31.01.2025 – Von Jama zu den Salinas Grandes

Die Nacht ist extrem ruhig, die Grenze wird um 21 Uhr geschloßen.
Trotz der Höhe von über 4.100 Metern ist die Temperatur gemäßigt, auf 4 Grad sinkt sie hinunter, ab 7 Uhr heizt die Sonne kräftig ein, – es ist irgendwie sehr ungewohnt für uns, – später hat es draußen 12 Grad und wir laufen im T-Shirt rum, – die Sonne machts.

Heute fahren wir weiter nach Argentinien hinein, die 52 ist unsere Straße, – wie schon auf der chilenischen Seite, eine brauchbar gut ausgebaute, breite Landstraße, meist mit geschotterten Standstreifen, in der Regel linealgerade über zig Kilometer, – wenig Verkehr, – also ideal zum Trödeln und Schauen, auch schnell mal anhalten ist meist kein Problem, – so lieben wir es.

Auch heute geht die Fahrt durch endlose Hochebenen, – wunderschöne Landschaften, – Bergmassive im Hintergrund, einige der Berge wohl über 6.000 Meter hoch, ihre Kuppen sind schneebedeckt.
Wir bewegen uns in der ersten Hälfte weiter in Höhen zwischen 4.400 und 4.000 Meter, erst am Nachmittag führt uns die Straße langsam auf etwa 3.600 Meter hinab.
Salare, Salinas, Lagunas, – sie reihen sich hintereinander, – wunderschön anzusehen, – der riesige „Salar de Olaroz“ ist bereits aus weiter Ferne sichtbar, seine weißen Flächen leuchten in der Sonne wie Schnee, – türkisblaue Wasserflächen spiegeln in der Sonne, – leider kommen wir an sie nicht näher ran. Länger als eine halbe Stunde fahren wir über und um den Salzsee, bevor wir über den nächsten Bergkamm hinüber in das nächste Hochtal gelangen.

So langsam ändert die Wüste ihr Aussehen, – wo noch ganz weit oben eigentlich Vegetationslosigkeit herrscht, erleben wir mit jedem Meter, den wir uns nach unten bewegen, wie erste, vereinzelte Grasbüschel in der Ebene stehen, dann werden sie dichter, es gesellen sich kleine Büsche dazu, – noch weiter unten ändert sich die Wüste komplett, – grüne, ginsterähnliche Büschel, dicht an dicht, vor roter Erde, das sieht gigantisch schön aus, – und noch weiter unten wachsen erste Kakteen und aus den Büschen werden vereinzelt richtige Bäume.


Und die Wüste blüht, – irgendwo zwischen diesen grünen Büscheln leuchtet es gelb und violett, – wir halten an, – das ist vielleicht toll hier, – die Büschel haben kleine Blüten ausgetrieben, – und es liegt ein unglaublicher Duft in der Luft.


Wo ganz oben in der Höhe noch Vicunjas, Lamas und Alpacas vereinzelt bei der Futtersuche zu sehen sind, sind dies weiter unten dann auch Schafe und Ziegen, vielfach auch kleinere Herden Esel und letztendlich auch eine erste Rinderherde.

Am späten Nachmittag erreichen wir die Salinas Grandes, – hier wird noch richtig Salz abgebaut, – mit schwerem Gerät wird das Salz aus dem See geholt und mit großen LKW abtransportiert. Hier wird der See auch touristisch genutzt, – Besucher können auf ihm hinaus spazieren, die unendliche Leere genießen, – vereinzelt ziehen auch Autos dort draußen ihre Runden.

Wir fahren noch 12 km weiter, zum Restaurant „La Pekana“, dort kann man mit Blick auf den See über Nacht stehen, – und mal wieder Essen gehen, wäre auch nicht schlecht.
Klappt leider nicht, das Restaurant schließt um 18 Uhr, aber ein To-Go-Menü bereitet man uns noch zu. Auch gut ! ( S 23° 39′ 50“ W 065° 45′ 53“ )

Tagesetappe: 198 km Gesamtstrecke: 68.935 km



30.01.2025 – Von San Pedro de Atacama (Chile) nach Jama (Argentinien)

Die Nächte hier auf dem Campingplatz sind mit 13 bis 15 Grad sehr angenehm, – die Tage wüstenhaft sonnig mit stahlblauem, wolkenlosen Himmel, – am Morgen noch frisch, – nachmittags sehr warm und gegen Abend eher heiß, 32 bis 34 Grad bauen sich so im Laufe des Tages auf, ein heftiger Wind bringt am Abend immer ein wenig Erfrischung, aber auch jede Menge Sand und Dreck, und es knirscht immer und überall.

Heute packen wir es an, – hinauf auf den „Paso Jama“ und hinüber nach Argentinien.
Ein wenig Spannung liegt schon in der Luft, – wird es klappen, – oder müssen wir evtl. umdrehen ?
Den Platz bezahlen, noch Brauchwasser nachfüllen, von den Nachbarn verabschieden und in der Stadt den Dieseltank randvoll machen, – Diesel ist hier mit umgerechnet 1,10 Euro auch kein Schnäppchen, aber in Argentinien kostet der Liter wohl 1,40 Euro.

Gegen 11.30 Uhr geht es aus der Stadt hinaus und hinein in den Anstieg, – etwa 150 km sind es bis zur Grenze nach Argentinien, – in den ersten 40 Kilometern steigen wir von 2.370 m ü. NN auf über 4.800 m. ü. NN, – im ersten, langen, aber gemäßigten Anstieg läuft es ziemlich gut, – als die Berge dann steiler werden, steigt auch wieder unsere Wassertemperatur, allerdings gemäßigt und bis kurz vor das obere Ende des Grünbereichs, – sozusagen alles noch im „grünen Bereich“.
Trotzdem will ich es nicht übertrieben und irgendwelchen Schaden anrichten, – fünf mal machen wir einen kurzen Stop am Straßenrand, – mit etwas erhöhter Drehzahl fällt die Temperatur relativ schnell wieder ab, dann geht es weiter.

Trotz aller Widrigkeiten übersehen wir keinesfalls diese Landschaft, die sich uns heute präsentiert. Zunächst kommen wir dem auf der linken Seite stehenden Vulkan „Licancabur“ immer näher, mit über 5.900 Metern Höhe ist er weithin sichtbar und schon seit Tagen unser ständiger Begleiter, aber so aus der Nähe wirkt er noch wesentlich mächtiger. Unsere heutige Straße, die 27, zieht sich durch eine herrliche Wüstenlandschaft mit bunten Bergmassiven, wilden Steinformationen und endlosen Ebenen.
Mit 4.825 m ü. NN erreichen wir heute unseren höchsten Punkt, und auch den höchsten Punkt unserer bisherigen Reise, – eine wunderschöne Hochebene folgt der Nächsten, – grasende Vicunjas suchen nach dem letzten Halm, der sich irgendwo aus dem trockenen Boden wagt, – der Himmel am Horizont wird zusehends schwarz, – hier in den Bergen werden wir wohl wieder unseren täglichen Regen oder das tägliche Gewitter erleben. Allerdings zeigt sich später, daß die paar Tropfen, die letztendlich aus dem bedrohlich anmutenden Himmel fallen, kaum die trockene Wüste erreichen, – nicht der Rede wert, was da ankommt.

Herrliche Salzlagunen mit grünen Grasrändern, weißen Salzflächen und blaugrün schimmernden Wasserflächen, in denen vereinzelt Flamingos stehen und Vicunjas grasen säumen unseren weiteren Weg, – mal rechts, – mal links, – wir können gar nicht so oft anhalten, wie wir gerne wollen.
Eigentlich wollen wir hier irgendwo noch vor dem Grenzübergang übernachten, – aber es ist noch früh am Tag, – wir sind gut vorangekommen und die Zufahrten zu versteckten Übernachtungsplätzen an einer der Lagunen sind auch nicht wirklich üppig, teilweise sogar mit Schranken versperrt.


So entschließen wir uns, heute noch über die Grenze zu gehen.

Der Grenzübergang hier in Jama ist ein Kleiner und los ist fast gar nichts, abgefertigt wird in einem Gemeinschaftsgebäude, Schalter 1 und 2 sind chilenisch zur Ausreise, Schalter 3 und 4 sind argentinisch, zur Einreise, – das ist doch mal praktisch.
Alles geht wunderbar und ohne Probleme, – das Personal, auch hier wieder überaus freundlich und hilfsbereit, – in knappen 40 Minuten sind wir durch und in Argentinien.


Unseren Nachtplatz finden wir direkt hinter dem Grenzübergang auf einem großen und ruhigen Parkplatz hinter der YPF-Tankstelle. ( S 23° 14′ 18“ W 067° 01′ 09“ )
Dort können wir auch 100 US-Dollar in 120.000 argentinische Pesos tauschen, damit wir fürs Erste nicht ganz ohne Bares dastehen.

Tagesetappe: 169 km Gesamtstrecke: 68.737 km



26.-29.01.2025 – In San Pedro de Atacama

Zurück auf dem Camping „Andes Nomads“ ist jetzt erst mal ein wenig Ausruhen und viel Nachdenken angesagt.
Wir haben als Nächstes auf knapp 40 Kilometern einen Anstieg um 2.500 Meter Höhe, bis hinauf auf fast 4.850 m. ü. NN vor uns und das mit unserem Temperaturproblem, so kommen wir hier nicht weg, – unmöglich.

Tag 1 wird dem „Faulenzen“ gewidmet, – langes Schlafen ist angesagt, – die letzte Nacht, oben bei den Geysiren war nicht sehr erholsam und auch kurz, – dann Einiges an Hausarbeit für Heike und ich befasse mich mit HerrMAN´s Problem, – drunter liegen, – laufen lassen, – probieren, – nachlesen, – Betriebsanleitung wälzen, – Internet und einschlägige Foren befragen, – und auch mal mit unserem Freund Klaus diskutieren, als erfahrener MAN-Fahrer weiß er immer irgend einen Rat.
Bis zum Abend kristallisiert sich mehr und mehr heraus, daß unter Umständen der Visko-Lüfter nicht richtig arbeitet, man diesen aber problemlos feststellen kann, damit er immer drehzahlabhängig mitläuft und entsprechend kühlt. Morgen fahren wir zu einem Mechaniker.

Tag 2 verbringen wir in der Werkstatt.
Nachdem uns der Mechaniker unserer ersten Wahl abweist, er ist gerade wegen Krankheit nicht LKW-tauglich, kaufen wir kurz ein paar Sachen in der Stadt und fahren dann zu Werkstatt 2 unserer Rangliste. Natürlich wartet man nicht gerade auf uns, man hat zu tun, außerdem ist gerade Mittagspause, wir sollen gegen 15 Uhr wiederkommen, da sind wir dran.
Nun, aus 15 Uhr wird 15.30 Uhr und dann kurz nach 16 Uhr, aber es geht los und der Mechaniker ist ebenfalls der Meinung, daß das zumindest keine schlechte Maßnahme ist, um das Problem lösen zu können.
Kabine kippen, – Motor laufen lassen, – andere Sachen prüfen, – Pumpe läuft, – Thermostat sollte gehen, – also der Lüfter. Das Lüfterrad muß komplett raus, – nachdem keine Blockierschraube vorhanden ist, wie wir es eigentlich erwartet hatten, hat der Mechaniker eine etwas unorthodoxe, aber wirksame Methode, das Lüfterrad auf der Welle zu blockieren.
Einbauen, – laufen lassen, – prüfen, – das funktioniert !
Nach 2 ½ Stunden sind wir fertig, umgerechnet 60 Euro sind äußerst angemessen für die Arbeit.

Tag 3 soll nun aber endgültig ein wenig Ruhe bringen, ein paar Kleinigkeiten sind „in Haus und Hof“ zu erledigen. Punkt 1 von 3 haben wir gerade erledigt, als uns der Notruf von Doreen und Yannik erreicht. Die beiden haben mit ihrem Landy schon in Cusco/Peru und Sucre/Bolivien neben uns gestanden und auch die letzten beiden Tage hier. Heute früh haben wir uns verabschiedet und nun stehen sie knappe 50 km von hier mitten in der Atacama-Wüste mit defektem Auto und nichts geht mehr, irgendein Lager an der Kupplung ist hinüber, der Landy steht.

Wir packen zusammen, fahren los und schleppen sie dort weg, zurück auf den Campingplatz.
Gleichzeitig eine kleine Probefahrt für unseren reparierten HerrMAN, und was soll ich sagen, – in den starken Steigungen, die uns Richtung „Calama“ erwarten, wird er wieder zu warm, drei mal halten wir an, um ihn nicht zu überhitzen ! Also Schei…benkleister, das war Nichts.
Wir wissen nicht, ob wir den Landy wirklich schleppen können, aber wir probieren es, – ja, – und es funktioniert, – wir haben kaum Steigungen und die Temperatur bleibt einfach ganz normal im unteren Grünbereich, – ich habe keine Ahnung, was das für ein Phänomen ist.
Nunja, wir sind zurück, – Alles hat geklappt, knappe 4 Stunden hat es gedauert.
Den Abend verbringen wir mit Internetrecherchen und Nachdenken, was das sein könnte und beschließen, morgen noch einmal die Werkstatt aufzusuchen.

Tag 4 verbringen wir wieder in der Werkstatt, – wir checken noch einmal alle Möglichkeiten durch, lassen einen kompletten Motorölwechsel mit Filterwechsel machen, der ist eh schon überfällig und prüfen auch den Ölstand im Getriebe, dort ist etwas zu viel drin, was wir ablassen.
Mehr fällt uns zu dem Thema nicht ein, auch der Mechaniker hat keine Idee mehr zu diesem Thema.
Morgen fahren wir in die Berge, es muß ja irgendwie weitergehen, drüben auf der argentinischen Seite, in „Salta“, gibt es einige LKW-Werkstätten, wir müssen irgendwie dort hin kommen, – das wird spannend.


Wir sind weiter auf dem Camping „Andes Nomads“. ( S 22° 58′ 53“ W 068° 10′ 58“ )

Tagesetappe: 35 + 122 + 38 km Gesamtstrecke: 68.568 km



25.01.2025 – Vom Geysir El Tatio nach San Pedro de Atacama

Wir sind ganz alleine hier oben auf dem Parkplatz des Besucherzentrums.
Die Nacht ist sternenklar, – kein Kunstlicht trübt den Blick auf den Sternenhimmel, – und es ist bitterkalt, – bis auf 0 Grad sinkt die Temperatur, – wir sind auf 4.300 m ü. NN.
Wir schlafen beide ziemlich schlecht, haben Kopfweh und kriegen schlecht Luft.
Wahrscheinlich war der Anstieg von knapp 2.400 m. ü. NN herauf auf 4.300 m ü. NN innerhalb von 4 Stunden doch etwas zu heftig.

Unser Wecker klingelt um 06.15 Uhr, – ein erster Blick aus dem Fenster läßt uns entsetzt aufschrecken, – auf der einzigen Zufahrtstraße steht eine mindestens 300 Meter lange Schlange an Fahrzeugen, – ihre Lichter wirken gespenstisch und die gesamte Szene irgendwie irreal, – hier oben, mitten im Nichts, – wo wir doch eigentlich ganz alleine sind, staut sich mitten in der Nacht bei völliger Dunkelheit der Straßenverkehr ??? Unglaublich !

Nunja, nach einer halben Stunde, – bis wir uns dick eingemummt und mit festem Schuhwerk ausgerüstet haben, hat sich der erste Ansturm gelegt.
Im Besucherzentrum nebenan holen wir uns unsere Tickets, 10 Minuten anstehen, umgerechnet 15 Euro pro Person kostet das Ticket.
Dann können wir los, mit dem Fahrzeug geht es noch einmal etwa 2 Kilometer hinaus in das Thermalfeld. Mittlerweile schwindet die Dunkelheit und der Tag bricht an, über dem Thermalfeld sind die Dampfsäulen der Geysire bereits aus der Ferne zu sehen.

Dort angekommen ist, wie schon erwartet, unglaublich viel los, – jede Menge Kleinbusse karren Touristen aus dem weiten Umkreis hierher, aber auch mit PKW´s finden viele Schaulustige den Weg nach hier oben. Naja, in der Weite des Feldes verlaufen sich die Massen doch ein wenig und wir begeben uns auf einen Spaziergang durch die brodelnden und blubbernden Löcher, – hört sich schon gespenstisch an, – einige spucken heißes Wasser in die Höhe, – naja, dem „Old Faithfull“ machen sie gerade keine Konkurrenz, 50 bis 75 Zentimeter hoch sprudelt an manchen Stellen das Wasser, aber in der Summe ist es schon sehenswert.

Wir fahren ein Stück weiter, auf der anderen Seite des Thermalfeldes ist das „Bad“, hier lassen sich einige Besucher in Thermalbecken nieder, – bei diesen frostigen Temperaturen sicher auch ganz lustig. Für uns eher nicht.

Wir fahren zurück auf den Parkplatz, Heike bereitet ein ausgiebiges Frühstück, schöner heißer Kaffee ist jetzt genau das Richtige um wieder auf Temperatur zu kommen.

Dann fahren wir zurück, es sind etwa 100 Kilometer nach unten und wieder fast 2.000 Meter Höhenunterschied. Die Strecke ist die selbe, es gibt nur Diese, bei der Lagune mit den Flamingos legen wir eine längere Pause ein.

Das „Temperaturproblem“ haben wir heute nicht, es geht ja (fast) nur nach unten oder geradeaus.
Gegen Abend sind wir wieder auf dem Camping „Andes Nomads“ zurück. ( S 22° 58′ 53“ W 068° 10′ 58“ )

Tagesetappe: 104 km Gesamtstrecke: 68.373 km

24.01.2025 – Von San Pedro de Atacama zum Geysir El Tatio

Gegen 11 Uhr können wir uns endlich losreißen, zunächst durch das Städtchen, dort auf die B 245, sie wird uns nach etwa 100 km Erd- und auch einigen Stücken Wellblechpiste auf 4.300 Meter ü. NN zu den Geysiren bringen.

Die Piste ist gar nicht übel, stellenweise gehen 70 km/h, – nur tückischerweise kommen dann plötzlich miserable Stücke, die eigentlich nur im Schneckentempo zu passieren sind, – bis ich es jeweils merke, hat es schon jämmerlich gescheppert unter den Rädern, – tut echt weh !

Die ersten 25 km laufen gut, dann passiert uns ein Mißgeschick, – wir biegen falsch ab.
Ist allerdings nicht so ganz unsere Schuld, die B 245 geht rechts weg, die eigentlich bessere Strecke nennt sich hier B 223 und geht links weg, – also eindeutig rechts weg.
Nach etwa 8 km wird sie dann echt grottenschlecht, löcherig, ausgewaschen, ausgebrochen, ich brauche den Allradantrieb, – das kann es doch nicht sein, – eigentlich wird die Strecke als recht gut beschrieben ? Der Blick ins Navi klärt auf: Aus der vermeintlichen B 245 (rechts weg) wird später die B 221 und aus der (falschen) B 223 wird später wieder die B 245.
Also irgendwie auf die falschen Bezeichnungen reingefallen, – umdrehen und etwa 10 Kilometer zurück.

Dann geht die ürsprüngliche B 245 recht brauchbar weiter, – die Wellblechstücke und einige Löcher bleiben, aber es geht voran.
Und die Landschaft wird echt klasse hier oben, – tiefe Canyons zwischen rauhen Felsen, – weite Täler, bretteben, – ehemalige Salare, – teilweise wächst ein wenig Gras zwischen dem Nichts, – Vicunjas finden selbst den letzten, versteckten Stengel.

Kleine Lagunen tauchen neben der Straße auf, – herrlich anzuschauen, leicht begrünt, mit einem weißen Mineralienrand, – Flamingos und Andengänse stehen im Wasser, – die nahen Berge und der blaue Himmel spiegeln sich im glatten Wasser wieder. Hier könnte man gerade stehen bleiben.

Unser Temperaturproblem taucht in starken Steigungen wieder auf, – wir werden am Montag dann doch eine Werkstatt aufsuchen müssen, – mal schauen, was die evtl. finden können, – aus meiner Sicht ist eigentlich alles in Takt, – trotzdem erreicht der HerrMAN für mein Gefühl unter Volllast, in langen Steigungen zu hohe Temperaturen.

Kurz nach 16 Uhr (das war knapp, um 16.30 Uhr wird der Parkplatz geschlossen) erreichen wir den Parkplatz am Besucherzentrum der Geysirregion. ( S 22° 21′ 04“ W 068° 00′ 55“ )
Wir werden hier übernachten und morgen früh um 7 Uhr am Geysir sein, denn dieser ist nur am Morgen aktiv und stellt bis spätestens um 9 Uhr seinen Dienst ein.

Tagesetappe: 115 km Gesamtstrecke: 68.269 km



23.01.2025 – Ruhetag in San Pedro de Atacama

Das „Desert Camp Andes Nomads“ ist ein toller Platz zum „Abhängen“, – ruhig, – abseits gelegen, – schattig, – das Wetter ideal, – am Tag 25 bis 27 Grad, – die Nächte sind frisch, 12 Grad, – wie das halt in der Wüste so ist.

Also ist heute mal Faulenzen angesagt, – Lesen, – ein wenig Schreiben, – Tourplanung für die nächsten Tage machen.

Nun, so ganz gelingt mir das „Faulenzen“ dann doch nicht, – das „Temperaturproblem“ vom HerrMAN bereitet mir Kummer, – ich stöbere mal durchs Internet, manchmal hat es dort vernünftige Tips, – dann werfe ich den Blaumann an und prüfe noch einmal alle Möglichkeiten durch, die das Problem machen könnten. Dabei finde ich neben den 2 Keilriemen, die ich schon geprüft habe, – ganz weit oben, – dort wo kein Mensch mehr hinkommt, nochmal zwei, – den Antrieb für die Wasserpumpe, – und die sind nicht wirklich stramm.
Also, – volles Programm, – Fahrerhaus kippen, – spannen geht nur von oben, – in 30 Minuten bin ich fertig und hege die Hoffnung, daß das Problem behoben sein könnte.
Morgen fahren wir in die Berge, – dort wird es sich zeigen.

Für heute gilt weiter, – Füße hoch, – ausruhen.

Tagesetappe: 0 km Gesamtstrecke: 68.154 km



22.01.2025 – Von Calama nach San Pedro de Atacama

Irgendwann spät am Abend riegelt die Security den Parkplatz komplett ab und öffnet erst wieder um 08.30 Uhr in der Früh. Gut so.
Die Nacht ist ruhig, – hier und da hört man ein wildgewordenes Motorrad laut brüllend durch die Stadt rasen, – naja, – auch nicht wirklich tragisch.

Heute haben wir eigentlich die Besichtigung der riesigen Kupfermine „Chuquicamata“ auf dem Plan. Am Visitorcenter der Bergwerksgesellschaft soll angeblich um 13 Uhr ein Bus die Besucher zur Mine bringen. Wir fahren hin, – uuund ….
– nichts ist da, – das Gebäude ist mit hohen Zäunen eingehaust und abgeschloßen, – eine Dame von der Security kommt an den Zaun und bringt mir auf Nachfrage einen Prospekt. Ihre Auskunft, daß wir per Mail um einen Termin anfragen müssen und auf die Antwort warten sollen, ist reichlich unbefriedigend. Außerdem gibt es hier, wider Erwarten, keinerlei Möglichkeit, den HerrMAN irgendwie gesichert für die Zeit des Ausfluges abzustellen. Das ist nun alles ziemlich blöd und unbefriedigend.
Heike hat irgendwo gelesen, daß das Besucherzentrum von 11 bis 14.30 Uhr nicht besetzt sei, so fahren wir tanken und erledigen andere Dinge, um nach 14.30 Uhr noch einmal vorstellig zu werden. Aber nichts ist anders, – das Office dauerhaft geschlossen, – nun haben wir keine Lust mehr, – so sehenswert kann keine Mine sein, daß wir tagelang auf einen Besichtigungstermin warten und dann evtl. noch den HerrMAN geknackt kriegen. Nein, – sorry, wir sind dann mal weg.

Wir machen uns raus auf die 23, etwa 100 km quer durch die Wüste nach „San Pedro de Atacama“.
Zunächst ist die Wüste eben und gerade, – halt so eintönig wie gestern schon, – erst einige Kilometer vor der Stadt wird sie „aufregend“ und richtig schön. Hügel und Berge, Täler und tiefe Canyons haben sich in den Wüstenboden eingegraben, am Horizont tauchen hohe Berge auf, Vulkankegel, – so lieben wir das.

Unterwegs steigt die Wassertemperatur des HerrMAN wieder zu hoch, – nicht ganz so wie gestern, aber unnormal und im Wissen der über 4.000 Meter hohen Pässe vor uns ein NoGo.
Am Abend blase ich Kühler und Luftfilter sauber, mehr kann ich im Moment nicht tun.
Wir fahren übermorgen noch einen Ausflug, – mal schauen, ob sich etwas verändert, – ansonsten ist wohl erst mal irgendwie Werkstatt angesagt.

Für heute haben wir uns den Campingplatz „ Andes Nomads, Desert Camp“ ausgesucht, einen recht angenehmen Platz, mit Stellplätzen im Schatten von Bäumen und einem Pool. ( S 22° 58′ 54“ W 068° 10′ 57“ ) Hier werden wir wohl auch mal eine Pause einlegen.

Tagesetappe: 122 km Gesamtstrecke: 68.154 km



21.01.2025 – Von der Oase Pica nach Calama

Der Sonnenuntergang in der Wüste, – traumhaft, – fast wie am Meer.
Die Nacht ist wieder herrlich still, – irgendwann ist das Kläffen einer ganzen Hundemeute am Zaun zu hören, – nur kurz, – dann sind sie weg.

Die Nacht ist angenehm kühl, aber alles andere als kalt, – die Tagestemperatur von 27 Grad geht runter auf 15, – angenehmer Schlaf ist da garantiert.

Am Morgen machen wir uns los, – zunächst besorgen wir uns im örtlichen „Mercado“ ein wenig Obst aus der Oase, – mal schauen, wie das schmeckt.
Dann fahren wir die etwa 30 km auf der A 75 schnurgerade nach Westen, – dort auf die Routa 5, die alte „Panamericana“, etwa 200 km schnurgerade nach Süden, (naja, 2 kleine 15 ° Bogen macht die Straße wohl doch und im Bereich „Quillagua“ sogar ein paar leichte Kurven), dann an einer Kreuzung 90 Grad nach links, auf die 24 und dort nochmal 70 km schnurgeradeaus nach Osten, um letztendlich in „Calama“ einzutreffen.

Die Fahrt durch die Atacama-Wüste ist ziemlich langweilig, – brettebene Flächen, – kaum Hügel oder gar Berge, – die Wüste selbst eigentlich ohne Sand, wie man sich Wüste eben so vorstellt, – nein, rotbraune Erde, grauer Staub, manchmal Steine, – wir dazwischen auf der astrein asphaltierten Landstraße, mit 85 km/h „fliegen“ wir durch die Einsamkeit.
Kurz vor „Quillagua“ ist eine Permanentkontrolle der „Aduana“ für die Fahrzeugpapiere, – kurz anhalten, vorzeigen, Stempel drauf und weiter, – alles problemlos.
Dann folgt ein kurzer Abschnitt „schöne“ Wüste, – hügelig, – kurvig, – Sand und Fels wechseln sich ab, – links das Bett des „Rio Loa“, naja eher des Baches „Loa“, trotzdem reicht sein Wasser aus, um das Tal zu begrünen, – schön anzusehen.

Dann geht es eintönig weiter, bis wenige Kilometer vor „Chuquicamata“ Hügel, Berge und Kurven für etwas Abwechslung sorgen.
In einem langen Anstieg sendet der HerrMAN plötzlich ein „STOP-Signal“ wegen Überhitzung, – sehr ungewöhnlich, da hat er aber schon andere Hitze und mächtigere Anstiege gut überstanden. Trotzdem halten wir mal 10 Minuten an, die Pause tut ihm gut, hinter dem Berg in der Talfahrt kühlt er runter auf Normaltemperatur.
Keine Ahnung, was das jetzt gerade war, – Wasser, Öl, Keilriemen, Lüfter, – alles scheint zu funktionieren, – muß ich morgen unbedingt im Auge behalten, hoffe, daß nur kurz irgendetwas nicht geschaltet hat.

Gegen 18 Uhr sind wir in „Calama“, – spät geworden, – sind ja auch über 300 km geworden, und in der Wüste sieht es verdammt mau aus mit Übernachtungsplätzen.
Heike möchte noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen, außerdem hat sie gelesen, daß man hier auf dem „Lider-Supermarktparkplatz“ gesichert übernachten kann. Das paßt doch, – auch die Security vor Ort stimmt dem zu. Danke. ( S 22° 28′ 09“ W 068° 55′ 57“ )

Tagesetappe: 328 km Gesamtstrecke: 68.032 km



20.01.2025 – Von Iquique zur Oase Pica

Der Pazifik ist laut an dieser Stelle, die Wellen klatschen gegen die Felsen unterhalb unseres Stellplatzes. Tja, und da zeigt sich auch der Unterschied zwischen Autobahn und normalen Straßen, während in vielen anderen Städten nachts kaum Verkehr zu hören ist, hört man hier das Rauschen des Verkehrs und das Dröhnen der Motoren von der Autobahn, die etwas entfernt an unserem Nachtplatz vorbeiführt.

Gegen 11 Uhr machen wir uns auf diese Autobahn, die A1 nach Norden, sie führt durch die Stadt, macht im Norden eine 180-Grad-Wende und führt dann als 16 nach Osten, wo sie auf die Routa 5 trifft, die alte „Panamericana“, die durch die Atacama-Wüste wieder nach Süden führt.
Wir sind überrascht über diese Stadt, „Iquique“, – eine Skyline aus Hochhäusern, – kilometerlange Strände, – Uferpromenade, – Hotels, – „Klein-Acapulco“ fällt mit dazu spontan ein.

Nach der 180-Grad-Wende geht es zurück in die Berge und hinaus in die Wüste, – steil windet sich die Autobahn nach oben, – auf dem Plateau hat sich Industrie und Gewerbe angesiedelt, – nach einigen Kilometern enden dann die Ansiedlungen und auch der Verkehr wird wesentlich weniger, wir sind wieder bei etwa 1.300 Metern ü. NN angelangt.

Heute besichtigen wir die alte „Salpeterstadt Humberstone“, – zwischen 1872 und 1960 wurde hier und in der Nachbarstadt „Santa Laura“ Salpeter im großen Stil abgebaut und in alle Welt geliefert. „Humberstone“ war eine von den Minenbesitzern für die Arbeiter und ihre Familien gebaute Stadt mit Wohnungen, Einkaufs- und Vergnügungsmöglichkeiten, – heute eine verwaiste Geisterstadt.
Alte Maschinen, Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände, Loren und Eisenbahnen sind ausgestellt, die Wohnungen, Läden, das Krankenhaus, die Kirche und ein Theater sind zu besichtigen und geben einen recht guten Einblick in die damalige Arbeits- und Lebenswelt.

Am Nachmittag fahren wir weiter nach Süden, – die Wüste ist flach und eintönig, – mit der „Pampa del Tamarugal“ tauchen plötzlich Wälder neben der Straße auf, – Tamarugobäume, tamariskenähnliche Gewächse stehen hier, ihre bis zu 12 Meter tief reichenden Wurzeln finden anscheinend immer noch ein wenig Wasser unter der Wüste, um zu überleben, auf über 25.000 Hektar gelingt ihnen das noch.

Wir biegen links ab auf die A 75, sie führt schnurgerade etwa 30 km nach Osten, auf die A 665 und zur kleinen Oase Pica. Hier wird es plötzlich grün, es werden Trauben, Mangos, Datteln und vor allem Limonen angebaut, die landesweit den Ruf haben, die Besten zu sein.
Auf dem Campground „Intirai“ lassen wir uns für die Nacht nieder. ( S 20° 29′ 27“ W 069° 19′ 40“ )

Tagesetappe: 158 km Gesamtstrecke: 67.704 km



19.01.2025 – Von Tocopilla nach Iquique

Am Strand nebenan ist noch richtig was los am Abend, – laute Musik bis tief in die Nacht, – Stimmen, – Lachen. Die Chilenen geniessen ihren Samstagabend.

Der Morgenhimmel ist ein wenig bedeckt, bei 24 Grad absolut kein Problem, – sehr angenehmes Wetter hier am Meer.
Gegen 11 Uhr machen wir uns los, raus auf die A 1 und Richtung Norden.
Die Straße ist gut ausgebaut, – wir kommen flott voran, – sie führt fast 200 km direkt an der Küste entlang, – rechts immer die Berge der Küstencordillere, – links der Pazifik mit seinen teilweise heftigen Wellen, aber auch sanften Buchten, – Playa für Playa reihen sich aneinander, – viele belagert mit Zelten, Pavillons und Autos, teilweise kleine Camps mit Wohnwagen und Wohnmobilen, – Angler stehen an den Stränden oder auf den Klippen und versuchen ihr Jagdglück.

Die paar wenigen Ansiedlungen rechts und links der Straße machen einen „ärmlichen“ Eindruck, überwiegend „Bretterbuden“ auf Stelzfundamenten, windige Zäune drumherum, oft aus alten Paletten oder auch aus alten Holzpfosten und rostigen Blechplatten zusammengestellt, – leider ist auch hier das Müllproblem unübersehbar, das Zeug wird einfach irgendwo in eine Mulde geworfen, der Wind tut ein Übriges und verteilt Alles in der Wüste.
Erst am Abend, als wir „Iquique“ erreichen, sehen wir auch wieder Steinhäuser, die Stadt selbst hat eine Skyline aus Hochhäusern, die sich am Meer entlangreihen.

Auffallend viele Busse sind auf der Strecke unterwegs, heute am Sonntag auch einige LKW, insgesamt jedoch ist der Verkehr eher gemäßigt bis ruhig.
Etwa 30 km vor unserem Tagesziel „Iquique“ mutiert die gut ausgebaute Landstraße zu einer echten Autobahn, – blitzsauber asphaltiert mit Standstreifen und doppelter Mittelleitplanke.
An einer Mautstation zahlen wir etwa 1,50 Euro Maut.

Gegen 16 Uhr treffen wir dann am Camping „Cabanas Las Lomas de Tres Islas“, kurz vor der Stadt „Iquique“ ein. ( S 20° 18′ 31“ W 070° 08′ 09“ )

Tagesetappe: 198 km Gesamtstrecke: 67.546 km