28.02.2025 – „Colonias Unidas“ – Vereinigte Kolonien

Nebenan in einer Halle findet wohl gerade ein Symposium junger Musiker statt, – bis tief in die Nacht sind dezente Gitarrenklänge und Chorgesänge aus der Ferne zu hören.
Die Nacht ist dann wieder mal friedlich und still.

Heute haben wir nicht viel vor, – ein wenig die „Colonias Unidas“ anschauen, – die Gegend hier wurde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von Deutschen besiedelt und landwirtschaftlich erschlossen. Die einzelnen „Kolonien“ liegen verstreut um die Hauptorte „Hohenau“, „Obligado“ und „Bella Vista“.
Gegen 11 Uhr fahren wir hinaus auf die 6 und ein Stück nach Norden.
Am Besten erkundet man „Geschichte“, in dem man den örtlichen Friedhof besucht, hier in „Hohenau“ halten wir an und schlendern eine Weile durch die Grabreihen, gut die Hälfte aller Grabmale sind mit deutschen Namen wie „Dietze“, „Müller“, „Schöller“, „Krug“ und vielen Anderen beschriftet.

Zunächst fahren wir hinauf nach „Bella Vista“, fahren langsam durch die Straßen des Ortes, optisch kann man den deutschen Hintergrund bei einigen Häusern gut erkennen, und auch dort und in „Obligado“, das wir als nächstes besuchen sind immer wieder deutsche Namen an Geschäften angeschrieben, so z.B. das Hotel Müller, oder Hotel Kegler, Immobilien von Knobloch, das Eco Museum Alfredo Sitzmann oder in „Hohenau“ das historische Museum Edwin Krug.
Einige Werbetafeln oder die Willkommensgrüße am Ortseingang sind neben spanisch und englisch auch in deutscher Sprache angeschrieben.

In „Obligado“ füllt Heike im Supermarkt noch einmal unsere Bestände auf und ich besuche kurz den Baumarkt, um ein paar Sachen einzukaufen, die wir noch für den HerrMAN brauchen.
In der Zwischenzeit haut wieder mal das tägliche Gewitter unglaubliche Wassermassen vom Himmel, die abschüßige Straße vor dem Supermarkt wird innerhalb von Minuten zum reißenden Fluß. Auch heute fällt die Temperatur für die Zeit des Gewitters von 35 auf 25 Grad, die Luftfeuchtigkeit steigt dafür auf annähernd 100 %, das macht die leichte Abkühlung nicht wirklich angenehmer.

Gegen 17 Uhr kommen wir auf den Campingplatz zurück, – Feierabend !
Denkste !
Wir tanken gerade noch etwas Wasser in den HerrMAN, als Heike ein Zischen hört, – die Herkunft ist schnell entdeckt, im hinteren rechten Reifen steckt ein Nagel in der Lauffläche, – so ein Mist aber auch.
Wir fahren gleich los, zurück in die Stadt, – dort neben dem Baumarkt hatten wir eine große Reifenfirma gesehen, – ein erster kurzer Stop bei einer anderen Reifenwerkstatt ist erfolglos, dort schließt man gerade die Tore.
Bei „Hiper“, neben dem Baumarkt nimmt man uns noch dran, zwei Jungs kümmern sich um das Problem und können den Reifen reparieren, – danke für den schnellen und guten Service.

Zweiter Versuch, Feierabend zu haben, – es ist fast 19 Uhr, als wir am Camping ankommen, unser Platz von letzter Nacht ist mittlerweile besetzt, – nicht daß da kein Platz mehr wäre, aber es war der Einzige, der einigermaßen gerade ist, – egal, – Keile drunter, und gut ist es.

Im Restaurant am Platz gönnen wir uns heute wieder ein gutes Essen, neben der Bedienung sprechen wohl andere Gäste auch noch deutsch, – eine ältere Dame wünscht uns beim Weggehen mit einem verschmitzten Grinsen ein „Schönen Abend noch und Gute Nacht“.

Tagesetappe: 43 km Gesamtstrecke: 71.818 km

27.02.2025 – Von Los Cedrales nach Hohenau

Der Abend mag mal wieder nicht abkühlen, es ist schwülheiß.
An der nahen Straße rollen noch lange die schweren LKW vorbei, – direkt vor unserem Stellplatz liegt einer dieser „blöden“ Topes über die Straße, – jedes Fahrzeug wird zum Abbremsen gezwungen, – bei den LKW kreischen oft die Bremsen, viele fahren einfach zu schnell drüber und die Auflieger scheppern jämmerlich laut, beim Wiederanfahren röhrt es entsprechend, – PKW und Motorräder oder Mopeds geben nach dem Bremsschweller mächtig Gas, die Verzögerung muß ja irgendwie wieder „rausgeholt“ werden, – so heulen die Motoren laut, die der Mopeds am Lautesten.
Nunja, irgendwann gegen 23 Uhr ist dann Ruhe und auch der jämmerlich kläffende Hund aus der Nachbarschaft wird irgendwann müde.

Bereits um 6 Uhr in der Frühe beginnt der Terror wieder, gegen 7 Uhr „fallen“ wir dann endgültig aus dem Bett, – das gab es bei uns auf der gesamten Reise noch nicht, – an Schlaf ist nicht mehr zu denken.

So sind wir dann heute auch früher auf der Straße, schon kurz vor 10 Uhr fahren wir los, raus auf die 7 und ab nach Süden, später auf die 6, – die einst von vielen Deutschen besiedelten Gebiete bei „Bella Vista“, „Obligado“ und „Hohenau“ sind unser heutiges Ziel.

Die 7 ist eine gut ausgebaute, relativ breite Landstraße mit Seitenstreifen, – sehr wenig befahren, – LKW fahren überhaupt keine auf ihr, – sie führt die ersten 120 km schnurgerade durch das Land.
Sehr entspanntes Fahren, wir kommen gut voran.


Die Landschaft ? Fast wie bei uns in Deutschland, grüne Wälder, leuchtend grüne Ackerflächen und hier und da kleine Dörfer, – lediglich die Erde, also Anbauflächen, unbefestigte Wege und Hofflächen sind wieder rot, auch viele Asphaltstraßen haben diese Farbe, weil der letzte Gewitterregen wieder mal viel sandige Erde über die Straßen gespült hat.
Auf den Ackerflächen steht Mais, – Mais in allen Wachstumsstadien, – frisch ausgesät, – kniehoch, – hüfthoch oder auch erntereif, – Mais, so weit das Auge reicht, über viele, viele Kilometer, sicher tausende Hektar, dazwischen stehen die Betriebe der Erzeuger, riesige Anlagen mit Reihensilos, die schon aus der Ferne gut zu sehen sind, – in den Höfen oder offenen Unterstellhallen Unmengen von Maschinen, – in den Dörfern oder Kleinstädten an der Strecke unzählige Landmaschinenhändler und Reparaturbetriebe, – Fuhrbetriebe, die sich um den Transport der Produkte und Maschinen kümmern. Beeindruckend.

Unterwegs zahlen wir an einer Mautstelle ca. 2,20 Euro, – auf der weiteren Strecke fahren plötzlich auch wieder LKW, irgendwie kennen die wohl eine Route, die die Mautstelle umfährt.
Auf den letzten Kilometern der 7 wird diese dann schmal und der Belag schlechter, bis wir auf die 6 wechseln, dann läuft es wieder.

Die Temperatur stoppt heute bei 33 schwülen Grad, am frühen Nachmittag bricht das (fast) alltägliche Gewitter mit heftigem Regen über uns herein, zwingt uns zu einem kurzen Stop. Im Nu ergiessen sich rote Sturzbäche aus allen Seitenwegen und überschwemmen kurzzeitig die Straße.
Die Temperatur ist gleich mal 10 Grad niedriger, die Luftfeuchtigkeit wohl bei 100 % angelangt.
Trüb und bewölkt bleibt es bis zum späten Nachmittag, als wir „Bella Vista“ erreichen.
Wir fahren direkt durch bis „Hohenau“, – Sightseeing machen wir morgen.

Für heute ist Schluß, im Camping „Parque Manantial“ kommen wir für heute und morgen unter. ( S 27° 05′ 06“ W 055° 39′ 49“ )
Stellplatz im Wäldchen, zwei Pools und blitzsaubere Duschen, dazu ein Restaurant mit deutschsprechender Bedienung, – perfekt !

Tagesetappe: 219 km Gesamtstrecke: 71.775 km

26.02.2025 – Von Foz do Iguacu (Brasilien) nach Los Cedrales (Paraguay)

Zwischen Visitorcenter, Vogelpark und unserem Camping liegt der Hubschrauberlandeplatz, es werden Flüge über die Wasserfälle angeboten und offensichtlich reichlich genutzt.
Schon heute Mittag, draußen an den Wasserfällen, war immer wieder das laute Knattern der Rotorblätter zu hören und jetzt erst recht, als direkte Nachbarn, – im 10-Minuten-Takt knattert der Hubschrauber über unsere Köpfe auf seinen Landeplatz, um sich Minuten später mit neuen Passagieren wieder knatternd in die Luft zu erheben. Dankenswerterweise ist wohl um 18 Uhr Feierabend und es kehrt Ruhe ein.

Wenn da nicht in gar nicht so weiter Ferne der örtliche Flughafen wäre.
Zwei bis drei mal in der Stunde startet oder landet eine Passagier- oder Frachtmaschine, – wir können sie wegen der dichten Baumkronen über uns nicht sehen, aber am Sound der Triebwerke ist unschwer zu hören, daß sie wohl nicht sehr hoch über uns hinwegfliegen.

Naja, ansonsten ist der Abend noch reichlich schwül, die Nacht geht dann ganz in Ordnung, es kühlt ein wenig ab, – am Morgen um 7 fährt die Müllabfuhr neben uns, um die Tonnen zu leeren.
Nur wenige Minuten später kommt eine Nasenbärenfamilie aus dem Wald, Einer schwingt sich oben auf den Deckel der Mülltonne, schmeißt sie um, – dann wird nach den Resten gesucht, die die Müllmänner zurückgelassen haben. Offensichtlich wenig bis gar nichts, denn so schnell wie sie kamen, gehen sie auch wieder.

Wir fahren dann auch, knapp einen Kilometer nur, auf den Parkplatz am Visitorcenter und zu Fuß rüber in den Vogelpark, umgerechnet 15 Euro pro Person kostet der Eintritt, etwa 2,5 Stunden dauert der Rundweg durch den tropischen Wald.
Nun ja, es ist irgendwie ein Zoo, ja, – aber die Fülle an sehenswerten und seltenen Vögeln aus Südamerika und die sehr großzügig und schön gestalteten Volieren rechtfertigen den Besuch auf jeden Fall. Wir sehen endlich mal all die Vögel, nach denen wir schon über Wochen immer wieder draußen in der Natur Ausschau halten, aber in den meisten Fällen entweder zur falschen Zeit oder am falschen Ort gewesen sind.
Die verschiedenartigsten Flamingos, Störche, Eulen, Adler, Reiher und natürlich eine unglaubliche Anzahl verschiedenster Papageien, – in einer Schmetterlingsvoliere voller duftender Blüten gibt es herrliche Schmetterlinge, den Kolibris in der Nachbarvoliere ist es um diese Zeit zu heiß, sie zeigen sich erst wieder, wenn es etwas kühler wird.

Gegen 15 Uhr beenden wir unseren Ausflug in die Vogelwelt und gleichzeitig unseren Kurzausflug nach Brasilien und fahren zurück nach Paraguay, das ganze Grenzprocedere von gestern wieder rückwärts, auf der brasilianischen Seite Päße ausstempeln und TIP auflösen, das dauert heute über eine Stunde, – auf der Ausreisespur sind alle Schalter geschlossen, wir müssen zu Fuß rüber zu den Einreiseschaltern, – dort ist viel los und wir müssen etwas warten.
Dann über die Grenzbrücke hinüber nach „Ciudad del Este“, Paraguay, – dort die Päße einstempeln und ein neues TIP ausstellen lassen, in 30 Minuten ist das erledigt.

Anschließend quer durch die Stadt, – Rushhour, – es ist verdammt viel los, unser Ziel ist ein Campingplatz südlich der Stadt, an den „Monday-Fällen“, – weitere, sehr sehenswerte Wasserfälle, deren Besuch wir mit der Übernachtung verbinden wollen, – im Vorüberfahren können wir schon mal einen Blick darauf erhaschen, – auch die sind ganz schön mächtig.
Bis wir ankommen, ist es kurz vor 18 Uhr, das Eingangstor ist verschlossen, – letzter Einlaß 17 Uhr steht auf einem Schild geschrieben, – Mist aber auch. Beim Betrachten des Einfahrtstores war es das dann sowieso, max. Durchfahrtshöhe 3,50 Meter, – nichts für den HerrMAN, auch wenn noch geöffnet wäre.

Nun ist guter Rat teuer, hier gibt es nämlich sonst nichts Vernünftiges mehr zum Übernachten.
Naja, wir sind auf der 7 südwärts und fahren diese nun südwärts weiter, mal schauen, was so kommt. Zunächst fahren wir noch eine halbe Ewigkeit durch die Randgebiete der Stadt, bis wir endlich auf dem Land sind, Felder, Weideflächen, Bäume und Hecken und nur vereinzelt Häuser, das ist eher etwas nach unserem Geschmack.

Wir dürfen nicht zu lange fahren, hier wird es fast eine Stunde früher dunkel als in Chile und Westargentinien, wir sind weit nach Osten vorgedrungen.
Kurz vor 19 Uhr erreichen wir das Städtchen „Los Cedrales“, am Ortseingang gibt es einen großen Parkplatz, auf dem bereits drei LKW stehen, hier könnten wir evtl. bleiben, er gefällt uns aber nicht wirklich gut. Gegenüber steht eine Streife der Polizei, Heike geht mal hin und fragt die Jungs, ob wir hier stehen könnten, oder ob sie noch eine bessere Bleibe für uns haben. Haben sie nicht und der Parkplatz wäre aus ihrer Sicht ganz ok.
Trotzdem fahren wir nochmal 300 Meter weiter, in den Ort, – dort fällt uns die Puma-Tankstelle auf, sauber, offen, drumherum geschottert, wir halten, ich frage den Tankwart, ob das unser Nachtplatz werden könnte. Ich glaube, er freut sich richtig über unseren Besuch, stimmt begeistert zu und zeigt uns einen schönen Platz neben dem Gebäude, hell beleuchtet und kameraüberwacht, – Danke ! Super ! ( S 25° 39′ 18“ W 054° 42′ 53“ )

Tagesetappe: 54 km Gesamtstrecke: 71.556 km

25.02.2025 – Von Ciudad del Este (Paraguay) nach Foz do Iguacu (Brasilien)

Wir befinden uns hier im Dreiländereck Paraguay – Brasilien – Argentinien, noch in Paraguay.
Die „Iguazu-Fälle“ werden vom „Rio Iguazu“ gespeist, sind etwa 2,7 km lang und bestehen aus bis zu 275 einzelnen Wasserfällen, die insgesamt gesehen ein spektakuläres Bild abgeben und auf jeden Fall zu den Highlights einer Südamerikareise gehören.
Sie liegen auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien, die beiden Länder buhlen um das Privileg, jeweils die bessere Aussicht auf die Wasserfälle zu bieten.

Wir haben uns für die brasilianische Seite entschieden und fahren dann mal so gegen 10 Uhr los.

Zur Grenze sind es nur wenige Kilometer, der Grenzübertritt bedarf jedoch des ganz normalen Procederes, auch wenn es nur für einen Kurzbesuch ist. Gegenteilige Behauptungen, man könne bis zu 72 Stunden einfach mal so rüber, mögen zwar für „Fußgänger“ evtl. in Ordnung gehen, für uns, mit eigenem Fahrzeug kann das verdammt in die Hose gehen.
Also, – auf der Paraguay-Seite, Pässe ausstempeln, TIP auflösen, dann über die Grenzbrücke, die den „Rio Parana“ überspannt auf die brasilianische Seite und dort Pässe einstempeln und ein neues TIP erstellen lassen. Nach knapp einer Stunde sind wir ohne Probleme durch, sind wieder mal nett und freundlich bedient worden.

In Brasilien durch die Stadt „Foz do Iguacu“ und einen kleinen Umweg durch eine Gegend mit unendlichen Maisfeldern, landen wir am „Visitorcenter“, die Wasserfälle sind hochtouristisch, – für einen Besuch muß man ein Eintrittsticket lösen (umgerechnet ca. 18 Euro pro Person) und wird dann mit großen Doppeldeckerbussen einige Kilometer durch den Wald, hin zu einem Wanderweg gebracht, der die schönsten Ausblicke auf die Wasserfälle garantiert.


Ja, – das ist in der Tat spektakulär, was wir hier zu sehen kriegen, – mit lautem Getöse und unter Aufwirbeln einer Sprühregenwand krachen hunderte Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Tiefe, viele kleine und einige große Fälle reihen sich aneinander und bilden so eine weiße Wand, die von der Abbruchkante zu Tal stürzt.


Die vielen Besucher verlaufen sich auf der gesamten Strecke, man hat nicht das Gefühl, unter Massen von Besuchern unterwegs zu sein.
Irgendwo im Wald begegnet uns eine kleine Nasenbärenfamilie, die auch auf dem Wanderweg unterwegs ist und sich an den Gästen so gar nicht stört.

Das (fast tägliche) kleine Gewitter mit ein wenig Regen bringt wieder mal ein wenig Wind und eine klitzekleine Abkühlung, die wahnsinnig hohe Luftfeuchtigkeit macht eh keinen Unterschied, mit oder ohne Regen sind die Klamotten gleich naß, weswegen sich hier wohl auch niemand am Regen stört, Alle gehen ganz normal und unaufgeregt weiter ihrer Wege, – wir auch.

Gegen 16 Uhr sind wir am Parkplatz zurück, – der Vogelpark „Parque das Arves“ liegt nur wenige Meter neben dem Visitorcenter, ihn wollen wir morgen besuchen.
….und, genau dazwischen, welch „glückliche Fügung“, liegt der Campingplatz „Iguassu Eco Hostel“ ( S 25° 26′ 31“ W 054° 28′ 46“ ). Hier kehren wir für die Nacht ein, – im Schatten unter hohen Bäumen, diesmal sind wir sogar ausnahmsweise nicht alleine, – es gibt ein paar andere Traveller hier am Platz, Gelegenheit für einen kurzen Austausch.

Tagesetappe: 30 km Gesamtstrecke: 71.502 km

24.02.2025 – Von Caacupe´ nach Ciudad del Este

Lange genug gerastet, – heute geht es endlich wieder auf die Piste.
Brauchwasser, Trinkwasser, Strom gebunkert, Astrid hat uns noch zwei schöne Körnerbrote für die Reise gebacken, – und ab …..

Hinaus auf die 2, eine gut ausgebaute Autobahn nach europäischem Standard, sie wird später zur 7, bringt uns fast 270 km stur nach Osten, bis an die Grenze nach Brasilien, – morgen wollen wir die mächtigen „Iguazu-Wasserfälle“ besichtigen, – und die liegen leider nicht in Paraguay.
Also morgen dann Grenzübertritt mit vollem Programm und einen oder zwei Tage später das ganze wieder zurück nach Paraguay. Naja …..

Heute führt uns die Autobahn durch eine unerwartet hügelige Landschaft mit viel Urbanisation, – über die gesamte Fahrt sind Häuser und Siedlungen auf beiden Seiten zu sehen, – erstaunlich europäisch sieht hier alles aus, Häuser, kleine Betriebe, Gewerbehallen, landwirtschaftliche Betriebe mit riesigen Siloanlagen.
Anfänglich sehen wir nur Wald und Weideflächen, – unzählige Rinderherden grasen rechts und links der Straße, – die Erde hier, alle unbefestigten Wege und Hofflächen leuchten orangerot in der heißen Mittagssonne, die Erde hat hier diese, für uns seltsame Farbe.
Erst später beginnen die landwirtschaftlichen Flächen, – zunächst Zuckerrohr, ein wenig Mais und dann riesige Getreidefelder, – unzählige Landmaschinenhändler in jedem Dorf und in jedem Städtchen, entsprechende Erntemonster, auch auf den Feldern, – es wird gerade gedroschen, – riesige Staubfahnen ziehen über die Felder.
Arm scheint die Gegend hier nicht zu sein, auffallend viele schöne Häuser, feudale Haciendas und große Autos gibt es zu bestaunen, – sehr gepflegt sieht Alles aus, – die Straßenränder sauber abgemäht, die Grasflächen vor den meisten Häusern fast parkähnlich angelegt.

Die recht gute Autobahn will irgendwie finanziert sein, bis zum Abend zahlen wir an 3 Mautstellen insgesamt umgerechnet etwa 8 Euro.

Die 38 bis 40 Grad Tagestemperatur der letzten Tage sind Geschichte, 34 bis 35 sind es in dieser Region, aber auch das ist noch mehr als genug, zumal kein laues Lüftchen weht, die Luft steht.

Gegen 16.30 Uhr treffen wir in „Ciudad del Este“ ein, der Grenzstadt, – schon 7 km vor der Grenzbrücke stauen sich die LKW. Wir gehen erst morgen rüber.

Heute finden wir unseren Nachtplatz im Camping „ Club Social Akaray“ ( S 25° 31′ 38“ W 054° 37′ 38“ ) Hier ist es zwar schattig unter Bäumen, Abkühlung gibt es trotzdem keine, auch jetzt gegen 22 Uhr sind es noch immer 33 Grad mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

Tagesetappe: 268 km Gesamtstrecke: 71.472 km



19.-23.02.2025 – Service- und Ruhetage in Caacupe´

Wir werden herzlich willkommen geheißen, hier auf dem Campground von Astrid und Chris.
Ein großzügiger Platz unter mächtigen Bäumen, die ordentlich Schatten werfen, neue und blitzsaubere Duschen, täglich frische Brötchen und Brot, und den Pool am Haus können wir auch mitbenutzen, bei fast 40 Grad Nachmittagstemperatur nicht von der Hand zu weisen.
2 Hunde, 5 Katzen, 2 große Schildkröten und ein kleines Kapuzineräffchen sind die Haustiere der Familie, auf der Wiese neben dem Camping tummeln sich noch ein paar Ziegen und im Baum neben uns wohnt ein „Geistervogel“, schläft bei Tag und wird in der Abenddämmerung munter, am Tag schwirren Schmetterlinge und bunte Kolibris durch die Baumkronen und naschen an den Blüten.

Tag 1 brauchen wir, um uns von den Strapazen der letzten Tage zu erholen und ein paar Kleinigkeiten am HerrMAN zu erledigen.
Die Aufladung der Wohnraumbatterie über die Lichtmaschine funktioniert schon seit einiger Zeit nicht mehr, hier ist es endlich mal trocken und ich kann mich unter den HerrMAN legen, ohne ein Schlammbad zu nehmen.
Den Fehler kann ich schnell finden, das Massekabel ist gebrochen, Chris hilft mir kurz und flickt es professionell, – nun funktioniert es wieder.

An Tag 2 bringt uns Astrid hinüber in die Stadt, wir müssen uns endlich mal Geld und Telefonkarten besorgen und ein paar Sachen einkaufen.
Geld beschaffen ist nicht so ganz einfach, – vorgestern hatte ich schon 2 Geldautomaten bemüht, die hatten jedoch beide irgendwie keine Lust Geld auszuspucken.
Heute nehme ich ein paar Dollars mit und werde versuchen, sie in einer Bank umzutauschen, – aber auch das funktioniert nicht, der Banker gibt mir zu verstehen, daß er dazu ein paraguayisches Dokument benötigt (??), – keine Ahnung, was das sein soll, – also nichts wie weg.
So soll uns ein weiterer Versuch am Geldautomaten aus der Misere helfen, – aber auch der scheitert, – der Banker macht uns jedoch Mut und meint, wir sollten ruhig mehrmals versuchen, – und siehe da, – im zweiten Versuch kriegt Heike die begehrten Scheine.
Auch bei mir scheitert der erste Versuch und auch der Zweite gelingt endlich.
Schwierig ! – Aber dafür wird man hier total schnell zum Millionär, Heike hält 1,5 Millionen Guarani auf der Hand und ich anschließend auch. ( 1 Euro = ca. 8.100 Guarani)

Der Einkauf der beiden Telefonkarten im benachbarten „Claro-Laden“ geht einigermaßen problemlos, Astrid geht mit uns rein und übersetzt für uns, das hilft.

Dann fahren wir zum Supermarkt und decken uns mit Frischware und dem Nötigsten ein.
Nach 2,5 Stunden sind wir zurück und freuen uns auf ein erfrischendes Bad im Pool.

An Tag 3 kriegt der HerrMAN neue Schuhe auf die Vorderachse, die Hinteren werden wohl noch 20.000 km machen. Chris fährt mit uns zur Reifen-Werkstatt seines Vertrauens, – ein erstaunlich moderner und sauberer Betrieb, speziell auf große Brummer eingerichtet.
Wir haben noch zwei nagelneue Reifen, – seit 6 Jahren reisen sie auf dem Heckträger mit uns, die beiden Anderen, die wir zwar noch mitführen, aber schon vor langer Zeit gewechselt haben, sind Schrott und bleiben heute endgültig hier, – die beiden, ziemlich Abgefahrenen der Vorderachse müssen noch als Ersatzräder bis zum Ende der Reise durchhalten und kommen hinten auf den Heckträger.

Es ist wieder jämmerlich heiß heute, – jeder Handgriff wird dadurch zur Qual, selbst solche Kleinigkeiten, wie die Reifen vom Heckträger schrauben und wieder anbringen.
Die Jungs von der Reifenfirma haben, wie meist in diesen Ländern, ihre Anfangsprobleme mit unseren dreiteiligen Felgen, – beim ersten Rad assistiere ich, das Zweite können Sie dann alleine.

Leider gibt der elektrische Kran an HerrMAN´s Rückseite beim Anheben des ersten Ersatzrades seinen Geist auf und wir müssen die beiden 120kg schweren Räder von Hand auf die 1,20 mtr. hohe Halterung wuchten.
Gegen 14 Uhr sind wir auf dem Campingplatz zurück, – später kann ich den Kran reparieren, die Sicherung in der Stromversorgung hatte sich verabschiedet und muß getauscht werden.

Tag 4 bleibt endlich mal komplett arbeitsfrei, – wir lesen, – planen die weitere Route und faulenzen im Schatten bis zum allabendlichen Sprung in den Pool.

Und auch Tag 5 verbringen wir einigermaßen ruhig.
Morgen ziehen wir dann wieder los, – heute packen und laden wir schon irgendwie zusammen, damit es morgen nicht zu lange dauert.

Am frühen Abend zieht dann ein Gewitter an uns vorbei, wir kriegen etwas kühlenden Wind und ein wenig Regen ab, – sehr schön, – die Temperatur fällt von 37 auf 29 Grad, dafür steigt jetzt die Luftfeuchtigkeit bis zum oberen Anschlag.

Tagesetappe: 24 km Gesamtstrecke: 71.204 km



18.02.2025 – Von Clorinda (Argentinien) nach Caacupe´ (Paraguay)

In der Nacht haut es wieder sintflutartig Wasser vom Himmel auf die Erde und uns herunter , – es trommelt und platscht, – stundenlang.

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt eine Seenlandschaft rundum, – braune Pfützen, – volle Gräben, – Wege und Pfade voller Wasser.

Gegen 10.30 Uhr machen wir uns los, – heute ist Grenztag.
Bei der Ausfahrt über die schmalen, sandigen Wege des Campground hinterlassen wir tiefe Spuren, – obwohl ich verdammt aufpasse, die Schäden nicht größer zu machen, wie es halt eben geht, wird man unsere Spuren wohl noch einige Zeit sehen.

Raus auf die 11, – unsere Stollenreifen sind vollkommen mit Matsch zugesetzt, – wir hinterlassen eine lange Dreckspur auf der noch nassen Straße, – nun, der nächste Regenguß kommt bestimmt und wird sie beseitigen.

Zur Grenze sind es nur wenige Kilometer, – die Ausreise aus Argentinien geht superflott, nach 20 Minuten ist Alles erledigt, – dann fahren wir hinüber nach Paraguay, wir reihen uns in die kurze Fahrzeugschlange zur Paßkontrolle, – schon aus der Ferne fällt mir die Überdachung darüber auf und ich zweifele an der Durchfahrtshöhe, – und als wir nach Minuten endlich dran sind, – Heike schaut mittlerweile schon stehend durch das Schiebedach raus um die Dachkante zu sehen, bewahrheitet sich die Misere, es fehlen wohl 5 Zentimeter an Höhe.
Ein Zöllner hat es auch schon bemerkt, winkt besorgt und auch zwei Fahrzeuge hinter uns haben das Problem bereits erkannt und halten Abstand, – wir müssen rückwärts raus.
Der Zöllner gibt uns freundlich zu verstehen, daß wir ausnahmsweise mal rüber auf die LKW-Spur müssen und begleitet uns, – er macht den Weg frei, weist uns ein, stoppt andere Fahrzeuge, räumt Pylonen weg und begleitet mich dann von dort zu Fuß zu den entsprechenden Abfertigungen, – wirklich äußerst freundlich und hilfsbereit, das ist wahrlich nicht selbstverständlich.
Nach einer knappen Stunde sind wir auch hier durch, – die Geldwechsler an der Straße laße ich abblitzen, der Kurs ist mehr als miserabel.

Ins Land hinein, Richtung „Asuncion“, der Hauptstadt, geht es über die große, mautpflichtige Brücke „Puente Remanso“, die über den Rio Paraguay führt. Der Kassierer an der Mautstelle läßt sich überreden und wir können mit Pesos aus Argentinien bezahlen, an einer anderen Mautstelle, die später folgt, klappt das nicht mehr und wir müssen die eigentlich lächerlichen, umgerechnet 61 Eurocent mit der Visakarte bezahlen, – nunja !?

Die Hauptstadt umgehen wir in einem großen, nördlichen Bogen über die 3 und dann hinunter zum „Lago Ypacarai“, nach „San Bernardino“ und über die 2 hinüber nach „Caacupe´“.
Die 3 und die DO 12 entlang des Sees sind etwas holprig und hier gibt es wieder jede Menge dieser „Topes“, also Bremsschweller, – es rumpelt und rattert andauernd.

Am See entlang reihen sich die tollen Grundstücke nahtlos aneinander, – fette Villen, – hohe Zäune um parkähnliche Grundstücke, – neben den Einfahrten die „Container“ der Security, – hier zeigt man, was man hat. Offensichtlich haben sich hier auch einige Westeuropäer angesiedelt, – so lesen wir die beiden Straßenbezeichnungen „Calle Dr. Jörg Haider“ und „Ave. Uwe Seeler“.

Die 2 ist dann eine richtige Autobahn, wie wir sie von Deutschland kennen, gut asphaltiert, breit, mit Standstreifen, Leitplanken usw., – nach wenigen Kilometern erreichen wir unsere Ausfahrt, stehen allerdings dann vor einer nur 2,50 mtr. hohen Unterführung, – das wird nichts, – also Warnblinker, Rückwärtsgang und zurück auf die Autobahn, eine Abfahrt weiter und auf der anderen Seite wieder zurück.

Über einen kurzen, sandigen Feldweg erreichen wir den Campingplatz „Pequena Baviera“ (Klein-Bayern), der einer deutschen Familie gehört und von ihr geführt wird. ( S 25° 22′ 55“ W 057° 04′ 13“ ). Unter hohen, schattigen Bäumen loggen wir ein, hier werden wir für ein paar Tage rasten.

Tagesetappe: 110 km Gesamtstrecke: 71.180 km



17.02.2025 – Von Resistencia nach Clorinda

Auch hier in der Großstadt ist die Nacht total ruhig, der Platz liegt etwas weg von der Durchgangstraße in einem Wäldchen, mit einem großen Teich, das Einzige, das gelegentlich zu hören ist, ist das Schnattern der großen Gänseschar unten am Teich und der jämmerlich laute Schrei des Pfauen, den die Besitzerin des Platzes ihr Eigen nennt.
Am späten Abend zieht irgendwo in der Nähe ein Gewitter vorbei, wir sehen die Blitze und hören es Donnern, – Wind kommt auf, super angenehm, – ein paar wenige Regentropfen fallen vom Himmel und die Temperatur sinkt auf ein recht erträgliches Maß.

Der Morgen ist bewölkt, gegen 11 Uhr machen wir uns los, raus auf die 16 und dann gleich im nächsten Kreisverkehr auf die 11 und ab nach Norden, Richtung Asuncion in Paraguay.
Auch die 11 ist fast schnurgerade, anfänglich sind Landwirtschaftsflächen zu sehen, wieder riesige Felder, passend dazu riesige Traktoren mit riesigen Maschinen im Schlepp.
Auf der Straße kommen uns immer wieder Sattelschlepper entgegen, die diese Monster von A nach B transportieren, oft gleich einen Bau-Wohnwagen mit auf der Pritsche, vermutlich Lohnunternehmer, die mit Mann und Maschine von Farm zu Farm ziehen und ihre Dienste zur Verfügung stellen.

Etwas später enden die Felder, – ein wenig Weidewirtschaft folgt und dann fast nur noch Brachland, – naß und sumpfig ist es hier, – Schilf, – ein wenig Pampasgras und Palmen, eine kleinwüchsige Fächerpalmenart, – haben wir so bisher nirgends gesehen.

Nach gut zwei Stunden erreichen wir die Stadt „Formosa“, – sehen können wir von ihr gar nichts, denn gerade hier entladen sich die schwarzen Wolken, die wir schon während der gesamten Fahrt vor uns am Horizont sehen können, – ein tropischer Gewittersturm zeigt uns, was er kann, – es schüttet mehr, als aus Eimern, blitzt und donnert, die Temperatur fällt von 36 auf 24 Grad, alle Scheiben beschlagen, die Straßen stehen innerhalb von Minuten unter Wasser, – gespenstisch, – alle Fahrzeuge fahren mit Beleuchtung, manche haben die Warnblinker laufen, – die Straßenlaternen brennen, – es ist stockfinster und oft reicht der Blick nicht bis zum Gehsteig rüber.

Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei, die Stadt liegt hinter uns, die Fahrt nach Norden geht weiter, etwas langsamer, denn überall steht Wasser, die Spurrillen auf der Straße sind gefüllt, es ist rutschig.

Gegen 17 Uhr treffen wir in „Clorinda“, der letzten Stadt vor der Grenze Argentinien-Paraguay ein.
Wir übernachten hier noch einmal, die Grenze machen wir morgen.
Es gibt hier nur den Campingplatz „Caperucita Roja“, also fällt die Auswahl leicht.
Die Einfahrt auf den Platz eher weniger, – zwei Tore sind zu niedrig, ein Drittes ist oben ohne Begrenzung, – dafür sind drinnen die sandigen Wege so aufgeweicht, daß der HerrMAN tiefe Spuren hinterläßt, – zwei tiefhängende Kabel müssen wir erst gemeinsam mit den Besitzern beseitigen, bevor wir endlich unseren Stellplatz erreichen. ( S 25° 15′ 57“ W 057° 43′ 56“ )

Heute sind zumindest die abendlichen Temperaturen mit 24 Grad geradezu traumhaft, wenngleich die Luftfeuchtigkeit wohl bei mindestens 95 % liegt, alles ist klamm.

Tagesetappe: 288 km Gesamtstrecke: 71.070 km



16.02.2025 – Von Pampa de los Guanacos nach Resistencia

Unser Nachtplatz ist wirklich top, – aber hier ist es noch einen Tick heißer als gestern in der „Karnevals-Hochburg“.
Aus den 40 Grad bei unserer Ankunft werden bis Mitternacht gerade mal 33, die Luft steht, kein Blatt in den Baumkronen über uns bewegt sich. Trotzdem übermannt uns irgendwann die Müdigkeit und Schlafen geht wohl auch bei diesen Temperaturen.

Gut geschlafen haben wir beide nicht, naßgeschwitzt und irgendwie platt beginnen wir den Tag bei 29 Grad, gegen 10.30 Uhr fahren wir los, zunächst hinüber ins Städtchen, ein wenig Obst und Trinkwasser einkaufen.
Gegen 11.30 Uhr dann geht es wieder hinaus auf den „Highway“, die 16, und weitere 300 km schnurgeradeaus nach Osten.
Die Straße, die Landschaft, – alles ist wie gestern, nur die Hitze nicht, heute knacken wir die 40 Grad schon gegen 15 Uhr.

Unterwegs wieder den grünen Wall aus Sträuchern und Bäumen auf beiden Seiten, dahinter die riesigen Felder, sofern sie überhaupt sichtbar sind, – einzige Abwechslung heute mal, ein paar Köhler verkokeln hier Holz zu Kohle, der Rauch weithin sichtbar und auch die Nase kriegt ihren Teil ab.
Ein paar Orte und kleine Städtchen gibt es wieder, – Kleinmöbel werden hier gebaut und an der Straße zum Verkauf angeboten, wenig später wechselt das Produkt, hier sind es Keramik- und Töpferwaren, vornehmlich Gartenzwerge in allen Größen und Farben.

Gegen 17.30 Uhr erreichen wir die Stadt „Resistencia“, viel Auswahl an Nachtplätzen hat es hier nicht, – an der Peripherie gibt es den Campingplatz „Complejo San Antonio“, – wir sind die einzigen Gäste, – schattige Bäume, – Stromanschluß und saubere Duschen gibt es hier. ( S 27° 24′ 41“ W 058° 58′ 51“ )
Klasse, – mal richtig kalt duschen, – das wärs, – allerdings bleibt das Wunschdenken, denn aus der Kaltwasserleitung kommt das Wasser mit knappen 40 Grad, – naja, dann halt keine kalte, sondern eine heiße Dusche.

Am späten Abend kommt der Verwalter auf einen Plausch vorbei, er erzählt uns, daß es sich bei der Anlage eigentlich um eine große Anlage mit Sportplätzen und anderen Einrichtungen handelt, die täglich von mehreren Schulen und Sportgruppen genutzt wird und Zelten und Camping eigentlich nur am Rande stattfindet. Weil heute Sonntag ist und weil derzeit große Schulferien sind, haben sie gerade eine ruhige Zeit und nicht viel zu tun.

Tagesetappe: 320 km Gesamtstrecke: 70.782 km



15.02.2025 – Von Lumbreras nach Pampa de los Guanacos

Lumbreras, – ein kleines, ruhiges Dorf, irgendwo in Argentinien !?
Denkste ! Gegen 21 Uhr geht es los, Trommlergruppen ziehen durch den Ort, die Menschen strömen aus allen Seitenstraßen heran, Mädchen in bunten Kleidern, laute Musik plärrt aus irgend einem Lautsprecher.
Nebenan auf dem überdachten Sportplatz ist es hell erleuchtet, – es wird Karneval gefeiert, – ein Moderator begleitet die Gruppen und deren Tänze durch lautes Anfeuern, – na bravo !
Nein, wir sind keine Kulturbanausen, finden es ganz interessant, auch an die Lautstärke kann man sich irgendwann gewöhnen, – und bei 32 schwülen Grad mag sowieso kein Mensch ans Schlafengehen denken, – bei der Wärme eigentlich unmöglich. Gegen Mitternacht löst sich das Fest dann auf und bei nur noch 30 Grad probieren wir es dann mal und gehen zu Bett.

Am Morgen ist es mit 25 Grad schon fast angenehm „kühl“, das Dorf wieder ruhig und verschlafen.

Gegen 10 Uhr machen wir uns los, mittlerweile sind es schon wieder 29 Grad und die Temperatur steigt ständig an, 31, 33, 36 und gegen 16 Uhr knacken wir die 40-Grad-Marke, die uns auch bis zum frühen Abend bleibt.
Wir fahren raus auf die 9, biegen wenige Kilometer später auf die 16, – sie wird uns für die nächsten 700 Kilometer schnurgerade nach Osten bringen.


Die Landschaft: Meist bretteben, – in der Mitte die schnurgerade Landstraße, – recht brauchbar asphaltiert, – hier und da ein paar Schlaglöcher, – immer mal wieder wellig.
Rechts und links davon eine breite Grünfläche, dann dichte Hecken und Bäume, – das war es.
Ich stelle heute mal nur ein Bild ein, – das könnte um 11 Uhr, um 12, 13, 14 oder zu jeder anderen Zeit aufgenommen sein, – die Landschaft ändert sich nicht, – bis zum Abend.
Nur selten lichten sich die grünen Wände und geben einen Blick auf die dahinterliegende Ebene frei, – oft riesige Landwirtschaftsflächen, – teilweise abgeerntet, – teilweise noch grün bewachsen, – meist Mais, – Felder, 3 km lang und 2 km tief in die Ebene hinaus, – immer wieder mal sind riesige Silobehälter hinter dem grünen Wall zu sehen, – auf der Straße begegnen uns oft riesige Monstermaschinen, Traktoren mit 8 Rädern, Sämaschinen, Vollernter, bis zu 4 Meter breit, sie nutzen die geschotterte Standspur mit zum Fahren, – und gelegentlich gibt es auch die eine oder andere „Hazienda“ zu sehen.


Nur selten passieren wir ein Dorf oder kleines Städtchen, wohl keine 10 über den gesamten Tag verteilt.


Auf der parallel zur Straße verlaufenden Eisenbahnstrecke kommt uns ein Güterzug entgegen, eine Lok mit etwa 50 silberfarbenen, offenen Silowagen, Heike meint, obenauf gelbe Berge zu sehen, wohl auch Mais, der abtransportiert wird.

Gegen 17 Uhr reicht es für heute, knappe 400 Kilometer schnurgeradeaus bei 40 Grad, das schlaucht. Also, am nächsten Ort rechts raus und schauen, was es so gibt, – einen schönen, weitläufigen Grillplatz mit hohen Bäumen, die Schatten werfen. Das wird es. ( S 26° 14′ 26“ W 061° 49′ 46“ )

Tagesetappe: 393 km Gesamtstrecke: 70.462 km