Nebenan in einer Halle findet wohl gerade ein Symposium junger Musiker statt, – bis tief in die Nacht sind dezente Gitarrenklänge und Chorgesänge aus der Ferne zu hören.
Die Nacht ist dann wieder mal friedlich und still.
Heute haben wir nicht viel vor, – ein wenig die „Colonias Unidas“ anschauen, – die Gegend hier wurde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von Deutschen besiedelt und landwirtschaftlich erschlossen. Die einzelnen „Kolonien“ liegen verstreut um die Hauptorte „Hohenau“, „Obligado“ und „Bella Vista“.
Gegen 11 Uhr fahren wir hinaus auf die 6 und ein Stück nach Norden.
Am Besten erkundet man „Geschichte“, in dem man den örtlichen Friedhof besucht, hier in „Hohenau“ halten wir an und schlendern eine Weile durch die Grabreihen, gut die Hälfte aller Grabmale sind mit deutschen Namen wie „Dietze“, „Müller“, „Schöller“, „Krug“ und vielen Anderen beschriftet.
Zunächst fahren wir hinauf nach „Bella Vista“, fahren langsam durch die Straßen des Ortes, optisch kann man den deutschen Hintergrund bei einigen Häusern gut erkennen, und auch dort und in „Obligado“, das wir als nächstes besuchen sind immer wieder deutsche Namen an Geschäften angeschrieben, so z.B. das Hotel Müller, oder Hotel Kegler, Immobilien von Knobloch, das Eco Museum Alfredo Sitzmann oder in „Hohenau“ das historische Museum Edwin Krug.
Einige Werbetafeln oder die Willkommensgrüße am Ortseingang sind neben spanisch und englisch auch in deutscher Sprache angeschrieben.
In „Obligado“ füllt Heike im Supermarkt noch einmal unsere Bestände auf und ich besuche kurz den Baumarkt, um ein paar Sachen einzukaufen, die wir noch für den HerrMAN brauchen.
In der Zwischenzeit haut wieder mal das tägliche Gewitter unglaubliche Wassermassen vom Himmel, die abschüßige Straße vor dem Supermarkt wird innerhalb von Minuten zum reißenden Fluß. Auch heute fällt die Temperatur für die Zeit des Gewitters von 35 auf 25 Grad, die Luftfeuchtigkeit steigt dafür auf annähernd 100 %, das macht die leichte Abkühlung nicht wirklich angenehmer.
Gegen 17 Uhr kommen wir auf den Campingplatz zurück, – Feierabend !
Denkste !
Wir tanken gerade noch etwas Wasser in den HerrMAN, als Heike ein Zischen hört, – die Herkunft ist schnell entdeckt, im hinteren rechten Reifen steckt ein Nagel in der Lauffläche, – so ein Mist aber auch.
Wir fahren gleich los, zurück in die Stadt, – dort neben dem Baumarkt hatten wir eine große Reifenfirma gesehen, – ein erster kurzer Stop bei einer anderen Reifenwerkstatt ist erfolglos, dort schließt man gerade die Tore.
Bei „Hiper“, neben dem Baumarkt nimmt man uns noch dran, zwei Jungs kümmern sich um das Problem und können den Reifen reparieren, – danke für den schnellen und guten Service.
Zweiter Versuch, Feierabend zu haben, – es ist fast 19 Uhr, als wir am Camping ankommen, unser Platz von letzter Nacht ist mittlerweile besetzt, – nicht daß da kein Platz mehr wäre, aber es war der Einzige, der einigermaßen gerade ist, – egal, – Keile drunter, und gut ist es.
Im Restaurant am Platz gönnen wir uns heute wieder ein gutes Essen, neben der Bedienung sprechen wohl andere Gäste auch noch deutsch, – eine ältere Dame wünscht uns beim Weggehen mit einem verschmitzten Grinsen ein „Schönen Abend noch und Gute Nacht“.
Tagesetappe: 43 km Gesamtstrecke: 71.818 km





































































































