06.03.2024 / Tag 7
verbringe ich mit Putzen im Fahrerhaus, millimeterdick liegt der Staub auf Armaturenbrett und Anbauteilen.
Meine Nachbarn, Gaby und Werner sind wegen dem Druckluftproblem mit ihrem MAN in der Stadt in der Werkstatt, werden auch heute nicht fertig und bleiben dort.
07.03.2024 / Tag 8
Gaby und Werner kommen erst am Nachmittag gegen 15 Uhr zurück.
Trotzdem nehmen wir den gemeinsamen Termin beim Zoll am späten Nachmittag noch in Angriff, fahren mit „Mili“ und unseren vorbereiteten Papieren hinunter in die Stadt zum Zoll. Dort geht die Beantragung relativ zügig, nach etwas Wartezeit sind wir dran und gute 20 Minuten später fertig.
Was geschieht eigentlich dort beim Zoll ?
Regulär kann man sein Fahrzeug derzeit nur 90 Tage in Peru lassen, dies wird bei der Einreise an der Grenze in einem Importpapier festgehalten, mit Ablauf der Frist muß man ausreisen.
Für Ausnahmefälle, in denen das Fahrzeug länger im Land bleiben soll, kann es an bestimmten Orten abgestellt werden und darf dann nicht mehr bewegt werden, in unserem Fall unser Campingplatz, die Besitzer bürgen für die Einhaltung der Einschränkung.
Dies wird durch die Polizei kontrolliert und bestätigt.
Der Zoll unterbricht dann das „90-tägige Temporary Import Permit“ für maximal 365 Tage und setzt dieses nach Rückkehr und erneutem Vorstellen in der Behörde wieder in Kraft, oder erteilt auf Wunsch gar eine erneuerte 90-Tage-Importgenehmigung.
08.03.2024 / Tag 9
Die nächsten Tage nehme ich mir immer einen Teil der Wohnkabine vor und mache Generalreinigung, schön gemütlich, bin ja nicht auf der Flucht und habe noch viel Zeit.
Am späten Nachmittag gehe ich zusammen mit den Nachbarn hinunter in die Stadt, gute Gelegenheit, die Wäsche mit in eine der vielen Wäschereien zu nehmen, die hier ihre Dienste anbieten.
In der historischen Altstadt schauen wir uns noch ein paar Sachen an, so z.B. den berühmten 12-eckigen Stein in der „Calle Hatunrumiyoc“, der dort in der Mauer des ehemaligen Inkapalastes exakt eingearbeitet ist.
Am Abend gönnen wir uns an der Plaza ein schönes Abendessen, draußen auf dem Platz wird gesungen und getanzt.
09.03.2024 / Tag 10
Heute scheint endlich mal die Sonne, – ja, das Wetter läßt stark zu wünschen übrig, – irgendwie Aprilwetter, – immer wieder mal Regenschauer mit grauen Wolken am Himmel, dazwischen klare Abschnitte mit blauem Himmel und Sonnenschein, – richtig heftig knallt die Sonne in diesen Momenten.
Ich nutze die Gelegenheit für einige Kleinreparaturen, die außen am HerrMAN zu machen sind, die Kabelabweiser auf dem Dach montiere ich komplett ab, dicke Äste haben sie weitestgehend zerstört, werde ich in Deutschland neu anfertigen, diesmal stabiler, und im Herbst wieder aufschrauben.
Gaby und Werner fliegen morgen schon zurück, heute ist ihr letzter Abend, Grund genug, noch einmal ein nettes Lokal in der Stadt für ein leckeres Abschiedsessen aufzusuchen.
10.03.2024 / Tag 11
Heute ist wettertechnisch kein Sonn(en)tag, – genau das Gegenteil von gestern, – grauer Himmel, – keine Sonne in Sicht, – immer wieder kurze Regenschauer.
Heute findet unten in der Stadt an der „Plaza de Armaz“ eine Parade statt, witterungsbedingt spare ich mir den Gang, – schade, – und verkrieche mich in der Kabine zum Innendienst, wieder mal ein wenig Schreiben und Lesen, dazwischen auch wieder eine Ecke putzen.
Am Nachmittag dann bestes Wetter, – blauer Himmel, – Sonnenschein, – ich mache mich los, Richtung Stadt, – unterwegs am Platz vor der Kirche „San Cristobal“ spielt Musik und ein paar Tänzer in bunten Trachten zeigen ihr Können.
Dann lande ich wieder auf der „Plaza de Armaz“, sie ist halt mal das Herz der Stadt, – es ist herrlich, dem sonntäglichen Treiben zuzusehen, – ich sitze fast 2 Stunden auf einer der Bänke, mitten auf der Plaza und genieße.
11.03.2024 / Tag 12
Auch in dieser Nacht wieder etwas Regen, der Himmel am Morgen immer noch grau.
Gegen Mittag wieder bestes Wetter, heute hole ich die Besichtigung der Inkastätte „Sacsayhuaman“ nach, – fußläufig in 5 Minuten zu erreichen.
Absolut beeindruckend, die Anlage, – auf einem riesigen Gelände stehen die Reste der alten Inkastadt, riesige Mauern, wieder aus mächtigen, bis zu 100 Tonnen schweren, exakt behauenen Steinquadern, mörtel- und fugenlos zusammengesetzt. Noch heute haben Archäologen und Wissenschaftler keine Ahnung, wie man seinerzeit diese mächtigen Quader bewegen konnte.
Vermutlich waren (unvorstellbare) 20.000 bis 40.000 Menschen (unvorstellbare) 70 Jahre lang mit dem Bau dieser Anlage beschäftigt, sie war ursprünglich wohl als religiöse Kultstätte geplant, wurde jedoch nach und nach zu einer Festung ausgebaut.
Fast 3 Stunden bin ich unterwegs und genieße dabei den herrlichen Sonnenschein.
12.03.2024 / Tag 13
Heute mache ich „klar Schiff“, den HerrMAN fürs Einstellen fertig machen, nochmal Luft prüfen und überall ein wenig mehr draufgeben, soll ja halten bis in den Herbst, Wassertank füllen, Kühlschrank schon mal abtauen und reinigen, die Rechnung zahlen und mit Mili absprechen, wann wir wiederkommen.
Natürlich kommt auch der Plausch auf dem Platz nicht zu kurz, „Quinta Lala“ ist gut frequentiert, jeden Tag kommen neue Gäste, andere ziehen weiter, da gibt es ständig was zu bereden.
Am Abend gehe ich noch einmal hinunter an die Plaza, ein wenig bummeln, das ist in der Tat ein sehr schöner Ort, – anschließend nochmal ein gutes Abendessen genießen, – Kühlschrank ist ja nun leer.
13.03.2024 / Tag 14
Am frühen Nachmittag verlasse ich den Platz, – der HerrMAN steht auf einem der Dauer-Stellplätze, in bester MAN-Gesellschaft, – Batterien abgeklemmt, – Auspuff verschlossen und alle Schotten dicht.
Für die letzte Nacht habe ich mir am Flughafen ein Hotelzimmer gebucht, ich muß am Donnerstag früh schon um 5 Uhr am Flughafen sein, da mag ich nicht erst ewig durch die Stadt gekurvt werden.
Ein Taxi bringt mich hin, eine knappe halbe Stunde dauert die Fahrt, kostet 40 Soles, etwa 10 Euro.
Das ausgesuchte Hostal „Ukumari Andino“ ist angeblich nur 300 Meter vom Flughafen entfernt, – das mag wohl stimmen, wenn man das Ende der Start- und Landebahn als „Flughafen“ annimmt, – zum Terminal sind es allerdings 1,5 Kilometer und ich brauche dann morgen früh doch ein Taxi zum Flughafen, – morgens um 5 Uhr mit Koffer und Rucksack in dieser Ecke der Stadt durch die Dunkelheit laufen, ist nicht wirklich ratsam. Naja, und auch sonst ist das Hostal nicht der Brüller, ich gehe eine Kleinigkeit essen und früh ins Bett, die Nacht wird kurz werden.
Tagesetappe: 0 km Gesamtstrecke: 64.319 km








































































































































































