Heute früh zeigt sich wieder das „Luftproblem“ am hinteren, linken Reifen, runter auf 1,5 bar, das hatte ich vor 3 Tagen schon einmal, – schleichender Luftverlust, – ich fülle und beobachte weiter, erkennen kann ich das Problem auf die Schnelle nicht.
Heute geht die Reise weiter südwärts, Ica soll das Ziel werden.
Dafür fahre ich über die kleinen Nebenstraßen von Cieneguilla zurück auf die Carretera Panamericana, die seit Lima, nicht mehr die 1 N (steht offensichtlich für Nord), sondern die 1 S (offensichtlich für Süd) geworden ist.
Sie ist in allerbestem Zustand und geht komplett durch bis fast zum Ziel, autobahnmäßig ausgebaut mit Standspur. Luxus kostet allerdings, 3 Mautstellen kassieren in der Summe 90,20 Soles, somit 23,10 Euro, ganz schön happig für hiesige Einkommensverhältnisse.
Dafür kann man dann mal Strecke machen, gibt hier eh nicht viel zu sehen.
Die 1 S führt wieder dicht am Pazifik entlang, stur nach Süden, – auch hier wieder blanke Wüste, – Steine und Sand, – auf der rechten Seite führen immer wieder Abzweigungen hinunter an die Playas, die sich wie Perlen auf der Schnur am Pazifik entlang reihen. Aus der Ferne erkenne ich lange, sandige Strandbogen und kleine Buchten, – weiß schäumend brechen sich die Wellen des Pazifik an der Küste, – hier wird Tourismus betrieben, – riesige Werbetafeln neben der Straße versuchen Gäste in die Hotels und Feriendörfer zu locken, die dort an den Playas entstanden sind und schneeweiß in der Sonne leuchten, – Spanien läßt grüßen.
In anderen Gegenden, und zwar dort, wo die Flüße aus den Bergen anrauschen und sich ins Meer ergießen, ist das nicht möglich, die Flüße sind durch die starken Regenfälle in den Bergen tiefbraun gefärbt, bringen jede Menge Sedimente, Schlamm und Dreck mit sich, welcher als braune Spur kilometerweit ins Meer hinaus und an den Stränden sichtbar ist, keine guten Voraussetzungen für zahlende Badegäste.
Allerdings für die Landwirtschaft, denn in den Bereichen neben den Flüßen und weit darüber hinaus wird das kostbare Naß durch Pipelines in die Wüste geführt und macht diese unvorstellbar grün, – mit entsprechend viel Wasser wächst hier (fast) Alles, – Mais, – Zuckerrohr, – aber meist wertvolles Gemüse und Obst, – im Bereich Ica, wo ich gegen Abend lande, befindet sich das größte Weinanbaugebiet Perus, – mehr oder weniger mitten in der Wüste, – kilometerweit und tief in die Fläche hinaus nichts als Weinstöcke, – in den Orten dann entsprechend die großen Keltereien, – den Wein durfte ich vor 2 Wochen schon mal ausprobieren, der ist übrigens allerfeinst.
Gerade noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit erreiche ich Huacachina, eine Oase in der Wüste, versteckt hinter mächtigen Dünen, – nun läßt mal wieder Marokko grüßen.
Dort, auf dem „Ecocamp“ logge ich ein, ( S 14° 05′ 20“ W 075° 45′ 49“ ), – nunja, – hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt, – ich stehe im eingezäunten und betonierten Innenhof der Lodge, Barbetrieb, Swimmingpool, Musik und Snacks, – für mich sieht Wüste und Freiheit anders aus, – aber man gewöhnt sich daran, ich werde trotzdem morgen hier stehen bleiben, heute Abend ist es für einen Ausflug in die umliegenden Dünen schon zu spät.
Tagesetappe: 295 km Gesamtstrecke: 63.249 km











































































































































