf die Gegenfahrspur wechseln und fahre zurück, – dorthin, wo wir hergekommen sind. Im Rückspiegel sehe ich, wie die beiden in ihr Auto einsteigen und in die andere Richtung wegfahren.
Also geht doch, – manchmal muß man auch ein wenig frech sein.

Ok, bezweckt haben wir heute nicht wirklich viel, – dann starten wir halt Montag einen neuen Versuch.
Am Nachmittag machen wir schon mal ein wenig Service am HerrMAN, – heute sind das Führerhaus und die Staukästen dran, – aufräumen, ausräumen und putzen.

Nachtrag: Ich hatte Gelegenheit, mit Edith über das Erlebnis mit der Polizei zu reden, –
„Tepotzotlan“ gehört definitiv nicht zu der Sperrzone, – allerdings sind wir wohl tatsächlich etwa 3 Kilometer südlich über eine kleine Brücke über den schmalen „Rio Chico Tepotzotlan“ nach „Axotlan“ hinüber gefahren, wo sich der große Supermarkt befindet, – und dort beginnt wohl die „Sperrzone“.
Hoppla !
Naja, – Hinweisschilder, Sperrschilder, – Fehlanzeige, – wir waren auch definitiv keinen ganzen Kilometer drin, als die Häscher schon da waren. Egal.

Tagesetappe:    10 km                    Gesamtstrecke:     48.087 km

29.05.2020 – Pepes RV-Park in Tepotzotlan, Tag 1

Herrlich ruhig ist es hier auf dem Grundstück, von einer hohen Mauer umgeben, mit hohen Toren gesichert, viele Bäume, sehr gepflegt, – der Platz ist eine kleine Oase mitten in der Stadt. Wir schlafen allerbest, kühl sind die Nächte hier im Hochland, 12 Grad.

Am Morgen besprechen wir mit Benjamin unsere Pläne, – er hat gleich ein Problem für uns parat.
Wir brauchen ein frisches Gesundheitszertifikat für Aspro, damit er ausreisen darf, das haben wir nun noch nirgends erfahren oder gelesen, auch die Fluggesellschaft hat uns nicht darauf hingewiesen, obwohl wir natürlich ein Ticket für Aspro mitgebucht haben, – gut daß Benjamin Bescheid weiß.

Also zieht Heike mit Aspro gegen 11 Uhr los, – Benjamin fährt sie, – einen Veterinär aufsuchen, der die Untersuchung macht.
Das wird jedoch auf die Schnelle nichts, nach einer halben Stunde sind sie wieder da, der Erste kann oder darf das nicht machen, der Zweite hat gerade keine Zeit.
Benjamin telefoniert für uns und nachmittags um 2 Uhr kommt eine Veterinärin und ihr Mann zu uns auf den Platz, schaut sich Aspro an, checkt Papiere und Impfungen und schreibt dann ihren Untersuchungsbericht.
Dieser muß nun zum Flughafen gebracht und dort in einer „Behörde für die Ausfuhr von landwirtschaftlichen Produkten und Tieren“ als Zertifikat verfasst und beglaubigt werden, – vor unserer Abreise am Mittwoch müssen wir dort nochmal mit Aspro vorstellig werden für einen Schlußcheck.

Benjamin übernimmt für uns den Job, fährt hinein nach Mexiko-City zum Flughafen und besorgt das Zertifikat, – der Stapel an Papieren, Kopien, Vollmachten und Dokumenten, die Benjamin unter dem Arm trägt, als er losfährt, ist schier dicker als der bei einem Hauskauf.
Gut, daß er sich damit auskennt, hat das wohl schon öfters gemacht, sonst hätten wir am Mittwoch wohl ein Problem gehabt.

„Cecilia“, die Tierärztin vom Mittag ist eine Nette, zusammen mit ihrem Mann betreibt sie die Praxis, wir unterhalten uns über Aspro, seine Arthrose und Medikamente, die er schon einige Zeit nehmen muß. Sie erzählt uns, daß sie eine von zwei Tier-Chiropraktikerinnen in Mexiko ist und sich heute abend gerne mal mit Aspro beschäftigt, – ein wenig Chiropraktik, eine Akupunktur und er wird sich, zumindest ein paar Tage lang, besser fühlen.
Abends gegen 18 Uhr kommen sie zu uns an den Platz, – Aspro läßt alles geduldig über sich ergehen, wir unterhalten uns recht gut mit den beiden, – sie reisen auch gerne mal, da gibt es schnell viel zu erzählen. Wir sollen uns unbedingt bei ihnen melden, wenn wir im November hierher zurückkommen, – warum nicht, es hat Spaß gemacht mit den beiden.

So ist der Tag 1 recht schnell um, es ist schon spät am Abend, als Benjamin mit den Unterlagen aus der Stadt zurückkommt.

Tagesetappe:    0 km                    Gesamtstrecke:     48.077 km

28.05.2020 – Von Santa Cruz Ocotlan nach Tepotzotlan

Zum ersten mal seit Monaten schlafen wir bei geschlossenen Fenstern und decken uns schön fest zu, 12 Grad „kalt“ ist die Nacht, das ist total ungewohnt für uns, weniger als 25 Grad hatten wir in den letzten 3 Monaten wohl nie, auch nicht in der Nacht.
Zudem ist die nahe Autobahn hinter dem Tankstellengebäude kaum zu hören, wir schlafen wie die Murmeltiere.

Der Morgenhimmel ist nach dem abendlichen Gewitterregen noch ein wenig verschmiert, doch die Sonne schaut schon immer mal für Sekunden durch den Wolkenschleier hindurch, es ist 19 Grad warm, als wir gegen 10.30 Uhr losfahren.
Wettertechnisch ist die Fahrt heute zunächst recht angenehm, bei 22 bis 24 Grad wesentlich angenehmer als die letzten Tage, leichte Wolken und Sonne wechseln sich ab, – am späten Nachmittag verdunkelt sich dann der Himmel und das obligate Nachmittagsgewitter mit kräftigem Regenschauer prasselt auf uns hernieder, gegen 18 Uhr ist es stockfinster und es kühlt schnell wieder ab.

Unsere Route ist heute ziemlich „wild“, anfangs weiter auf der MEX 150 D bis kurz vor „Puebla“, dann schickt uns unser Navi auf einen Schlenker, den wir nicht wirklich nachvollziehen können, über die ziemlich neue MEX 140 D, Richtung „Veracruz“, bis „Huamantla“ und dann weiter auf der MEX 136, die bei „Sanctorum“ auf die M 40 D, den äußeren Ring um „Mexiko-City“ führt. Dort nach Norden bis hinüber nach „Teotihuacan“, – die weitere Beschreibung erspare ich Euch.

Auch heute sind wieder viele Strecken mautpflichtig, so kommen an mehreren Stellen schnell wieder insgesamt ca. 400 Pesos, also knapp 20 Euro zusammen.
Das ist für die hiesigen Einkommensverhältnisse schon ziemlich happig, allerdings gibt es ja die parallelen, „freien“ Strecken, die sogar als solche ausgeschildert sind.

Jedenfalls müssen wir nach „Tepotzotlan“, im Nordwesten von „Mexiko-City“.
Die Besonderheit dabei ist, daß wir halt den äußeren Ring nicht wirklich bis ganz nach Norden fahren und dann aus nördlicher Richtung nach „Tepotzotlan“ rein wollen, das sind 100 Kilometer mehr, – andererseits dürfen und wollen wir auch nicht direkt nach „Mexiko-City“ rein und dort zu unserem Ziel nach Norden, – den Stadtmoloch wollen wir uns nicht antun, zudem gibt es für den Hauptstadtdistrikt Einfahrtsbeschränkungen, die sich an der Schlußziffer des Nummernschildes orientieren, – wie dies genau funktioniert, wissen wir nicht, ist uns auch irgendwie zu kompliziert.
Also mogeln wir uns so durch, von „Teotihuacan“ quer durch die Trabentenstädte, – auch nicht die beste Idee.
Es ist eng, hat viel Verkehr, eine unglaubliche Zahl an „Topes“, dieser ekligen Straßenschwellen bremst jedes Vorwärtskommen im Keim aus, – nichts geht vorwärts und zudem schüttet es gerade aus Eimern, das Wasser steht überall in den Straßen, dreckig braune Brühe, die gegen Häuser und Passanten spritzt.

Egal, irgendwann, – es ist wohl schon bald 19 Uhr am Abend sind wir da.
„Pepes RV-Park“, – hier können wir ein paar Tage stehen, unseren HerrMAN reinigen und für die nächsten Monate einmotten, hier auf dem gut gesicherten Platz steht er gut bis wir Anfang November zurückkommen. ( N 19° 43′ 23.6″ W 099° 13′ 16.2″ )
Pepes Tochter, Edith und ihr Mann Benjamin empfangen uns nett und freundlich und bieten uns alle erdenkliche Hilfe an, wir verschieben alles, was zu besprechen ist, auf Morgen, heute sind wir platt.
Wir sind ganz alleine auf dem großen, sehr sauberen Platz, der eher einem kleinen Kurpark gleicht, nur etwa 15 abgestellte Fahrzeuge stehen auf den dafür vorgesehenen Plätzen.

Tagesetappe:    295 km                    Gesamtstrecke:     48.077 km

 

27.05.2020 – Von Los Manantiales nach Santa Cruz Ocotlan

Die Nacht ist ziemlich übel, es ist gnadenlos heiß und die vielen Trucks auf dem nahen Highway machen einen Höllenlärm, es ist wohl das einzige kurze Bergstück weit und breit, die LKW, die den Berg hoch fahren geben mächtig Gas und röhren entsprechend laut, die abwärts fahrenden lassen ihre Motorbremsen knattern.

Ziemlich gerädert machen wir uns gegen 10.30 Uhr auf den Weg, weiter Richtung „Puebla“ und „Mexiko-City“.
Dazu fahren wir zunächst auf der MEX 180 D weiter nach Westen, bei „Minatitlan“ auf die MEX 145 D, die später auf die MEX 150 D mündet, über „Cordoba“ und „Orizaba“ bis zu unserem Tagesziel etwa 100 km vor „Puebla“.
Das ist heute durchgehend zweispurige Autobahn, die D-Bezeichnung steht für Mautstraßen, und die ist ziemlich heftig, um die 700 Pesos, also fast 35 Euro zahlen wir an fünf verschiedenen Mautstellen. Dafür kommen wir halt auch zügig voran, wollen ja Strecke machen, für sightseeing hätten wir auf jeden Fall die fast parallel laufende Landstraße benutzt, sie ist schmaler, ein wenig kurviger, aber wesentlich interessanter und eben auch mautfrei.

Autobahn fahren ist ziemlich eintönig, vom Leben in den Dörfern und Städtchen kriegt man kaum was mit.
Zunächst fahren wir weiter durch eine Mischung aus Dschungel, Sumpfland und einigen wenigen landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Gegen Mittag befahren wir die Brücke über den „Istmo de Tehuantepec“, jetzt haben wir Mittelamerika wieder verlassen und sind zurück in Nordamerika.
Mit dem verlassen des Sumpfgürtels wird allmählich die Besiedelung dichter, es gibt mehr Dörfer und kleine Städtchen, mehr Acker- und Weideflächen.
Am Nachmittag fahren wir durch „Ananasland“, eine Gegend, in der über viele Kilometer die wohlschmeckenden Früchte auf den Feldern angebaut werden, am Straßenrand werden sie direkt zum Verkauf angeboten, das lassen wir uns nicht entgehen, frisch und günstig.
Über viele Kilometer folgen Zuckerrohrfelder und Weideland, das an manchen Stellen bewässert werden muß, um überhaupt etwas herzugeben.

Die Temperatur ist heute, wie sie die letzten beiden Tage schon war, bis 39 Grad steigt sie an, der Himmel ist diesig, verschmiert, die Sonne kommt kaum durch den Dunst hindurch. Hinter „Cordoba“ erreichen wir endlich das Hochland, von dem wir uns gemäßigtere Temperaturen erwarten.
In kurzer Zeit schrauben wir uns auf fast 2.200 Meter hoch, an den Bergen stauen sich die Dunstwolken zu einer bedrohlich aussehenden, schwarzen Wand und nur wenig später kracht und donnert es, Blitze zucken und es regnet kurz und kräftig, die Temperatur stürzt von 39 auf 16 Grad, – nun, das ist dann doch wider Erwarten heftig.
Heike freut sich wie ein Schneekönig, – ich gestehe, daß mir die Abkühlung auch nicht unangenehm ist, ganz so heftig hätte sie aber nun nicht sein müssen, – naja…..

Nachdem überall die Campgrounds noch geschlossen sind, bleibt uns auch heute wieder nur ein Stellplatz an einer Pemex-Station.
Die bei „Santa Cruz Ocotlan“ bietet hinter dem Tankstellengebäude sogar zwei Stellflächen für Wohnmobile, – nunja nichts Besonderes, etwas heruntergekommen, – aber immerhin hinter dem Gebäude und damit schon mal wesentlich ruhiger als in der letzten Nacht. ( N 18° 52′ 56.8″ W 097° 35′ 12.1″ )

Tagesetappe:    433 km                    Gesamtstrecke:     47.782 km

 

26.05.2020 – Von Nuevo Pital nach Los Manantiales

Irgendwann in der Nacht unterschreitet das Thermometer doch noch die 30-Grad-Marke, – knapp.
Ansonsten schlafen wir wie die Murmeltiere, obwohl auf der nahen Landstraße doch einige LKW unterwegs sind.

Der Morgen beginnt sonnig, – wir haben ein wenig Schatten unter einem großen Baum, – im Nu sind es wieder 34 Grad.
So fahren wir dann mal los, auf der MEX 186 nach Südwesten, immer Richtung „Villahermosa“, später dann Richtung „Veracruz“.

Die MEX 186 bleibt zunächst einspurig, erst im Bereich von „Villahermosa“ wird sie zur MEX 180 d und zweispurig, dort wird auch wieder mal Maut fällig.
So zahlen wir an 4 Stationen insgesamt etwa 200 Pesos, also knappe 10 Euro.

Auch heute dreht der mexikanische Sommer wieder mächtig auf, am Nachmittag erreicht die Temperatur die 40-Grad-Marke, wobei der Himmel meist ein wenig dunstig aussieht, – auch jetzt, kurz vor Mitternacht, sind es wieder mal noch windstille 33 Grad.

Die Landschaft heute, – zunächst wie gestern, ein wenig von diesem „Dschungelland“, Sträucher und halbhohe Bäume, so weit das Auge reicht.
Später dann wird die Besiedelung dichter und die landwirtschaftlichen Flächen werden mehr, meist nur wenige Ackerflächen, aber sehr viele Ranchos, also kleinbäuerliche Viehwirtschaft, – auf den Weideflächen, die jetzt hier oft zu sehen sind, stehen Rinder zwischen dem Buschwerk und fressen das spärliche Grün.
Die Dörfer, die wir heute öfters passieren, haben das typisch mexikanische Aussehen, – einfach, manchmal eher ärmlich, kleine Farmhäuser mit viel schattenspendenden Dächern rundherum, viele Dächer aus angerostetem Wellblech, irgendwie versprüht das einen maroden Charme.

„Villahermosa“ lassen wir rechts liegen, hier sind wir vor über 3 Monaten ausführlich gewesen, wir passieren die Peripherie und machen Strecke.

Heute muß eine Tank-, Raststätte für die Nacht ausreichen, andere Möglichkeiten hat es hier kaum, bei „Los Manantiales“ gibt es gleich 4 davon auf kurzer Strecke, die ersten beiden gefallen uns nicht, bei Nummer 3, einer Pemex-Station, loggen wir uns dann ein, hier ist es hell und sauber, wir stehen auf dem Parkplatz des italienischen Cafes, sie haben nichts dagegen, daß wir hier übernachten, machen eh um 20 Uhr zu. Die nahe Autobahn ist höllisch laut, erst gegen Mitternacht läßt der Verkehr ein wenig nach. ( N 18° 03′ 11.2″ W 094° 08′ 04.3″ )

Tagesetappe:      402 km          Gesamtstrecke:      47.349 km