Überraschend ruhig ist die Nacht, der Schwerverkehr draußen auf der 25 endet irgendwann ganz, – naja, ist Samstagnacht, – auf diesen Straßen fährt man wohl generell nachts besser nicht, – zwei Trucker stellen ihre schweren LKW in meiner Nachbarschaft ab, sie verbringen ihre Nacht auch hier.
Gegen 10 Uhr mache ich mich auf den Weg, – nach Medellin sind es heute noch knapp 200 Kilometer, – und, – ich nehm´s vorweg, – ich brauche fast 7 Stunden.
Es geht weiter über die 25, immer südwärts, über Valdivia, Yarumal, Santa Rosa de Osos und Don Matias nach Medellin.
Bereits nach wenigen Kilometern gemächlicher Fahrt geht es in die ersten Steigungen, – die Strecke führt mich heute über die Berge der Zentralkordilleren, – hunderte Kurven führen mich hinauf bis auf 2.700 Meter und auf der anderen Seite wieder hinab auf etwa 1.500.
Die Straße ist meist eng, wahnsinnig kurvig und zudem in vielen Stücken ziemlich mit tiefen Schlaglöchern durchsetzt, – schwere LKW kriechen in Schrittgeschwindigkeit die Steigungen hinauf, – überholen ist meist aussichtslos, kaum ein Stück zwischen zwei Kurven, das länger als 200 Meter ist, – und von hinten drücken die Busse, – Fahrer der wildesten Ausführung, sie überholen immer, auch wenn es gerade nicht geht, so manches Fahrzeug im Gegenverkehr muß dann zurückstecken, um einen Crash zu vermeiden, – aber man nimmt das mit stoischer Gelassenheit, den meisten ist das noch kein Hupen wert.
Aber auch diese Strecke, sei sie auch in noch so schlechtem Zustand, – ist mautpflichtig.
An drei Mautstellen zahle ich insgesamt 38.000 COP, umgerechnet knappe 10 Euro.
Zu deren Entlastung muß ich allerdings sagen, daß zwei von den drei Mautstellen erst Richtung Medellin waren, wo die Straßen recht ordentlich sind.
Die Landschaft, – so weit überhaupt Zeit zum Schauen bleibt, – ist ein Traum, – grün überwucherte Berge, – tiefe Täler, – üppige Vegetation, – dazwischen an die Hänge geklebte Häuser, Dörfer oder kleine Städte, in den Tälern immer wieder Bäche oder Flüße.
Hier ist Viehzucht Leidenschaft, überall grasen Rinderherden, liegen wiederkauend in der Sonne, – in der einen oder anderen Ecke fühle ich mich schon ein wenig an Österreich oder die Schweiz erinnert.
Weiter oben in den Bergen wächst Nadelwald, hier haben sich Sägereien angesiedelt, Bretter und schmale Balken werden gefertigt und direkt an der Straße zum Verkauf angeboten.
Und …
hier oben ist es angenehm kühl, – zum ersten mal seit 4 Wochen rinnt mir kein Schweiß über den Körper, die Dauersauna ist nun hoffentlich zu Ende, die Temperatur ist von schwülheißen 33 auf angenehme 24 Grad gefallen, merklich trockener ist die Luft, so könnte es gerne mal bleiben.
Nach Medellin runter wird es zwar wieder etwas wärmer, aber es bleibt angenehm.
Dann nähere ich mich der Stadt, knappe 4 Millionen Einwohner, so gar nicht meins, – aber da muß ich jetzt rein. Campingplätze gibt es nicht, zumindest nicht für Fahrzeuge wie den HerrMAN, in der Peripherie der Stadt gibt es Kleinere, wegen der Zufahrt oder den Platzverhältnissen aber nichts für uns. So muß ich wieder mal auf einen der freien Stellplätze ausweichen und habe mir einen Platz in der Nähe von Suramericana und Aquamarina ausgesucht, dazu muß ich viele Kilometer in die Stadt hinein, – ich bin überrascht, wie gut es eigentlich geht. ( N 06° 15′ 26“ W 075° 34′ 47“ )
Dort angekommen, bietet sich mir nicht mehr, als eine Parknische an einer Seitenstraße in einem Wohngebiet, – na ja, – es wird gehen, hatte mir allerdings für Silvester schon was anderes vorgestellt. Zumindest ist es ruhig hier, es herrscht kaum Verkehr und die Frequenz von Polizei und privater Security ist recht hoch. Zudem gibt es Restaurants in der Nähe, – das Silvestermenü ist also schon mal gerettet.
Tagesetappe: 196 km Gesamtstrecke: 57.075 km





































































































