05.02.2025 – Von Tilcara zum Parque National Calilegua

Gegen 11 Uhr fahren wir los, durch das Städtchen auf die 9 und dann südwärts.
Unser heutiges Ziel, der Nationalpark „Calilegua“ liegt nur etwa 60 km östlich, allerdings führt keine Straße nach Osten, so müssen wir auf der 9 ca. 120 km nach Süden und auf der 34 wieder ca. 90 km nach Norden fahren, um den Nationalpark zu erreichen.

Unser heutiger Nachtplatz war noch auf ca. 2.500 m.ü.NN, in diesem herrlich grünen Tal des „Rio Grande“, so geht es zunächst weiter, rechts und links die bunten, vegetationslosen Berge, in der Mitte das grüne Tal, die Straße geht stetig ein wenig abwärts…..
…..und plötzlich ist Alles anders, – die Berge tragen einen grünen Flaum, das Tal wird noch breiter und irgendwann erreichen wir das Tiefland, sind unten auf 600 Meter, – die Landschaft sieht irgendwie aus, wie bei uns in Deutschland, grüne Wiesen, Felder, Mais, Zuckerrohr, Pferde und Rinder auf den Weiden und Bäume, richtig viel Bäume, – hatten wir seit vielen Wochen nicht mehr
….. und es wird heiß, – subtropisch, – gegen Mittag 33 Grad, 34, und langsam immer mehr, – gegen 14 Uhr knacken wir die 40-Grad-Marke, – das ist heftig !

Vor „San Salvador de Jujuy“ beginnt eine Autobahn, – Standstreifen, – Mittelstreifen, – Leitplanken, – das mitten in diesem Grün, irgendwie fühlen wir uns irgendwo zwischen Würzburg und Ulm.
Die Stadt lassen wir links liegen, – biegen dann nach Osten auf die 66 und dann nach Norden, „San Pedro de Jujuy“ und am Ende landen wir in „Libertador General San Martin“, einem kleinen Städtchen am „Rio San Lorenzo“, – dort, nach der Überquerung des Flußes führt eine kleine Schotterpiste, die 83, noch etwa 8 km in den Nationalpark hinein.


Der Nationalpark rühmt sich, 300 verschiedenen Vogelarten, einigen Pumas und Jaguaren eine Heimat zu bieten. Wir fahren ein Stück in den Urwald hinein und wollen dann auf dem angegliederten Camping „Calilegua“ übernachten. Ein dicker, tiefhängender Ast eines Baumes hindert uns daran, so parken wir einfach in einer kleinen, seitlichen Lichtung am Weg. ( S 23° 47′ 38“ W 064° 47′ 11“ )
Später kommt einer der Ranger vorbei und bittet mich, für die Besucher-Registrierung in das etwa 400 Meter entfernte Visitorcenter zu kommen.

Mit Einbruch der Nacht wird es hier stockdunkel, ein paar elsterähnliche Vögel waren schon hier zu Besuch, andere melden sich nur durch Pfeifen, Rufen und Gurren, mal schauen, was es so zu hören gibt, in der Nacht.
Mit Einbruch der Dunkelheit ist auch mit draußen sitzen nichts mehr, – es summt und schwirrt überall, – Mücken ohne Ende, – also rein in die gute Stube, – es sind noch immer 34 Grad, drinnen, wie draußen. – Gute Nacht.

Tagesetappe: 206 km Gesamtstrecke: 69.317 km



04.02.2025 – Tilcara

Nach einer ruhigen und lauen Nacht entscheiden wir uns beim Frühstück spontan dazu, noch einen Tag hier zu bleiben, – der Platz ist angenehm, – es gibt einen Stapel Post abzuarbeiten und einige Dinge zu recherchieren, für die weitere Reise und auch die Suche nach einem Stellplatz für die Sommermonate steht so langsam an, – das WiFi hier ist ganz brauchbar für solche Dinge.

So verbringen wir den ganzen Tag damit, – kriegen nachmittags kurz Besuch von einem Brasilianer, der auch hier „wohnt“ und ein sehr interessantes „Hunsrück-Deutsch“ spricht.
Am Abend machen wir uns wieder auf den Weg, hinüber ins Städtchen, bummeln über die Plaza und durch die Gassen und gönnen uns wieder ein leckeres Abendessen.

Tagesetappe: 0 km Gesamtstrecke: 69.111 km



03.02.2025 – Von Purmamarca nach Tilcara

Heute ziehen wir weiter, das fruchtbare Seitental des „Rio Grande“ lockt uns noch einmal ein Stück nach Norden, „Humahuaca“ soll der Endpunkt sein.

Gegen 11 Ihr fahren wir los, zunächst ein Stück auf der 52 nach Süden, dann auf die 9 nach Norden.
Auch hier ist die Straße recht gut ausgebaut, – das Tal ist relativ breit, begrenzt durch Bergmassive auf beiden Seiten, – auch hier immer wieder diese bunten Berge dazwischen, die in allen Farben in der Mittagssonne leuchten.


Der „Rio Grande“ ist jetzt nicht gerade der mächtige Strom, den man eigentlich vom Namen her erwartet hätte, sein Bett ist relativ breit, also Platz für Wasser ist schon genug da, nur Wasser halt eben nicht so üppig, – ein relativ schmales Rinnsal schlängelt sich durch die Ebene.

Aber es reicht, um das Tal herrlich grün zu machen, – nach Wochen der Wüste, der kargen Hochebenen und kahlen Berge ein fast ungewohntes Bild, – grüne Wiesen und Felder, – Bäume, – wir können uns kaum sattsehen daran.
Hier wird intensiv Landwirtschaft betrieben, Wein und Gemüse jeglicher Art angebaut, Kohl, Zwiebel, Sellerie, Kartoffel, Möhren, Erbsen, ein wenig Mais, können wir erkennen, manche Gemüsebauern stehen mit ihren Erzeugnissen an der Straße und vermarkten direkt.

Vorbei an „Tilcara“ fahren wir weiter bis hinauf nach „Humahuaca“, – die Straße führt weiter bis hinauf an die Grenze zu Bolivien. Wir versorgen uns auf dem Obst- und Gemüsemarkt im Städtchen mit Frischware und fahren dann wieder zurück, die 9 nach Süden.
Unterwegs sehen wir auf der rechten Seite den „Volkan de Yacoraite“ in zweiter Reihe hinter den nahen Bergen hervorlugen.

Auf halber Strecke machen wir diesmal Halt in „Tilcara“, der nette, kleine Ort bietet einige Campingplätze am Flußufer, wir entscheiden uns für „Camping Cruz Mendoza“, – auf Gras, nahe am Fluß mit Stellmöglichkeiten unter großen, schattigen Bäumen. ( S 23° 34′ 36“ W 065° 24′ 01“ )
Am frühen Abend laufen wir hinüber ins Städtchen, erstaunlich touristisch hier, mit vielen Hotels, Geschäften, Cafe´s und Restaurants. So kommen wir heute wieder mal zu einem leckeren Abendessen traditioneller Machart. Lecker wars.

Tagesetappe: 120 km Gesamtstrecke: 69.111 km



02.02.2025 – Purmamarca

Unser Campingplatz ist ein schöner Obstgarten, – Weintrauben vor der Haustüre, Pfirsiche, Äpfel, Birnen, – schön anzusehen, – sogar einen Olivenbaum gibt es hier, Früchte oder Blüten hat er derzeit keine.

Heute ist Ruhetag, wir lassen es ruhig angehen, am Nachmittag werden wir mal runter ins Städtchen laufen.

Heute früh kriegen wir spontanen Besuch von Moni, einer Alleinreisenden aus Deutschland, eine gute Bekannte von Irmgard und Klaus, die zufällig gerade hier im Ort verweilt, – unbekannterweise haben die beiden uns heute zusammengebracht, – und nett wars für die knapp 2 Stunden, unsere Wege kreuzen sich hier, wir reisen grobe Richtung Süden, Moni grobe Richtung Norden, so gibt es viel zu erzählen und ein paar Tips für jeden. Vielleicht treffen wir uns in 4 oder 5 Tagen in „Salta“ noch einmal.

So vergeht mal wieder die Zeit viel zu schnell und es ist schon Nachmittag, bis wir uns ins Städtchen machen. Schicke kleine Hostals, Hospedias und ein paar Ferienhäuser stehen entlang der „Dorfstraße“, – vor dem „Busbahnhof“ biegen wir ins Zentrum, – dort am „Platz des 9. Juli“ pulst das Leben, hier spielt sich der regionale Tourismus ab, – rund um den Platz sind die Marktstände aufgebaut, traditionelle Handwerkskunst, die herrlich bunten Sachen aus Wolle, oft Alpaca, aber auch Taschen, Messer, Bilder und natürlich auch viel Krimskrams werden hier angeboten, jede Menge Cafe´s und Restaurants bieten rund um den Platz gemütliches Sitzen im Freien.
Das Ambiente hier ist toll, – der bunte Platz, – die Gassen mit den alten Häusern rundum und überall rund um die Stadt ragen diese herrlich bunten Berge hoch hinaus, vereinzelte weiße Wolken hinterlassen interessante Licht- und Schattenspiele auf den Bergkämmen.

Heike geht auf Shoppingtour, ich laße mich im Cafe´ nieder und schaue dem bunten Treiben zu.

Dann greifen wir das Thema Telefonkarten nochmal an, – die Frau, die uns gestern im ersten Laden die Karten verkauft hat, nannte uns einen zweiten Laden zum Aufladen, den wir allerdings nicht gefunden hatten, – heute haben wir mehr Glück und finden ihn in einer kleinen Seitengasse.
Ein junger Kerl, – er kennt wohl das Problem, – virtuos fliegen seine Finger über mein Smartphone, nach 5 Minuten funktioniert Alles, – dann ist Heikes Smartphone dran, auch das funktioniert nach wenigen Minuten. Toll, – nun kann es weiter in die Pampa gehen, – ein Trinkgeld hat er sich redlich verdient.

Nach einem Abendessen in einem der Restaurants an der Plaza, laufen wir zurück auf unseren Campingplatz. ( S 23° 44′ 23“ W 065° 30′ 33“ )

Tagesetappe: 0 km Gesamtstrecke: 68.991 km



01.02.2025 – Von den Salinas Grandes nach Purmamarca

Die „Wirtsleute“ sind super nett, sie wohnen offensichtlich ein Stück weiter unten im Tal, als sie weggehen winken und grüßen sie und lassen uns noch das Paßwort für ihr Wifi hier.

Zuerst ist noch Einiges los auf der nahen Straße, die schweren Brummer ziehen den langen Berg hinauf, – bis zur Schlafenszeit allerdings beruhigt sich das und es ist Ruhe.
Die Nacht ist auch hier (3.650 m.ü.NN) noch ziemlich frisch, bis wir jedoch am Morgen aus den Federn kriechen, hat die Sonne schon für eine angenehme Temperatur gesorgt.

So fahren wir los, weiter auf der 52, Richtung Purmamarca, weiter durch diese wunderbare Welt der Wüstenberge und -täler.
Zunächst windet sich die Straße noch einmal hinauf bis auf 4.170 m.ü.NN, – der Blick zurück ist gigantisch, – über das weite Tal hinüber und zwischen den Bergen hindurch bis hinaus auf die Salinas Grandes, die hinten am Horizont wie eine Schneelandschaft aussehen.

Nach etwa 15 km beginnt der „Abstieg“, – auf einer Strecke von 33 Kilometern führt uns die 52 von 4.170 m.ü.NN in wilden Serpentinen hinunter auf nur noch knapp 2.400 m.ü.NN.
Hierbei überschreiten wir den Wendekreis des Steinbocks, – hier steht immer am 21. Dezember die Sonne senkrecht über der Erde, – nun, so lange ist das noch nicht her und erklärt ein Stück weit die enorme Kraft, die die Sonne hier hat.

Der Abstieg ist ein ganz besonderes Erlebnis, – in unglaublich vielen Serpentinen schlängelt sich die Straße den Osthang der Anden hinunter, – wilde Schluchten, – bunte Berge, – in den Bergen Erosionskanäle von unglaublichem Ausmaß.
Hier hinunter hilft nur Gelassenheit, – immer mit der Ruhe, – Motorbremse, – Konzentration, – und als Fahrer nicht zu viel Landschaft anschauen.

Irgendwann sind wir unten und die Landschaft wird immer atemberaubender, – es ist kaum zu beschreiben, – schaut Euch einfach die Bilder an, – leider kommen die Farben nicht so raus, – in der Realität sind sie viel kräftiger, ein wahrer Farbrausch vollzieht sich rund um unser Ziel, das kleine Städtchen „Purmamarca“. Die Flußaue grün durchzogen, sogar Bäume gibt es hier wieder, die Berge rundum leuchten in den tollsten Farben, – weiß, – gelb, – rotbraun, – grün, – und mit dem Sonnenstand verändern sie sich, – ein unglaublicher Flecken Erde.

An einem Restaurant finden wir einen bewachten Parkplatz, – wir ziehen aber erst einmal kurz ins Städtchen, wir müssen Obst und Gemüse besorgen, Geld wechseln und uns Telefonkarten besorgen.
Obst und Gemüse geht schnell, Geld auch, die Telefonkarten gestalten sich mühsam, – in einem Laden kaufen, – in einem Anderen aufladen, – funktionieren tun sie letztendlich doch nicht, – müssen wir mal schauen, wer uns da weiterhelfen kann.
Das Städtchen, den Markt und die kleinen Gassen ringsum werden wir uns morgen ausgiebig anschauen.

Für heute gehen wir zurück zum Restaurant, dort gönnen wir uns ein erstes argentinisches Büffet, dann fahren wir ein Stück aus dem Ort hinaus, Camping „Luna Garcia“ ist der einzige CP, der für „Große“ Platz hat und ein wenig Schatten bietet. ( S 23° 44′ 23“ W 065° 30′ 33“ )

Tagesetappe: 56 km Gesamtstrecke: 68.991 km



31.01.2025 – Von Jama zu den Salinas Grandes

Die Nacht ist extrem ruhig, die Grenze wird um 21 Uhr geschloßen.
Trotz der Höhe von über 4.100 Metern ist die Temperatur gemäßigt, auf 4 Grad sinkt sie hinunter, ab 7 Uhr heizt die Sonne kräftig ein, – es ist irgendwie sehr ungewohnt für uns, – später hat es draußen 12 Grad und wir laufen im T-Shirt rum, – die Sonne machts.

Heute fahren wir weiter nach Argentinien hinein, die 52 ist unsere Straße, – wie schon auf der chilenischen Seite, eine brauchbar gut ausgebaute, breite Landstraße, meist mit geschotterten Standstreifen, in der Regel linealgerade über zig Kilometer, – wenig Verkehr, – also ideal zum Trödeln und Schauen, auch schnell mal anhalten ist meist kein Problem, – so lieben wir es.

Auch heute geht die Fahrt durch endlose Hochebenen, – wunderschöne Landschaften, – Bergmassive im Hintergrund, einige der Berge wohl über 6.000 Meter hoch, ihre Kuppen sind schneebedeckt.
Wir bewegen uns in der ersten Hälfte weiter in Höhen zwischen 4.400 und 4.000 Meter, erst am Nachmittag führt uns die Straße langsam auf etwa 3.600 Meter hinab.
Salare, Salinas, Lagunas, – sie reihen sich hintereinander, – wunderschön anzusehen, – der riesige „Salar de Olaroz“ ist bereits aus weiter Ferne sichtbar, seine weißen Flächen leuchten in der Sonne wie Schnee, – türkisblaue Wasserflächen spiegeln in der Sonne, – leider kommen wir an sie nicht näher ran. Länger als eine halbe Stunde fahren wir über und um den Salzsee, bevor wir über den nächsten Bergkamm hinüber in das nächste Hochtal gelangen.

So langsam ändert die Wüste ihr Aussehen, – wo noch ganz weit oben eigentlich Vegetationslosigkeit herrscht, erleben wir mit jedem Meter, den wir uns nach unten bewegen, wie erste, vereinzelte Grasbüschel in der Ebene stehen, dann werden sie dichter, es gesellen sich kleine Büsche dazu, – noch weiter unten ändert sich die Wüste komplett, – grüne, ginsterähnliche Büschel, dicht an dicht, vor roter Erde, das sieht gigantisch schön aus, – und noch weiter unten wachsen erste Kakteen und aus den Büschen werden vereinzelt richtige Bäume.


Und die Wüste blüht, – irgendwo zwischen diesen grünen Büscheln leuchtet es gelb und violett, – wir halten an, – das ist vielleicht toll hier, – die Büschel haben kleine Blüten ausgetrieben, – und es liegt ein unglaublicher Duft in der Luft.


Wo ganz oben in der Höhe noch Vicunjas, Lamas und Alpacas vereinzelt bei der Futtersuche zu sehen sind, sind dies weiter unten dann auch Schafe und Ziegen, vielfach auch kleinere Herden Esel und letztendlich auch eine erste Rinderherde.

Am späten Nachmittag erreichen wir die Salinas Grandes, – hier wird noch richtig Salz abgebaut, – mit schwerem Gerät wird das Salz aus dem See geholt und mit großen LKW abtransportiert. Hier wird der See auch touristisch genutzt, – Besucher können auf ihm hinaus spazieren, die unendliche Leere genießen, – vereinzelt ziehen auch Autos dort draußen ihre Runden.

Wir fahren noch 12 km weiter, zum Restaurant „La Pekana“, dort kann man mit Blick auf den See über Nacht stehen, – und mal wieder Essen gehen, wäre auch nicht schlecht.
Klappt leider nicht, das Restaurant schließt um 18 Uhr, aber ein To-Go-Menü bereitet man uns noch zu. Auch gut ! ( S 23° 39′ 50“ W 065° 45′ 53“ )

Tagesetappe: 198 km Gesamtstrecke: 68.935 km



30.01.2025 – Von San Pedro de Atacama (Chile) nach Jama (Argentinien)

Die Nächte hier auf dem Campingplatz sind mit 13 bis 15 Grad sehr angenehm, – die Tage wüstenhaft sonnig mit stahlblauem, wolkenlosen Himmel, – am Morgen noch frisch, – nachmittags sehr warm und gegen Abend eher heiß, 32 bis 34 Grad bauen sich so im Laufe des Tages auf, ein heftiger Wind bringt am Abend immer ein wenig Erfrischung, aber auch jede Menge Sand und Dreck, und es knirscht immer und überall.

Heute packen wir es an, – hinauf auf den „Paso Jama“ und hinüber nach Argentinien.
Ein wenig Spannung liegt schon in der Luft, – wird es klappen, – oder müssen wir evtl. umdrehen ?
Den Platz bezahlen, noch Brauchwasser nachfüllen, von den Nachbarn verabschieden und in der Stadt den Dieseltank randvoll machen, – Diesel ist hier mit umgerechnet 1,10 Euro auch kein Schnäppchen, aber in Argentinien kostet der Liter wohl 1,40 Euro.

Gegen 11.30 Uhr geht es aus der Stadt hinaus und hinein in den Anstieg, – etwa 150 km sind es bis zur Grenze nach Argentinien, – in den ersten 40 Kilometern steigen wir von 2.370 m ü. NN auf über 4.800 m. ü. NN, – im ersten, langen, aber gemäßigten Anstieg läuft es ziemlich gut, – als die Berge dann steiler werden, steigt auch wieder unsere Wassertemperatur, allerdings gemäßigt und bis kurz vor das obere Ende des Grünbereichs, – sozusagen alles noch im „grünen Bereich“.
Trotzdem will ich es nicht übertrieben und irgendwelchen Schaden anrichten, – fünf mal machen wir einen kurzen Stop am Straßenrand, – mit etwas erhöhter Drehzahl fällt die Temperatur relativ schnell wieder ab, dann geht es weiter.

Trotz aller Widrigkeiten übersehen wir keinesfalls diese Landschaft, die sich uns heute präsentiert. Zunächst kommen wir dem auf der linken Seite stehenden Vulkan „Licancabur“ immer näher, mit über 5.900 Metern Höhe ist er weithin sichtbar und schon seit Tagen unser ständiger Begleiter, aber so aus der Nähe wirkt er noch wesentlich mächtiger. Unsere heutige Straße, die 27, zieht sich durch eine herrliche Wüstenlandschaft mit bunten Bergmassiven, wilden Steinformationen und endlosen Ebenen.
Mit 4.825 m ü. NN erreichen wir heute unseren höchsten Punkt, und auch den höchsten Punkt unserer bisherigen Reise, – eine wunderschöne Hochebene folgt der Nächsten, – grasende Vicunjas suchen nach dem letzten Halm, der sich irgendwo aus dem trockenen Boden wagt, – der Himmel am Horizont wird zusehends schwarz, – hier in den Bergen werden wir wohl wieder unseren täglichen Regen oder das tägliche Gewitter erleben. Allerdings zeigt sich später, daß die paar Tropfen, die letztendlich aus dem bedrohlich anmutenden Himmel fallen, kaum die trockene Wüste erreichen, – nicht der Rede wert, was da ankommt.

Herrliche Salzlagunen mit grünen Grasrändern, weißen Salzflächen und blaugrün schimmernden Wasserflächen, in denen vereinzelt Flamingos stehen und Vicunjas grasen säumen unseren weiteren Weg, – mal rechts, – mal links, – wir können gar nicht so oft anhalten, wie wir gerne wollen.
Eigentlich wollen wir hier irgendwo noch vor dem Grenzübergang übernachten, – aber es ist noch früh am Tag, – wir sind gut vorangekommen und die Zufahrten zu versteckten Übernachtungsplätzen an einer der Lagunen sind auch nicht wirklich üppig, teilweise sogar mit Schranken versperrt.


So entschließen wir uns, heute noch über die Grenze zu gehen.

Der Grenzübergang hier in Jama ist ein Kleiner und los ist fast gar nichts, abgefertigt wird in einem Gemeinschaftsgebäude, Schalter 1 und 2 sind chilenisch zur Ausreise, Schalter 3 und 4 sind argentinisch, zur Einreise, – das ist doch mal praktisch.
Alles geht wunderbar und ohne Probleme, – das Personal, auch hier wieder überaus freundlich und hilfsbereit, – in knappen 40 Minuten sind wir durch und in Argentinien.


Unseren Nachtplatz finden wir direkt hinter dem Grenzübergang auf einem großen und ruhigen Parkplatz hinter der YPF-Tankstelle. ( S 23° 14′ 18“ W 067° 01′ 09“ )
Dort können wir auch 100 US-Dollar in 120.000 argentinische Pesos tauschen, damit wir fürs Erste nicht ganz ohne Bares dastehen.

Tagesetappe: 169 km Gesamtstrecke: 68.737 km



26.-29.01.2025 – In San Pedro de Atacama

Zurück auf dem Camping „Andes Nomads“ ist jetzt erst mal ein wenig Ausruhen und viel Nachdenken angesagt.
Wir haben als Nächstes auf knapp 40 Kilometern einen Anstieg um 2.500 Meter Höhe, bis hinauf auf fast 4.850 m. ü. NN vor uns und das mit unserem Temperaturproblem, so kommen wir hier nicht weg, – unmöglich.

Tag 1 wird dem „Faulenzen“ gewidmet, – langes Schlafen ist angesagt, – die letzte Nacht, oben bei den Geysiren war nicht sehr erholsam und auch kurz, – dann Einiges an Hausarbeit für Heike und ich befasse mich mit HerrMAN´s Problem, – drunter liegen, – laufen lassen, – probieren, – nachlesen, – Betriebsanleitung wälzen, – Internet und einschlägige Foren befragen, – und auch mal mit unserem Freund Klaus diskutieren, als erfahrener MAN-Fahrer weiß er immer irgend einen Rat.
Bis zum Abend kristallisiert sich mehr und mehr heraus, daß unter Umständen der Visko-Lüfter nicht richtig arbeitet, man diesen aber problemlos feststellen kann, damit er immer drehzahlabhängig mitläuft und entsprechend kühlt. Morgen fahren wir zu einem Mechaniker.

Tag 2 verbringen wir in der Werkstatt.
Nachdem uns der Mechaniker unserer ersten Wahl abweist, er ist gerade wegen Krankheit nicht LKW-tauglich, kaufen wir kurz ein paar Sachen in der Stadt und fahren dann zu Werkstatt 2 unserer Rangliste. Natürlich wartet man nicht gerade auf uns, man hat zu tun, außerdem ist gerade Mittagspause, wir sollen gegen 15 Uhr wiederkommen, da sind wir dran.
Nun, aus 15 Uhr wird 15.30 Uhr und dann kurz nach 16 Uhr, aber es geht los und der Mechaniker ist ebenfalls der Meinung, daß das zumindest keine schlechte Maßnahme ist, um das Problem lösen zu können.
Kabine kippen, – Motor laufen lassen, – andere Sachen prüfen, – Pumpe läuft, – Thermostat sollte gehen, – also der Lüfter. Das Lüfterrad muß komplett raus, – nachdem keine Blockierschraube vorhanden ist, wie wir es eigentlich erwartet hatten, hat der Mechaniker eine etwas unorthodoxe, aber wirksame Methode, das Lüfterrad auf der Welle zu blockieren.
Einbauen, – laufen lassen, – prüfen, – das funktioniert !
Nach 2 ½ Stunden sind wir fertig, umgerechnet 60 Euro sind äußerst angemessen für die Arbeit.

Tag 3 soll nun aber endgültig ein wenig Ruhe bringen, ein paar Kleinigkeiten sind „in Haus und Hof“ zu erledigen. Punkt 1 von 3 haben wir gerade erledigt, als uns der Notruf von Doreen und Yannik erreicht. Die beiden haben mit ihrem Landy schon in Cusco/Peru und Sucre/Bolivien neben uns gestanden und auch die letzten beiden Tage hier. Heute früh haben wir uns verabschiedet und nun stehen sie knappe 50 km von hier mitten in der Atacama-Wüste mit defektem Auto und nichts geht mehr, irgendein Lager an der Kupplung ist hinüber, der Landy steht.

Wir packen zusammen, fahren los und schleppen sie dort weg, zurück auf den Campingplatz.
Gleichzeitig eine kleine Probefahrt für unseren reparierten HerrMAN, und was soll ich sagen, – in den starken Steigungen, die uns Richtung „Calama“ erwarten, wird er wieder zu warm, drei mal halten wir an, um ihn nicht zu überhitzen ! Also Schei…benkleister, das war Nichts.
Wir wissen nicht, ob wir den Landy wirklich schleppen können, aber wir probieren es, – ja, – und es funktioniert, – wir haben kaum Steigungen und die Temperatur bleibt einfach ganz normal im unteren Grünbereich, – ich habe keine Ahnung, was das für ein Phänomen ist.
Nunja, wir sind zurück, – Alles hat geklappt, knappe 4 Stunden hat es gedauert.
Den Abend verbringen wir mit Internetrecherchen und Nachdenken, was das sein könnte und beschließen, morgen noch einmal die Werkstatt aufzusuchen.

Tag 4 verbringen wir wieder in der Werkstatt, – wir checken noch einmal alle Möglichkeiten durch, lassen einen kompletten Motorölwechsel mit Filterwechsel machen, der ist eh schon überfällig und prüfen auch den Ölstand im Getriebe, dort ist etwas zu viel drin, was wir ablassen.
Mehr fällt uns zu dem Thema nicht ein, auch der Mechaniker hat keine Idee mehr zu diesem Thema.
Morgen fahren wir in die Berge, es muß ja irgendwie weitergehen, drüben auf der argentinischen Seite, in „Salta“, gibt es einige LKW-Werkstätten, wir müssen irgendwie dort hin kommen, – das wird spannend.


Wir sind weiter auf dem Camping „Andes Nomads“. ( S 22° 58′ 53“ W 068° 10′ 58“ )

Tagesetappe: 35 + 122 + 38 km Gesamtstrecke: 68.568 km



25.01.2025 – Vom Geysir El Tatio nach San Pedro de Atacama

Wir sind ganz alleine hier oben auf dem Parkplatz des Besucherzentrums.
Die Nacht ist sternenklar, – kein Kunstlicht trübt den Blick auf den Sternenhimmel, – und es ist bitterkalt, – bis auf 0 Grad sinkt die Temperatur, – wir sind auf 4.300 m ü. NN.
Wir schlafen beide ziemlich schlecht, haben Kopfweh und kriegen schlecht Luft.
Wahrscheinlich war der Anstieg von knapp 2.400 m. ü. NN herauf auf 4.300 m ü. NN innerhalb von 4 Stunden doch etwas zu heftig.

Unser Wecker klingelt um 06.15 Uhr, – ein erster Blick aus dem Fenster läßt uns entsetzt aufschrecken, – auf der einzigen Zufahrtstraße steht eine mindestens 300 Meter lange Schlange an Fahrzeugen, – ihre Lichter wirken gespenstisch und die gesamte Szene irgendwie irreal, – hier oben, mitten im Nichts, – wo wir doch eigentlich ganz alleine sind, staut sich mitten in der Nacht bei völliger Dunkelheit der Straßenverkehr ??? Unglaublich !

Nunja, nach einer halben Stunde, – bis wir uns dick eingemummt und mit festem Schuhwerk ausgerüstet haben, hat sich der erste Ansturm gelegt.
Im Besucherzentrum nebenan holen wir uns unsere Tickets, 10 Minuten anstehen, umgerechnet 15 Euro pro Person kostet das Ticket.
Dann können wir los, mit dem Fahrzeug geht es noch einmal etwa 2 Kilometer hinaus in das Thermalfeld. Mittlerweile schwindet die Dunkelheit und der Tag bricht an, über dem Thermalfeld sind die Dampfsäulen der Geysire bereits aus der Ferne zu sehen.

Dort angekommen ist, wie schon erwartet, unglaublich viel los, – jede Menge Kleinbusse karren Touristen aus dem weiten Umkreis hierher, aber auch mit PKW´s finden viele Schaulustige den Weg nach hier oben. Naja, in der Weite des Feldes verlaufen sich die Massen doch ein wenig und wir begeben uns auf einen Spaziergang durch die brodelnden und blubbernden Löcher, – hört sich schon gespenstisch an, – einige spucken heißes Wasser in die Höhe, – naja, dem „Old Faithfull“ machen sie gerade keine Konkurrenz, 50 bis 75 Zentimeter hoch sprudelt an manchen Stellen das Wasser, aber in der Summe ist es schon sehenswert.

Wir fahren ein Stück weiter, auf der anderen Seite des Thermalfeldes ist das „Bad“, hier lassen sich einige Besucher in Thermalbecken nieder, – bei diesen frostigen Temperaturen sicher auch ganz lustig. Für uns eher nicht.

Wir fahren zurück auf den Parkplatz, Heike bereitet ein ausgiebiges Frühstück, schöner heißer Kaffee ist jetzt genau das Richtige um wieder auf Temperatur zu kommen.

Dann fahren wir zurück, es sind etwa 100 Kilometer nach unten und wieder fast 2.000 Meter Höhenunterschied. Die Strecke ist die selbe, es gibt nur Diese, bei der Lagune mit den Flamingos legen wir eine längere Pause ein.

Das „Temperaturproblem“ haben wir heute nicht, es geht ja (fast) nur nach unten oder geradeaus.
Gegen Abend sind wir wieder auf dem Camping „Andes Nomads“ zurück. ( S 22° 58′ 53“ W 068° 10′ 58“ )

Tagesetappe: 104 km Gesamtstrecke: 68.373 km

24.01.2025 – Von San Pedro de Atacama zum Geysir El Tatio

Gegen 11 Uhr können wir uns endlich losreißen, zunächst durch das Städtchen, dort auf die B 245, sie wird uns nach etwa 100 km Erd- und auch einigen Stücken Wellblechpiste auf 4.300 Meter ü. NN zu den Geysiren bringen.

Die Piste ist gar nicht übel, stellenweise gehen 70 km/h, – nur tückischerweise kommen dann plötzlich miserable Stücke, die eigentlich nur im Schneckentempo zu passieren sind, – bis ich es jeweils merke, hat es schon jämmerlich gescheppert unter den Rädern, – tut echt weh !

Die ersten 25 km laufen gut, dann passiert uns ein Mißgeschick, – wir biegen falsch ab.
Ist allerdings nicht so ganz unsere Schuld, die B 245 geht rechts weg, die eigentlich bessere Strecke nennt sich hier B 223 und geht links weg, – also eindeutig rechts weg.
Nach etwa 8 km wird sie dann echt grottenschlecht, löcherig, ausgewaschen, ausgebrochen, ich brauche den Allradantrieb, – das kann es doch nicht sein, – eigentlich wird die Strecke als recht gut beschrieben ? Der Blick ins Navi klärt auf: Aus der vermeintlichen B 245 (rechts weg) wird später die B 221 und aus der (falschen) B 223 wird später wieder die B 245.
Also irgendwie auf die falschen Bezeichnungen reingefallen, – umdrehen und etwa 10 Kilometer zurück.

Dann geht die ürsprüngliche B 245 recht brauchbar weiter, – die Wellblechstücke und einige Löcher bleiben, aber es geht voran.
Und die Landschaft wird echt klasse hier oben, – tiefe Canyons zwischen rauhen Felsen, – weite Täler, bretteben, – ehemalige Salare, – teilweise wächst ein wenig Gras zwischen dem Nichts, – Vicunjas finden selbst den letzten, versteckten Stengel.

Kleine Lagunen tauchen neben der Straße auf, – herrlich anzuschauen, leicht begrünt, mit einem weißen Mineralienrand, – Flamingos und Andengänse stehen im Wasser, – die nahen Berge und der blaue Himmel spiegeln sich im glatten Wasser wieder. Hier könnte man gerade stehen bleiben.

Unser Temperaturproblem taucht in starken Steigungen wieder auf, – wir werden am Montag dann doch eine Werkstatt aufsuchen müssen, – mal schauen, was die evtl. finden können, – aus meiner Sicht ist eigentlich alles in Takt, – trotzdem erreicht der HerrMAN für mein Gefühl unter Volllast, in langen Steigungen zu hohe Temperaturen.

Kurz nach 16 Uhr (das war knapp, um 16.30 Uhr wird der Parkplatz geschlossen) erreichen wir den Parkplatz am Besucherzentrum der Geysirregion. ( S 22° 21′ 04“ W 068° 00′ 55“ )
Wir werden hier übernachten und morgen früh um 7 Uhr am Geysir sein, denn dieser ist nur am Morgen aktiv und stellt bis spätestens um 9 Uhr seinen Dienst ein.

Tagesetappe: 115 km Gesamtstrecke: 68.269 km