07.12.2025 – Von El Sosneado nach Ranquil del Norte

Es ist fast unglaublich, wie friedlich und still es hier in den Dörfern ist, – keine fahrenden und hupenden Autos, kaum mal ein Moped, – ratternde Züge ?, – Niemals, – Flugzeuge am Himmel ?, – Mangelware, – Maschinenlärm oder Ähnliches ?, – Fehlanzeige, – wir stehen hier mitten im Dörfchen, – Nichts ist zu hören, – es ist eine Idylle, – ein paar Kinder kommen auf den Spielplatz, kicken mit ihrem Ball, – ein paar Spaziergänger flanieren über den Dorfplatz, – immer mal wieder kommt ein Hund vorbei und sucht Anschluß, – eine Frau fährt mit einem „Dienst-Pickup der Stadt“ vor und befüllt einen großen Wassertank, – wir helfen ihr ein wenig, – dafür dürfen wir dann unseren Tank auch gleich füllen.
So friedlich und ruhig vergeht dann auch die Nacht, selbst draußen auf der Ruta 40 herrscht Ruhe.

Wie üblich ist es 10 Uhr bis wir uns auf den Weg machen, – kurzer Stop draußen an der 40, dort ist ein Souvenirladen, – wir schauen kurz rein, – dann fahren wir los.
Die legendäre, berühmt-berüchtigte Ruta 40, auf ihr werden wir in den nächsten Tagen nach Süden ziehen.
Die Ruta 40, – mit fast 5.000 Kilometern die erste durchgehende Überlandverbindung von der bolivianischen Grenze im Norden Argentiniens bis hinunter nach Feuerland. Einst Mythos und pures Abenteuer, – länger als die legendäre Route 66, – rauh, – gefährlich, – einsam – und Schicksal für so manchen Reisenden.
Heute in weiten Stücken asphaltiert, aber immer noch weit über 2.000 Kilometer Schotterpiste, mal mehr und mal weniger gut, immer wieder auch durch Erdrutsche oder Überschwemmungen kurzzeitig unpassierbar, – eigentlich noch immer recht abenteuerlich.
Auf ihr sind wir bereits im letzten Jahr für zwei Tage im nördlichen Argentinien unterwegs gewesen, von „Payogasta“ nach „Cafayate“, (Reiseberichte vom 12. und 13. Februar 2025) – in der Tat abenteuerlich, weil unasphaltiert und ziemlich holprig mit einigen Flußdurchfahrten, aber durch eine unglaublich traumhafte Landschaft.
Das macht es für diesmal spannend.

Bis nach „Malargüe“, der einzigen Stadt weit und breit und ein paar Kilometer dahinter ist die Ruta 40 noch asphaltiert. In „Malargüe“ machen wir noch ein paar Besorgungen, hauptsächlich und wichtig ist immer „Diesel fassen“, wir haben zwar große Tanks, trotzdem muß man hier jede Gelegenheit nutzen, die Tanks zu füllen, über weite Strecken gibt es keine Tankstellen, zudem kann es passieren, daß evtl. an der dann lang Ersehnten gerade kein Sprit vorrätig ist, – also voll bitte !

Ach ja, – das Wetter von heute:
Gerade eben in „Malargüe“ schüttet es für 10 Minuten heftigst, – letzte Nacht und heute Morgen hängen schon bedenklich dunkle Wolken am Himmel und es ist frisch geworden, – vorgestern 37 bis 39 Grad, gestern 27, heute noch 15 Grad, – wenn das so weitergeht, haben wir übermorgen Frost zu erwarten.
Naja, nach dem Regenguß klart es langsam wieder auf, die Temperatur steigt auf 17, 19, später gar 25 Grad, – geht doch !

Hinter „Malargüe“ beginnt für die nächsten 140 Kilometer die Schotterpiste, – natürlich, wie so oft, über weite Strecken von wellblechähnlichen Querrillen durchzogen, – es dauert ein wenig, bis sich ein Fahrrhythmus einstellt, – zu langsam rumpelt jämmerlich und vorwärts geht es auch nicht, – zu schnell, kann schnell ins Aus führen, – für die meisten Stücke ging es heute mit 60 Stundenkilometern recht gut, – unsere Staubwolke zieht weithin sichtbar hinter uns her, manchmal, wenn Bremsen angesagt ist, überholt sie uns, – ganz blöd !

Die Landschaft heute, – anfänglich die brettebene, wüstenähnliche Buschlandschaft bis zum Horizont, – dort begleiten uns nun ständig die Berge der Kordilleren, die Höchsten von ihnen sind noch schneebedeckt.
Später dann fahren wir durch eine herrliche Mischung aus weiten Flächen, bunten Bergen, Tälern mit kleinen Seen oder auch Flüßen, die sich durch die Täler winden.
Ein ganzen Stück hinter „Bardas Blancas“ durchfahren wir eine Vulkanlandschaft, – die kilometerlangen, erkalteten Lavamaßen bedecken die gesamte Ebene, dazwischen und in den umliegenden Bergen erheben sich unzählige kleinere, aber auch richtig große, erkaltete Vulkankegel, – der „Rio Grande“ schlängelt sich irgendwie zwischendurch und sorgt wenigstens für ein klein wenig Grün in der Landschaft.

Erst etwa 30 Kilometer vor “Ranquil del Norte“, unserem heutigen Nachtplatz, endet die Schotterpiste und guter Asphalt beginnt, – auch eine Art Erholung.

Hier in dem kleinen Dörfchen soll es wohl einen Campingplatz geben, – rein theoretisch gibt es den auch, – schmal und klein, – unbesetzt, – und so mit Bäumen bewachsen, daß man wohl höchstens ein paar Zelte darauf stellen könnte.
Etwas abseits der Straße liegt das Gebäude der „Daniel Eraso Schule“, – dort unterhalb der Gebäude finden wir einen angenehmen Stellplatz für die Nacht. ( S 36° 39′ 37“ W 069° 49′ 39“ ).


Tagesetappe: 245 km Gesamtstrecke: 75.368 km

06.12.2025 – Von San Rafael nach El Sosneado

Die Nacht ist so herrlich still hier auf dem Platz, daß wir heute früh so gar nicht aus den Federn kommen.

Deswegen ist es schon fast 11 Uhr, als wir losfahren.
Wir nehmen die schmale Nebenstrecke 173, sie führt durch den „Canon del Atuel“, immer am Fluß entlang, der sich über Jahrmillionen tief in die Felsen eingeschnitten und so das schmale Tal gebildet hat.
Auf den ersten 20 km ist die Straße asphaltiert und ziemlich touristisch geprägt, der Fluß ist wild und hat viele Stromschnellen, – Rafting heißt hier das Zauberwort, – das Ufer ist gesäumt mit Campingplätzen, Grillstellen, Kiosken und natürlich Einstiegstellen für die Rafter. Zu dieser doch noch frühen Stunde ist noch recht wenig los, ein paar Busse bringen Ausflügler, ganze Schulklassen bestaunen die Geschehnisse am und im Wasser.

Später ist eine große Staumauer zwischen den Felsen zu sehen, der große „Atuel-Stausee“, – es endet die Asphaltstraße und beginnt eine Schotterpiste mit steilen Anstiegen und relativ viel Wellblechprofil, dafür endet fast jeglicher Verkehr und wir sind für die nächsten vier Stunden fast ganz alleine unterwegs durch das traumhaft schöne Tal, immer wieder schlängeln sich Fluß und Straße durch das wahrlich schmale Tal mit seinen steil aufragenden, bunten Felswänden.

Gegen 15 Uhr treffen wir im kleinen Städtchen „El Nihuil“ ein, wo die Asphaltstraße wieder beginnt, – wir nehmen für ca. 20 km die 180 nach Norden und dann die 144 nach Südwest, bis hierher nach „El Sosneado“, wo wir auf die legendäre Ruta 40 stoßen, die für einige Zeit unsere Straße sein wird.

Die 180 und 144 führen schnurgerade durch eine flache Hochebene mit niederem Bewuchs, Sträucher und Flechten, wüstenhaft trocken und bretteben bis zum Horizont. Dort sind im Dunst des Nachmittags die ersten massiven Berge der Kordilleren zu erkennen, – auf deren Spitzen liegt noch Schnee, – Alpenfeeling.

Links, in einer Senke erscheinen irgendwann die „Salinas El Diamante“, ein kleiner Salzsee, – das schauen wir uns kurz an und statten auch dem kleinen Museum einen Besuch ab, – recht interessant, die Geschichte des Salzabbaues hier nacherleben zu können. Im angeschlossenen Laden kaufen wir ein wenig von diesem weißen Gold.

Das Wetter heute, – ideal zum Reisen, – der Himmel ist bedeckt, – die Temperatur liegt bei angenehmen 26 Grad, so kann es gerne bleiben.

„El Sosneado“, eines der wenigen Dörfer an der 144, bzw. der Ruta 40, – zum nächsten sind es bestimmt noch 60 Kilometer, – Feierabend für heute, – im kleinen Dörfchen, an der „Plaza Puesto Sureno“, einem Dorf- und Spielplatz stellen wir uns an den Straßenrand, – Autoverkehr findet so gut wie gar keiner statt, die Ruta 40 liegt weiter draußen, es wird also auch hier ruhig bleiben. ( S 35° 04′ 44“ W 069° 34′ 02“ ).

05.12.2025 – Von Villa Mercedes nach San Rafael

Nachdem die letzten Badegäste gegangen sind, sind wir fast alleine auf dem weitläufigen Platz, weiter hinten, in einem kleinen Wäldchen steht noch ein Camper und ein Zelt, es ist herrlich still.
Eine kleine Vogelspinne kommt noch auf Stippvisite draußen am Camper vorbei, läßt sich von uns keinesfalls stören und marschiert unbeirrt Richtung Wäldchen.

Trotz der brüllenden Hitze am Tag, sind die Nächte noch ganz angenehm, die Temperatur geht auf 21 Grad zurück, vorletzte Nacht gar auf 17 Grad, – angenehme Nachtruhe garantiert.

Wie immer, gegen 10 Uhr fahren wir los, Richtung „San Rafael“, südlich von „Mendoza“.
Über die 7 nach „San Luis“, dort auf die 146, über „Beazley“ und „Monte Coman“ nach „San Rafael“.
Bisher haben wir Argentinien in 7 Reisetagen und ca. 1.700 Kilometern von Ost nach West fast ganz durchquert, ab „San Luis“ fahren wir fast ausnahmslos nach Süden, bis „ans Ende der Welt“.

Schon beim Losfahren zeigt unser Thermometer 29 Grad, es wird wieder heiß werden, allerdings bleibt es heute schon bei 35 Grad stehen, 2 Grad weniger als gestern und es wird jetzt wohl mit jedem Tag etwas kühler werden, in Feuerland ist es derzeit noch ziemlich winterlich.

Unser Weg führt uns auch heute wieder über brettebene, schnurgerade Landstraßen, – an Maut zahlen wir 2.600 und 1.600 Pesos, also knappe 3 Euro. Die 7 ist autobahnmäßig ausgebaut, allerdings als „gut gebrauchte“ Betonstraße ziemlich holprig und hier rollt auch Einiges an Schwerverkehr, die 146 dann, ein Linealstrich von fast 200 Kilometern Länge, – Landstraße, asphaltiert und kaum Verkehr, – entsprechend gut kommen wir voran.

Die Landschaft, – anfangs hier und da noch ein wenig Abwechslung durch Estancias, ein paar Felder und mal einer Ansiedlung, – in „San Luis“ füllen wir unsere Vorräte an Frischware und Wasser auf, dann auf der 146 wird es einsam, – hier ist so gar nichts mehr, noch nicht mal ein Stück Vieh auf der Weide, savannenähnliche Struktur, flach und mit Büschen bewachsen bis zum Horizont, – irgendwie wüstenhaft, – sandiger Boden mit vereinzelten Salzpfannen dazwischen.

Kurz hinter „Beazley“ passieren wir die Provinzgrenze von der Provinz San Luis zur Provinz Mendoza, dort findet eine „Control sanitario“ statt, – eine Gesundheitskontrolle, – man möchte in unsere Wohnkabine schauen und erklärt uns dann, daß wir kein Obst und Gemüse nach „Mendoza“ einführen dürfen, häää, – was soll denn der Sch…. jetzt, – wir wissen, daß man beim Grenzübertritt nach Chile diese Sachen nicht mitführen darf, – aber hallo, wir sind hier in Argentinien, fahren von einer Provinz in die Nächste und haben gerade eben in „San Luis“ fleißig eingekauft, weil wir noch gute 5 bis 6 Tage brauchen, bis wir nach Chile ausreisen.
All mein Unmut und meine Einwände nutzen nichts, unsere frisch erstandenen Äpfel und Birnen sind weg ! Sch…..ade.
… und der Gipfel der Unverfrorenheit: Wir müssen für die Kontrolle auch noch knapp 3 Euro an Gebühren zahlen, so steht es auf dem Aushang und so soll es sein, – innerlich kurz vor der Explosion schiebe ich die Scheine rüber, – meinen Kommentar, daß eigentlich sie für die Äpfel und Birnen bezahlen müssten, anstatt wir für die Kontrolle, verkneife ich mir trotzdem nicht und ziehe grollend und absichtlich mürrisch von dannen.

Irgendwann, – einige Kilometer vor „San Rafael“ endet plötzlich diese unendliche, wüstenhafte Leere, – Bäume tauchen auf, – Häuser, – und plötzlich ist alles anders, – wir fahren kilometerlang durch Weinfelder und Obstplantagen, – hier sehen wir auch die ersten Olivenhaine, – Olivenöl wird schon seit Tagen immer wieder an Kiosken am Straßenrand angeboten, nur die passenden Bäume fehlten bisher, – hier haben wir nun auch die gefunden.

Hier beginnen nun auch erste Hügelketten, – ein Fluß, der „Rio Atuel“ fließt zwischen „Wüste“ und Bergen entlang, – kurz hinter „Salto de las Rosas“ fahren wir zum „Camping Movimiento Familiar Cristiano“ ( S 34° 45′ 49“ W 068° 24′ 48“ ), weitläufig unter schattigen Bäumen und direkt am Fluß lassen wir uns für heute nieder.


Tagesetappe: 371 km Gesamtstrecke: 74.936 km

04.12.2025 – Von Villa General Belgrano nach Villa Mercedes

Der Campingplatz steckt tief im Wald, heute früh mag es gar nicht so richtig hell werden.
Ruhig ist es, nur ein Hund streunt umher und sucht Anhang.

Wir machen uns gegen 10 Uhr wieder los, grobe Richtung „Mendoza“.
Dazu fahren wir über die 5 zurück auf die 36 bis „Rio Cuarto“ und dann auf der 8 bis „Villa Mercedes“. An Maut haben wir heute einmal 4.000 Pesos und einmal 2.600 Pesos, zusammen umgerechnet etwa 4,40 Euro.

Bis Embalse durchfahren wir noch die schöne Mittelgebirgslandschaft mit dem Stausee, dann wird es wieder flach, Felder und Wiesen übernehmen das Landschaftsbild.
Unsere heutigen Straßen sind meist einspurig, bretteben und schnurgerade, mit wenig Verkehr, – wir kommen zügig voran.

Bis gestern hatten wir angenehmes Frühsommerwetter mit 26 bis 28 Grad, – heute nun ist es Hochsommer geworden, – stahlblauer Himmel, – stechende Sonne, – die Temperatur steigt schon gegen 12 Uhr auf 34 Grad und erreicht am Nachmittag 37 Grad, in den Städten bis 39 Grad, das kommt plötzlich und ist entsprechend heftig.

Gegen 16 Uhr erreichen wir „Villa Mercedes“ und etwas außerhalb den Campingplatz „Balneario Las Toscas“ ( S 33° 38′ 22“ W 065° 33′ 59“ ) , hier gibt es schattige Stellplätze, drei Pools und einen geruhsamen Feierabend.


Tagesetappe: 315 km Gesamtstrecke: 74.565 km

03.12.2025 – In Villa General Belgrano

Gestern Abend haben wir uns entschlossen, mal einen ganz Tag hier hängen zu bleiben.
So dauert schon unser Frühstück bis gegen 11 Uhr.


Und wie es der Zufall will, kommt per WhatsApp von unseren Freunden Irmgard und Klaus die Frage, wo wir denn gerade so unterwegs seien. Auf unsere Antwort hin, schicken sie uns ein paar Fotos und Koordinaten von hier aus dem Ort, sie haben auf ihrer Panamericanareise im Jahr 2020 hier sechs Monate lang (zwangs-)gewohnt, als sie wegen den „Corona-Lockdowns“ nicht mehr reisen durften, – auf einem kleinen Campingplatz, nur 5 km von hier.
Natürlich müssen wir da heute hin, Grüße überbringen und auch gleich noch die Nacht verbringen.

Aber zunächst kommt erstmal Juan, der Besitzer des hiesigen Platzes, bei uns vorbei, später auch noch seine Frau, und es entwickelt sich ein tolles Gespräch, bis zum Nachmittag gegen 14 Uhr. Juan zeigt uns sein selbstgebautes Wohnmobil, einen alten Doppelkabiner-Mercedes 4 x 4, – toll aufgebaut, mit allem Schnickschnack, – ein gelungenes Teil, – Chapeau Juan !
Wir fachsimpeln über die Technik und all den Dieselkram und über das Reisen, die beiden waren bisher nur in Teilen Südamerikas unterwegs, möchten jedoch irgendwann bis hinauf nach Alaska, da konnten wir Einiges beisteuern.
Mit dem Austausch unserer digitalen Adressen ziehen wir dann gegen 14 Uhr doch noch los, heute wollen wir das Städtchen anschauen.

Hier ist gerade weder Hoch- noch Nebensaison, es ist wenig bis gar nichts los, einige Lokale sind gar geschlossen, – für uns gerade richtig, – wir mögen es lieber ruhiger, bummeln die Hauptstraße rauf und wieder runter, – naja irgendwie könnte man schon denken, in einem kleinen, bayerischen Ferienort unterwegs zu sein, – deutsche Namen überall, schwarz-rot-goldene Wimpel und Girlanden an fast jedem Haus, – „Alpenhof“, „Landhotel“, „Klaus“, „Gerdi“, „Frankfurt“, „Munich“, „Berlin“, „Kärnten“ ist irgendwie auch dazwischen gerutscht, gelegentlich sind gar deutsche Stimmen zu hören.
Wir lassen uns auf einen Kaffee und Apfelkuchen nieder und vertrödeln die Zeit bis zum Abend, wollen mal wieder in einem Restaurant zu Abend essen.

So kommt es dann, – den „Schweinebraten“ verkneife ich mir allerdings, nehme lieber einen Lachs, Fleisch kriegen wir die nächste Zeit noch im Überfluß, – Heike kriegt Rippchen mit Kartoffelsalat.

Dann, es ist schon 20 Uhr am Abend geworden, fahren wir die 5 Kilometer aus der Stadt hinaus auf den Campingplatz „Veilchental“, richten Roger, dem Besitzer die besten Grüße von Irmgard und Klaus aus, – ja, hier wird richtig deutsch gesprochen, und bleiben für die Nacht.
( S 31° 56′ 51“ W 064° 35′ 17“ )

Tagesetappe: 14 km Gesamtstrecke: 74.250 km

02.12.2025 – Von Villa Maria nach Villa General Belgrano

Nach einer wieder mal ganz ruhigen Nacht, machen wir uns gegen 10 Uhr auf die Straße, unser Tagesziel wird heute „Villa General Belgrano“ sein, ein Städtchen, etwa 90 km südlich von Cordoba.

Zunächst jedoch geht es hinein nach „Villa Maria“, die Stadt ist wieder mal wesentlich größer, als wir vermutet hatten. Wir steuern die „Plaza Centenario“ an, einen zentralen Platz hinter den weitläufigen Bahnanlagen der Stadt, – und werden direkt fündig, – Banken, – wir müssen mal irgendwie argentinische Pesos eintauschen, – und den lange gesuchten Claro-Laden wegen unserer SIM-Karten für die Smartphones. Der Einkauf und die Registrierung der SIM-Karten geht recht zügig, für umgerechnet 4 Euro pro Stück haben wir jetzt Internet und eine argentinische Telefonnummer.
Fast, – denn der Hinweis der freundlichen Verkäuferin, daß es mit der Freischaltung noch etwas dauern könnte, war wieder mal eine Falschmeldung, denn es passiert die nächsten zwei Stunden wieder mal gar nichts.

Geld tauschen, – das machen die argentinischen Banken wohl auch nicht mehr, sie verweisen mich an einen Western Union Laden auf der gegenüberliegenden Seite des Parks, die würden tauschen. Ja, machen sie, der Kurs ist allerdings nicht gerade die Wucht.

So fahren wir dann weiter, raus auf die RN 9, die schnurgerade, langweilige Autobahn von gestern, – auch heute sind wieder 2.600 Peso, etwa 1,75 Euro Maut fällig, bis „Oncativo“, dort auf die Landstraße, – endlich, – zuerst die 79, dann die 2, nach „Rio Tercero“ und „Almafuerte“, – dort auf die 5, – und plötzlich sind wir in einem ganz anderen Argentinien, – die Tristesse der ewig flachen Pampa endet, es beginnt eine hübsche Mittelgebirgslandschaft, – Hügel, im Hintergrund sogar Berge, – grüne Wiesen, Hecken, Bäume, – nette, kleine Dörfer, – die Straße hat wieder richtig Kurven und es geht bergauf und bergab, – herrlich.
Bei „Embalse“ passieren wir gar einen schönen, kleinen Bergsee und landen dann letztendlich in „Villa General Belgrano“.

In „Rio Tercero“ passieren wir zufällig einen weiteren Claro-Laden, da gehe ich nochmal rein, ich lade Guthaben auf, und plötzlich funktioniert das. Tja, – ohne Moos, nix los, die Verkäuferin heute früh hatte mir allerdings erklärt, daß in dem Starterpaket jeweils 2 GB Volumen enthalten seien. Naja, egal, nun funktioniert das doch noch.

„Villa General Belgrano“, ein kleines Städtchen, welches 1932 von deutschen Auswanderern gegründet und nach 1940 noch von Überlebenden des deutschen Kriegsschiffes „Graf Spee“ vergrößert wurde, kommt recht deutsch daher und ist in ganz Argentinien für sein „Oktoberfest“ bekannt, welches in jedem Jahr im Oktober für große Touristenströme sorgt und diesen „deutsche Gemütlichkeit“ suggeriert. Der Ort ist geprägt von Restaurants, Cafes und Hotels, die deutsche oder auch österreichischen Bezug herstellen und ihr Angebot entsprechend ausgerichtet haben, – ganz weit vorne natürlich Bier, – aber auch jede Menge Nippes wird angeboten, Souvenirs, wie Bierkrüge mit deutschen Ortsnamen, Mützen, Schals und alles Mögliche und Unmögliche, – im Ort sind mehr schwarz-rot-goldene Fahnen und Wimpel zu sehen, als in ganzen Regionen Deutschlands.

Wir landen gegen Abend auf dem Stellplatz von Gisela und Juan, einem jungen Paar, das einen parkähnlichen Vorgarten für Campinggäste im nördlichen Teil des Städtchens zur Verfügung stellt, – in der ersten Nacht sogar kostenlos, – sie haben gerne Gäste um sich.
( S 31° 57′ 49“ W 064° 32′ 37“ )

Tagesetappe: 199 km Gesamtstrecke: 74.236 km

01.12.2025 – Von Rosario nach Villa Maria

Am Abend ist es schwülwarm, wir stehen recht schön auf unserem „Grünland“ zwischen den Häusern. Es ist wenig Verkehr, – ein lauer Frühsommerabend, – die Menschen gehen spazieren, führen ihre Hunde aus, fahren Rad oder joggen, Einige bleiben neugierig stehen und bestaunen unser Gefährt, zwei Männer mit ihren Jungs kommen vorbei und fragen gerade mal freundlich an, was wir so „treiben“ und wo es uns hinführen wird, – interessiert hören sie meine Erzählungen, – „ob es uns an irgendetwas fehle, Strom oder Wasser“ fragen sie zum Abschied, was ich dankend verneine, wir seien gut versorgt, verspreche ich ihnen.

In der Nacht zieht ein Gewitter über uns hinweg, es donnert kräftig und regnet.

Am Morgen ist der Himmel stark bewölkt, es ist etwas kühler geworden, aber mit 18 Grad durchaus sommerlich.
200 Meter weiter hinten befindet sich die örtliche Schule, entsprechend viel ist hier zwischen 7.30 und 9 Uhr los.
Es ist nicht viel anders als bei uns Zuhause, – die Kinder werden chauffiert, – es geht zu wie im Taubenschlag, – Auto nach Auto kommt, parkt, fährt wenig später wieder weg, – Platz für das Nächste, und zwischendurch hält immer wieder ein Bus und läßt Kinder aussteigen.

Gegen 10 Uhr machen wir uns los, zunächst (Oh, Graus) hinein in die Stadt, das leidige Thema mit den SIM-Karten erledigen, wir sind noch immer offline.
Heike hat gestern irgendwo im Netz eine Liste mit „Claro“-Läden gefunden, wir suchen uns 2 aus und fahren los.
Ich mach es kurz, – Katastrophe ! Nichts passt, nichts stimmt, wir irren fast 2 Stunden durch Gewerbegebiete und Ausfallstraßen, – Telefonladen Fehlanzeige, – uns reicht es dann, – wir fahren einfach los, – auf die Autobahn 9, grobe Richtung „Cordoba“, – pfeif auf Telefonkarten, vielleicht morgen, – oder irgendwann !

Die Autobahn kostet 2.600 Peso Maut, etwa 1,75 Euro, – sie ist ganz gut ausgebaut, – etwas ungewohnt, weil meist ohne Standstreifen, – aaaber so was von langweilig, – sie führt nur durch das flache Land, grün bis zum Horizont, – kein Hügel, – kein Berg, – Nichts, – keine Dörfer, die immer etwas Abwechslung bringen, – ansonsten das übliche Bild, – Mais, Getreide, Sonnenblumen, – bis zum Horizont.

Das Wetter heute: In der Früh stark bewölkt mit 18 Grad, mit zunehmendem Tag kommt dann immer mehr die Sonne durch, die Temperatur bewegt sich zwischen 22 und 25 Grad.

Heute fahren wir bis „Villa Maria“, einer Stadt auf dem Weg Richtung „Cordoba“, dort gibt es den Campingplatz „Smata“ ( S 32° 26′ 01“ W 063° 10′ 44“ ), recht nett und unerwartet groß, mit Schwimmbad und sauberen Sanitäranlagen, – wir sind zunächst alleine, – später fährt noch ein PKW auf den Nebenplatz, wir hören deutsche Stimmen, – Österreicher auf Argentinienrundfahrt mit Zelt und Mietwagen, – Gelegenheit für einen ausgiebigen Plausch und den Austausch von Tips.

Tagesetappe: 283 km Gesamtstrecke: 74.037 km

30.11.2025 – Von Gualeguaychu nach Rosario

Auch hier in der Flußaue ist die Nacht ruhig und trotz der nahen Straße und Samstagabend wird es nicht laut.
Tja, und der angekündigte, tagelange Starkregen mit Hochwasser bleibt wohl auch aus, für wenige Minuten hat es am Abend getröpfelt, nicht mal genug, um den allgegenwärtigen Staub zu binden.

Gegen 10 Uhr geht es wieder auf die Straße, zunächst durch die Stadt, auf die 16 bis Gualeguay, dort auf die 11 bis Victoria und dann auf die 174 bis Rosario.

Die Landschaft ist nicht sehr abwechslungsreich, meist bretteben, ein Wechselspiel zwischen Feuchtgebieten mit etwas Weidewirtschaft und Ackerbau, hektarweise Mais, Getreidefelder bis zum Horizont und riesige Felder mit Sonnenblumen, die gerade ihre ersten gelben Blüten in die Sonne strecken, das sieht herrlich aus.

Das Wetter, fast wie gestern, am Morgen bewölkter Himmel mit angenehm frischen 18 Grad, gegen Mittag immer wärmer, bis die Sonne raus kommt, dann sind es im Nu 27 Grad, die bis zum Abend bleiben, auch jetzt gegen 22 Uhr sind es noch immer 23 Grad, sehr angenehm.

Die Straße, meist bretteben und schnurgerade, – wie mit dem Lineal gezogen zieht sie sich durch das Land, der Belag meist in Ordnung, es hat sehr wenig Verkehr, entsprechend gut kommen wir auf diesen einfachen Straßen voran, es macht Spaß, so zu fahren, ziemlich stressfrei, wenn auch ermüdend.

Der Hammer ist die letzte Etappe über die 174 von Victoria bis Rosario, der mächtige „Rio Parana´“ hat sich über Jahrtausende hier ein ca. 50 Kilometer breites Flußdelta von Nord nach Süd durch das Land gegraben.
Die 174 ist die einzige Straße im Bereich von 100 Kilometern, die dieses Delta durchschneidet und so auf einem hohen Damm und über unzählige Brückenbauwerke ein Queren zuläßt.
Sumpf, Feuchtwiesen, unzählige, kleine Seitenarme, Seen und Tümpel, Wasservögel, Störche, aber auch Rinderherden grasen dort unten, kleine Boote dümpeln auf den Läufen, Angler stehen an den unzähligen Ufern.
Der Verkehr ist hier dichter, die Konsequenz daraus, daß dies die einzige Straße weit und breit ist.

Nach mehr als 40 Kilometern taucht am Horizont die Silhouette von Rosario auf, überraschend groß, – immerhin mit mehr als 1,1 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Argentiniens, – unzählige Wolkenkratzer säumen den Fluß, der mit seinem Hauptstrom hier vor der Stadt vorbeifließt.

Die Stellplatzsuche ist wieder mal nicht ganz einfach, Campingplätze gibt es nicht, bzw. sind geschloßen, die Supermarktparkplätze sind mit Höhenbegrenzungen ausgestattet, also auch nichts für uns, so streifen wir ein wenig durch die Stadt und kommen in der Nähe des Flughafens durch ein recht nobles Wohnviertel mit großzügigen Grünflächen, dort halten wir einfach an und bleiben.

( S 32° 54′ 53“ W 60° 46′ 03“ )

Tagesetappe: 274 km Gesamtstrecke: 73.754 km

29.11.2025 – Von Jose´ Enrique Rodo´ (Uruguay) nach Gualeguaychu (Argentinien)

Herrlich ruhig ist die Nacht hier im Parque 33 Orientales.

…und kühl ist es geworden, – nebenan, an einem der Grillplätze gibt es heute etwas zu feiern, einige junge Frauen treffen gegen 8 Uhr ein, – sie tragen dicke Jacken, und beginnen die Sitzgarnituren und die umliegenden Bäume und Hecken mit bunten Luftballons und Girlanden zu schmücken, Tische werden gebracht, immer mehr Leute treffen ein, so langsam schallt Musik aus einem Lautsprecher, Autos kommen, Mopeds knattern heran, – fast niemand der Anwesenden steht dort, ohne seinen allgegenwärtigen Matetee aus dem Thermosbecher.
Der Himmel ist bewölkt, die Temperatur liegt nur bei 18 Grad, was der Feierlaune der Menschen keinen Abbruch tut, – was es eigentlich zu feiern gibt, können wir nicht so richtig feststellen, die Kinder kicken mit dem Fußball, die Erwachsenen stehen in kleinen Gruppen und unterhalten sich.

Gegen 10 Uhr fahren wir los, hinüber ins Städtchen, dort hatten wir gestern Abend einen Autoteilehändler entdeckt, – neue Scheibenwischer kaufen, – wir hatten welche im Reisegepäck aus Deutschland angeschleppt, die uns unser „Fachhändler unseres Vertrauens“ in Deutschland verkauft hatte, die allerdings viel zu lang waren.

Dann hinaus auf die 2 und weiter in Richtung Argentinien.

Auf der 2 noch einmal eine Mautstelle, aber auch hier werden wir über den Chip erkannt und die Schranke öffnet sich für uns.

Nach knapp zwei Stunden nähern wir uns der Grenze bei „Fray Bentos“, die Abfertigung geht super flott und problemlos, es ist erstaunlich wenig los hier.
Am Schalter der „Migracion“ auf der uruguayischen Seite zeige ich unsere Päße und bin erstaunt, daß die Beamtin am Schalter eine argentinische Uniform trägt. Auf meine Frage, ob ich denn falsch hier wäre, erwidert sie, daß das schon in Ordnung sei, sie würden hier für beide Seiten kontrollieren, also Ausreise aus Uruguay und Einreise nach Argentinien an einem Schalter. Na bravo, das hat doch was.
Die Pässe werden kurz gescannt, 3 Minuten, fertig !

Der Zoll (ARCA) für die Fahrzeugpapiere ist nur 10 Meter weiter, – der Vorgang selber etwas unorthodox, weil zuerst die Einreisepapiere nach Argentinien ausgestellt werden und ich dann kurz nach Uruguay zurückgehen muß, um das uruguayische TIP dort abzugeben, danach komme ich auf die argentinische Seite zurück.
Nach rekordverdächtigen 25 Minuten sind wir durch und fahren über die „Puente International“, die den mächtigen „Rio Uruguay“ überspannt hinüber nach Argentinien.
Die Fahrt über die große Brücke ist wieder mal mautpflichtig, wir können wahlweise in argentinischer oder uruguayischer Währung bezahlen, entscheiden uns für die uruguayische und zahlen 400 Peso, was etwa 9 Euro entspricht.

Die nächsten Kilometer über die 136 nach „Gualeguaychu“ führen über eine recht schmale, relativ schlechte Asphaltstraße mit Wellen, Spurrillen und einigen Schlaglöchern durch eine nicht enden wollende Sumpflandschaft mit Büschen, Tümpeln und kaum nutzbaren Flächen.

In „Gualeguaychu“, der ersten Stadt auf argentinischer Seite, gibt es einen „Carrefour“-Supermarkt, nachdem wir nun die nächsten 2 Wochen wohl keine Grenze überqueren werden, ist erstmal kräftig Einkaufen angesagt.
Dann versuche ich im Städtchen SIM-Karten zu kriegen, was sich recht schwierig erweist, – heute ist Samstag, viele Läden sind bereits geschlossen und als ich tatsächlich Einen finde, der noch geöffnet und der Verkäufer sehr hilfsbereit ist, erkenne ich die Problematik wieder, die wir bereits im letzten Winter hatten, – SIM-Karten kriegt man an jeder Straßenecke, allerdings diese zu aktivieren und diese als Ausländer registrieren zu lassen, was unbedingt erforderlich ist, wenn man diese länger als 30 Tage nutzen möchte, ist schwierig und geht eigentlich regulär nur bei „Claro“, andere Marken werden zwar auch registriert, aber oft auf den Namen einer einheimischen Person, was dann später beim „Nachladen“ meist zu Problemen führt.
Also, – abwarten bis Montag, – Claro-Laden suchen und gut ist es.

Mittlerweile ist es schon später Nachmittag geworden, das Wetter ist durchwachsen heute, – in der Frühe bewölkt und kühl, – am späten Vormittag kommt die Sonne durch, 26 eher schwüle Grad und immer ziemlich windig, – am späten Nachmittag dann wieder bewölkt und schwül, – der Wind ist stark geworden, – überall wird der Staub aufgewirbelt und wie Nebel durch die Luft gejagt.

Die Suche nach einem Nachtplatz gestaltet sich wider Erwarten schwierig, – zuerst fahren wir den „Camping Norte“ an, nördlich der Stadt gelegen, die Zufahrt führt durch eine Senke hinüber zum breiten Fluß.
Dort angekommen rät uns der Besitzer selbst davon ab, hier zu übernachten, – für die kommende Nacht und morgen seien starke Regenfälle vorausgesagt und erfahrungsgemäß sei es wegen Hochwasser dann nicht mehr möglich, durch die Senke wieder zurückzufahren. Ok, das lassen wir dann lieber und kehren um.
Wir fahren einmal um die Stadt herum auf die Südostseite, dort liegt der große „Parque Unzue“ und einige Campingplätze, eine recht schöne Gegend hier draußen.
Den „Camping del Sur“ haben wir uns ausgesucht, fahren hin.
Dort angekommen, drehen wir dann doch lieber schnell wieder ab, – eng und dunkel ist es dort, die Wege und Stellplätze sind eng mit Bäumen bewachsen, fast zugewuchert, und man kann am Tag schon die Moskitos erahnen, die dort sicher am Abend aus jedem kleinen Tümpel aufsteigen. – Nichts wie weg !
Knappe zwei Kilometer weiter vorne, am „Parque Unzue“ hat es uns gut gefallen, wir versuchen dort unter zu kommen, aber auch hier kommen wir nicht rein, eine zu niedrige Unterführung versperrt die Zufahrt, – den Weg, der direkt neben uns links weg in den Park führt, können wir nicht nehmen, ist eine Einbahnstraße in die falsche Richtung, – die beiden Polizisten, die dort stehen und den Verkehr regeln, lassen sich nicht zu einer Ausnahme überreden, – also weiter.
Wir lassen uns dann nur wenige Meter weiter vorne auf dem „Camping Municipal“ nieder. Kein wirkliches Highlight, wir sind die einzigen Besucher, aber stehen schön zwischen den Bäumen und abseits der Straße. Mehr braucht es eigentlich nicht. ( S 33° 00′ 51“ W 58° 29′ 28“ )

Tagesetappe: 155 km Gesamtstrecke: 73.480 km

28.11.2025 – Von Soca nach Jose´ Enrique Rodo´

Gegen 10 Uhr geht es endlich los.

Unser Grobplan sieht vor, daß wir Südamerika zunächst von Ost nach West komplett durchfahren, also von Uruguay durch ganz Argentinien und hinüber nach Chile.
Auf der chilenischen Seite dann hinunter nach Feuerland, wir müssen dabei mehrmals die Grenze Chile Argentinien und zurück überqueren.
Ganz im Süden, bei Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt erreichen wir unser Ziel, „das Ende der Welt“, fahren dann allerdings entlang der argentinischen Ostküste wieder nach Norden, bis sich unser Kreis in Montevideo schließt.

Heute allerdings starten wir Richtung Grenze zu Argentinien, über die 80 nach Migues, die 81 nach Santa Lucia, die 11 nach San Jose´ de Mayo und weiter auf der 23, in Ismael Cortinas auf die 12 bis Cardona und dort dann auf die 2, in Jose´ Enrique Rodo´ ist dann Schluß für den ersten Reisetag.

Unterwegs gibt es eine Mautstelle, – wir sind gespannt, wie das wird.
Wir hatten im März, bei der Einreise nach Uruguay, unter Angabe unserer Reisroute, einen Chip aufladen lassen und hinter die Frontscheibe geklebt, – erstaunlich (!!!), – das Ding funktioniert noch, wir werden erkannt, unser Kennzeichen wird angezeigt, – und die Schranke öffnet sich !

Die Landschaft hat große Ähnlichkeit mit der bei uns in Deutschland, – grüne Wiesen, – vereinzelt Felder, – es ist flach hier, – auch kleinere Wälder sind zu sehen.
Hier, auf der südlichen Halbkugel ist jetzt spätes Frühjahr, – nach unserer Rechnung sollte es hier jetzt wohl „Mai“ sein, – die Wiesen werden gemäht, Heuernte, – dort, wo Ackerflächen sind, wird bereits Getreide gedroschen, einige Felder stehen noch, auf der Straße begegnen uns immer mal riesige Mähdrescher, – in einer Region werden wohl Zwiebel, Knoblauch und Lauch angebaut, auch dort wird gerade geerntet, der strenge Geruch liegt in der Luft und ist selbst im fahrenden Auto nicht zu überriechen.

Überall überwiegt jedoch die Rinderzucht, – riesige Flächen, alle mit kleinen Teichen für die Wasserversorgung der Tiere, – kleine Ranchos säumen unseren Weg.

Gestern hatten wir 32 Grad und knalle Sonne, heute ist es gemäßigter, 25 Grad, leicht bewölkter Himmel und ein leichter, recht frischer Wind, – zum Reisen eigentlich ideal.

Am späten Nachmittag erreichen wir Jose´ Enrique Rodo´, ein kleines Städtchen an der 2 mit seinem schönen Stadtpark „Parque Municipal 33 Orientales“. ( S 33° 42′ 15“ W 057° 31′ 26“ )
Wie es hier in Uruguay wohl Tradition ist, unterhalten die Städte weitläufige Parks mit vielen Bäumen, gepflegten Wiesen, hier mit einem kleinen See, mit Grillplätzen und Pallapas, sogar mit Duschen und Toiletten, die Menschen treffen sich hier am Abend, gehen spazieren, führen ihre Hunde aus, fahren Rad, joggen oder sitzen einfach beieinander und ratschen.
Hier können wir übernachten, es gibt Schatten und die Straße ist ein ganzes Stück entfernt.

Tagesetappe: 259 km Gesamtstrecke: 73.325 km