13.06.2019 – Von Lunenburg nach Tiverton

Der Nachtplatz war super, – schön ruhig, – am Abend kommen drei Hirsche vorbei und holen sich direkt neben uns das frische Grün von den Hecken.

Der Morgen ist angenehm warm, 17 Grad schon, der Himmel leicht bedeckt, aber insgesamt nicht unschön.
Gegen 10 Uhr machen wir uns los, verlassen die „South Shore“ Region und queren die Halbinsel von „Nova Scotia“, – hinauf an die Nordküste auf die Landzunge „Digby Neck“ und hinunter nach „Long Island“. Wir möchten in Tiverton einen Bootsausflug in die „Bay of Fundy“ machen, wo man Wale beobachten kann.

Wir fahren über die 3 von Lunenburg nach Bridgewater, dann weg vom Meer, durch das Landesinnere über Chelsea nach Caledonia und auf der 8 bis kurz vor Annapolis Royal, von dort über die 101 nach Digby an der „Bay of Fundy“, anschließend die Landzunge hinunter und mit der Fähre hinüber nach „Long Island“.

An der Südküste zunächst noch das gewohnte Bild von kleinen „Schwedenhäusern“ am Meer, bunt und meist gut gepflegt, – später im Landesinneren überrascht uns, daß fast über die gesamte Strecke entlang der Straße rechts und links in den endlosen Wäldern in gebührenden Abständen auch diese kleinen Häuser stehen, oftmals gar Mobilheime, Briefkasten an der Straße, der Rasen top gemäht, Pickups und riesige Wohnanhänger daneben, – oft fragen wir uns, was Menschen bewegt, so weit vom Schuß zu leben und auf welche Art und Weise sie wohl ihren Lebensunterhalt bestreiten. Allerdings sehen wir zunehmend auch weniger schöne, manchmal verkommene oder gar verlassene Häuser, oft mit jeder Menge Unrat drumherum, – kleine Schrottplätze mit alten Autos, Traktoren, Landmaschinen oder gar Bulldozern, – übriggeblieben, – wertlos.

An der nördlichen Küste, in der „Bay of Fundy“ zeigt sich zwei mal täglich ein Naturschauspiel sondersgleichen, Ebbe und Flut heben und senken den Meeresspiegel um bis zu 16 Meter, hier in Digby so etwa um 8 bis 10 Meter, – zum Vergleich: in der Nordsee sind dies etwa 2 Meter, die Ostsee bringt es gerade mal auf 30 Zentimeter.
Wir bummeln durch Digby, lassen uns am Hafen zum Fischessen nieder und beobachten mit Erstaunen, wie der Hafen leerläuft, irgendwann sehen wir nur noch Schlick und Steine, Seetang, hie und da einen alten Autoreifen und kreischende Möwen, die irgendetwas aus dem Schlamm picken. Die Stege an den Anlegern sind schwimmend gebaut, sie heben und senken sich mit dem Wasserspiegel, so daß der Bootsbetrieb nahezu reibungslos weiterlaufen kann.
Morgen werden wir evtl. bis „Burntcoat Head“ im „Minas Basin“ kommen, dort soll die Tide die 16 Meter sogar überschreiten, – wir sind gespannt.

Nach dem Mittagessen fahren wir die Landzunge hinunter, 45 Kilometer sind es wohl bis zur Fähre und mit ihr hinüber auf die vorgelagerte Insel, mt 7 Dollar sind wir dabei.
Beim Touranbieter in Tiverton halten wir und fragen, wann es morgen losgehen wird, – er spricht ein sehr gutes Deutsch, erzählt uns, daß er fast in jedem Jahr mal Deutschland besucht und lässt uns dann wissen, daß er derzeit nicht hinausfährt, weil zu wenig los sei, – erstens bezüglich der Touristen und zweitens bezüglich der Wale, es sei noch zu früh, erst Ende Juni kommen sie in großer Zahl aus dem Süden heraufgezogen, derzeit sollen nur vereinzelte Exemplare bereits hier sein, er möchte aber, daß seine Gäste auch tatsächlich was zu sehen kriegen. – Ok, fair, – 74 Dollar für den Ausflug ist ja nicht gerade ein Pappenstiel !
Am Eingang zum „Balancing Rock Trail“ auf „Long Island“ treffen wir eine deutsche Familie, die heute bei einem anderen Touranbieter eine solche Bootstour mitgemacht und leider keine Wale angetroffen hat.
Wir verschieben das Projekt auf später, es gibt noch einige Gelegenheiten für uns, zur Walbeobachtung hinaus zu fahren.

Hier auf dem Parkplatz im Wald bleiben wir für die Nacht stehen ( N44° 22′ 03.7″ W 066° 14′ 07.7″ ), sauber und schön ruhig ist es hier.
Die Wanderung zum „balancierenden Felsen“ verschieben wir auf morgen, es beginnt nämlich gerade heftig zu regnen.

Tagesetappe:     228 km          Gesamtstrecke:     1.208 km

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