Der Regen hört irgendwann am Abend auf, – die Nacht ist nicht ganz so ruhig, einige LKW kommen noch spät an und rangieren, andere fahren ziemlich früh los.
Kurz nach 9 Uhr mache ich mich auf den Weg, weiter über die 30 A oder 3 S, wie sie hier jetzt heißt. Google Maps, mit dem ich gerade navigiere, möchte allerdings nicht, daß ich da hinfahre, die Strecke sei aktuell gesperrt, und empfiehlt eine Umleitung, die mehr als 6 Stunden länger dauert und über die 113 / 114 einen weiten Umweg über recht miserable Straßen empfiehlt. Ach Mann …..
Irgendwie habe ich da keine Lust drauf und fahre trotzdem auf die 3 S, vielleicht ergibt sich dort ja eine lokale Umfahrungsmöglichkeit, oder ich kann irgendwie offroad vorbei, oder notfalls muß ich halt wieder umkehren.
Zunächst durch Abancay, eine recht große Stadt, – steil zieht sie sich den Berg hinauf, – die Straße durch die Stadt, eine unglaubliche Katastrophe, – ehemals aus Betonplatten gefertigt, sind sie mittlerweile durchweg zerbrochen, verschoben, mit tiefen Löchern durchsetzt, – oft wechselt der Verkehr einfach auf die Gegenspur, weil Fahren auf der Rechten kaum noch möglich ist, so fahren Alle im Zickzackkurs durch die Stadt. Vor der Stadt war sie eigentlich ok und nach der Stadt ist sie auch wieder absolut in Ordnung, nur die Stadt, hat man irgendwie „vergessen“.
Schon unterwegs steigt die Hoffnung in mir, daß ich irgendwie durchkomme, denn ich habe Gegenverkehr, ein gutes Zeichen, sogar LKW und irgendwann begegnet mir ein Bus, der „Cusco“ im Fahrtanzeiger stehen hat, na, das wird, der wird wohl von dort kommen.
Und tatsächlich, als ich nach etwa der Hälfte der Strecke an die angebliche Sperrung komme, – ist die aufgehoben, der Verkehr wird einseitig über die Brücke geführt. Es ist wohl an der Brücke durch einen Erdrutsch irgendwie ein Schaden entstanden, – Gelbkittel mit Helmen laufen umher, die Herrn Ingenieure beratschlagen, wie es weiter geht. Na also, ging doch, – Glück gehabt !
Die Strecke führt auch heute wieder durch die Berge, nicht mehr so hoch, wie gestern, aber eben kurvig und immer wieder aufwärts und abwärts, über einige Brücken, die Flüße und Bäche queren und gelegentlich auch durch Ortschaften und kleine Städtchen.
Die Landschaft ist herrlich grün, auch hier wird Landwirtschaft betrieben, auf den Feldern ist fast alles zu sehen, Gemüse, Mais, Kartoffeln, Bohnen, auch kleinere Obstplantagen gibt es immer wieder, dazwischen grasen Rinder und Kühe auf saftigen Weiden.
In einem der Städtchen ist heute Sonntagsmarkt und richtig viel Betrieb, – leider kann ich an solchen Orten meist nicht einfach mal stehen bleiben und dem Treiben ein wenig zuschauen, es ist immer alles total zugeparkt und auf der Straße herrscht Chaos.
So treffe ich am Nachmittag in Cusco ein, 3.600 Meter hoch liegt die Stadt, hier habe ich mir den Campingplatz „Quinta Lala“ ( S 13° 30′ 20“ W 071° 59′ 06“ ) ausgesucht, zunächst mal für ein paar Tage Ruhe, aber hier soll eventuell der HerrMAN auch über den Sommer stehen bleiben, die Möglichkeit wird angeboten, ich werde das abklären in den nächsten Tagen.
Die Zufahrt ist wieder mal einigermaßen chaotisch, ich wurde in Nasca schon vorgewarnt, nicht durch die Altstadt zu fahren, sie sei viel zu eng, also nehme ich einen weiten Bogen um die Stadt und fahre den Campingplatz von Norden an.
Leicht gesagt, denn auch die 3 S führt nicht nur außen rum, sondern auch erst mal zum Historischen Zentrum und dann wieder davon weg.
Und es kommt, wie es kommen mußte, – einmal falsch abgebogen und schon bin ich mittendrin und obwohl diese Straße eigentlich auch breit ist, ist sie für mich irgendwie zu schmal, weil rechts wieder mal alles zugeparkt ist und links die Bäume vom Mittelstreifen weit in die Straße reichen, – nunja, ich schleiche mich vorsichtig durch, und beim letzten Baum dann ist Ende, – ein relativ dicker Ast schaut weit in die Fahrbahn, den kann ich nicht ignorieren, der haut mir alles kaputt, dort oben auf dem Dach.
Uuund….. hier vor mir ist ein Stadion und wohl gerade irgendwas los, 20 Meter vor mir stehen mindestens 30 Polizisten und schauen interessiert zu.
Also, – Stop, – Warnblinker, – Ende, – erstmal raus, Lage peilen, – Hupkonzert da hinten ignorieren, – also der Ast muß weg, oder der parkende PKW rechts neben mir, – zwei Polizisten kommen schon mal, wissen aber auch nicht so recht weiter, einer der umstehenden Passanten klettert ruckzuck in den Baum und will den Ast zur Seite ziehen, schafft ihn aber nicht, – also, 1, 2, bin ich mit meiner Säge oben auf dem Dach und zusammen mit dem Passanten schneiden wir erst mal gemächlich den Baum auf EU-Norm.
Und schon geht es mit einem Gruß aus dem Horn weiter und über die richtige Straße bin ich dann nach fast 2 Stunden, die ich durch die Stadt gebraucht habe, schon fast im Dunkeln auf dem Campingplatz. War wieder spannend heute.
Tagesetappe: 215 km Gesamtstrecke: 64.029 km
















































































































































