19.08.2019 – Von Tok (Alaska/USA) zum Lake Creek (Kanada)

Glasklarer Himmel in der Nacht, die Temperatur nahe der Frostgrenze, – schon um 6 Uhr in der Früh scheint die Sonne hell vom Himmel, winterlich ist es.
Trotz hellem Sonnenschein schafft es das Thermometer bis Mittag gerade mal auf 10 Grad, das ist alles für heute und am Nachmittag ziehen wieder die obligaten dicken Wolken vor die Sonne.

Heute verlassen wir Alaska, – erst noch volltanken in Tok, Diesel ist in Kanada teurer als hier, – gegen 11 Uhr fahren wir los.
Auf dem „Alaska Highway“ nach Süden, großartige Attraktionen haben wir die nächsten 750 Kilometer nicht zu erwarten, – außer denen der Natur natürlich, – entlang der Strecke gibt es kaum Ansiedlungen, 2 oder 3 kleine Städtchen, über weite Strecken noch nicht mal eine Tankstelle.

Knapp 140 Kilometer fahren wir noch in Alaska, es hat wenig Verkehr, nur einige Fahrzeuge sind unterwegs, – der Highway ist an vielen Stellen ziemlich ramponiert, immer wieder langgezogene Wellen im Asphalt, Frostschäden, sie lassen den HerrMAN wieder heftig schaukeln, an einigen Stellen wird die Straße noch ausgebessert, an Anderen ist sie schon fertig.
Am frühen Nachmittag erreichen wir die Grenze, eine Ausreisekontrolle auf US-Seite gibt es gar nicht, nur drüben auf der gegenüberliegenden Seite werden die Einreisenden kontrolliert, – wir haben nur ein Hinweisschild, daß die kanadische Einreise erst in 20 Kilometern Entfernung stattfindet.
So kommen wir bis kurz vor „Beaver Creek“, der ersten kanadischen Ansiedlung, dort ist die Grenzstation, – wir sind im Moment die Einzigen und sofort dran, – der Zöllner ist freundlich, schaut sich unsere Papiere an, stellt die obligaten Fragen nach dem Woher und Wohin, nach der Ersteinreise vor Wochen, dann nach Waffen, Drogen, Alkohol, Geldmitteln und nach Feuerholz, – das darf nicht mitgenommen werden, man hat hier große Angst, Baumschädlinge zu verschleppen, die in manchen Regionen bereits erhebliche Schäden angerichtet haben. Offensichtlich kann ich all seine Fragen zur Zufriedenheit beantworten, – nach 5 Minuten wünscht er uns einen angenehmen Aufenthalt, – alles erledigt, – eine Fahrzeugkontrolle findet nicht statt.

Mit dem Wechsel nach Kanada gibt es wieder die metrischen Systeme, Kilogramm, Liter, Kilometer, auch die Geschwindigkeitsangaben auf den Schildern sind wieder in km/h, die Temperatur wird wieder in Grad Celsius angegeben. Unsere Uhr springt um eine Stunde vor, von der „Alaskan Time“ auf die „Pacific Time“, wir sind jetzt nur noch 9 Stunden hinter der deutschen Zeit zurück.

An der Landschaft ändert sich durch die Grenze rein gar nichts.
Vorher wie nachher fahren wir durch die ewig weiten borealen Nadelwälder mit den Tundraflächen, die wie Inseln dazwischen liegen, – kleine Tümpel und Seen, auf denen Arktikschwäne zu Hause sind, – in einem dieser Tümpel steht wieder ein äsender Elch, – weitläufige Flußbetten, kleine Bäche, die wir kreuzen und am Horizont immer die schneededeckten Berge der „Wrangell Mountains“, dieses Gebirgsmassiv haben wir nun in den letzten Tagen in einem weiten Bogen von mehr als 900 Kilometern fast umrundet.

Die nächsten gut 100 Kilometer fahren wir gemütlich Richtung Süden, wärmer wird es trotzdem nicht, – kann noch was dauern.
Der kanadische „Alaska Highway“ ist etwas besser als der auf US-Seite, trotzdem ist Vorsicht geboten, die ekligen Bodenwellen kommen immer recht plötzlich, sie sind kaum zu sehen, – dann gibts wieder eine kleine Flugeinlage.

Am Abend finden wir im „Niemandsland“ einen kleinen, staatlichen Campground, „Lake Creek Yukon Camp“- herrlich am Fluß gelegen, – vor der Kulisse der schneebedeckten „Kluane Berge“, an jedem Platz Picknickgarnituren, Feuerstellen mit Grillrost und fertiges Brennholz. Eine schöne Einrichtung der Provinz Yukon, – etwa 50 solcher Plätze gibt es im gesamten Yukon Gebiet, 12 kanadische Dollar (ca. 8 Euro) per self-registration kostet die Übernachtung, – wir haben sie schon auf der Herfahrt im Yukon immer wieder genossen und in Alaska vermisst haben, – dort sind die Campgrounds überwiegend privat und profitorientiert, d.h. ziemlich teuer. Hier, direkt am Fluß werden wir die Nacht verbringen. ( N 61° 51′ 15.4″ W 140° 09′ 10.6″ )

Tagesetappe:     252 km                    Gesamtstrecke:     16.661 km

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