13.09.2019 – Von Pahaska Tepee nach Cody

Endlich scheint mal wieder die Sonne kräftig von einem blauen Himmel, die Nacht war mit 2 Grad noch immer kalt.

Heute fahren wir nicht sehr weit, nur das kurze Stück rüber nach „Cody“.
Dazu nehmen wir die 14 / 16 / 20 (ja, so komisch ist die Straßenbezeichnung hier) und fahren durch das herrliche Tal des Shoshone-River, – eine wirklich ausgezeichnet schöne Strecke, – rote Sandsteinfelsen säumen den Weg rechts und links, im Hintergrund leuchten die schneebedeckten Gipfel der „Absaroka Ranges“ vor dem stahlblauen Himmel, – Nadelbäume und Büsche, die bereits erstes Herbstlaub tragen, der Fluß und immer wieder versteckt liegende, schöne kleine Blockhütten, – teils privat bewohnt, – teils aber auch als Ferienwohnungen an der Straße feilgeboten, – eine Vielzahl hübscher, kleiner Campgrounds, – später dann, als das Tal etwas weiter wird, viele Pferderanchen. Wyoming, – der Pferdestaat schlechthin, – hier sieht man noch echte Cowboys auf den Straßen, im Supermarkt, an der Tankstelle, – unglaublich viele Pickups ziehen Pferdeanhänger hinter sich her, die Ranches bieten Ferienvergnügen rund ums Pferd an und selbst die Campgrounds sind auf Pferde eingestellt, sie bieten Einstellgatter an, in denen der Feriengast, der mit Auto und Pferd unterwegs ist, in der Nacht auch seinem Pferd eine angemessene Übernachtungsmöglichkeit bieten kann,. Das nenne ich doch mal „Klasse“, – hier ist das wahrscheinlich ganz normal.

Kurz vor „Cody“ passieren wir den schön gelegenen „Buffalo Bill Reservoir Springs“, einen Stausee, der durch den Bau des „Buffalo Bill Dam“ im „Shoshone Canyon“ entstanden ist.
Ja und ihr merkt schon, wir sind schon bald in „Cody“ angekommen und hier dreht sich alles um „William (Bill) Cody“, nach dem auch die Stadt benannt ist, – der legendäre „Buffalo Bill“, – der Westernheld schlechthin, – der See, der Staudamm, die Stadt, Straßen, Gebäude, Hallen und Plätze sind nach ihm benannt.
Nach dem viel zu frühen Tod seines Vaters muß „Bill Cody“ zum Familienunterhalt beitragen und verdingt sich bereits als 11jähriger Junge als Fallensteller, – wäscht Gold und wird letztendlich reitender Bote beim „Pony Express Service“, – um 1860 / 61 bringen er und seine Kollegen Briefe in Rekordgeschwindigkeit über tausende von Kilometern zu den Empfängern, – er macht sich damit einen Namen, weil er schier unmenschliche Entfernungen in Rekordzeit zurücklegen kann, – später verdingt er sich der Armee, wo er zur Versorgung eines Gleisbauarbeiterbatallions täglich 12 Büffel in der Prärie erlegt und damit seinen Namen „Buffalo Bill“ weg hat.
Weltbekannt wurde er, als er das Leben in Wildwest auf die Bühne brachte und in den 1880er Jahren sogar mit großem Ensemble und 500 Rindern und Pferden bis nach Europa tingelte. Die Welt war begeistert, – der Beginn der Wildwest-Manie, die sich ja noch immer ein wenig zu halten scheint.

So gibt es hier das Buffalo Bill Denkmal, das Buffalo Bill Historical Center, ein Cody Heritage Museum, und noch Vieles mehr, – das Stadtzentrum hat sich übrigens seinen Wildwestcharakter bis heute behalten, zumindest was die Gebäude betrifft, – im Hotel „Irma“, in dem er seinerzeit residierte wird noch heute jeden Abend um 18 Uhr auf der gesperrten Nebenstraße eine „Wildwest-Szenerie“ in Original-Kleidung mit Schießerei für die Touristen nachgestellt. Wo wir schon mal da sind, schauen wir kurz vorbei, — naja, – räusper, — die „Jungs“ in ihren Original Wildwestmonturen sehen echt Klasse aus, – der Rest, – naja.

Den Nachmittag verbringen wir mit „Arbeit“, – heute mal wieder Einkaufen, Tanken, Internet und die Suche nach einer Werkstatt, die uns die Lichtmaschine repariert oder austauscht, – schwierig, – mehrere vergebliche Versuche, – wir versuchen es in der nächst größeren Stadt wieder, – hat ja nicht so die Eile.

Am Abend loggen wir uns für die Nacht wieder mal bei „Walmart“ ein, als Rabatt für unseren nachmittäglichen Großeinkauf sozusagen. ( N 44° 31′ 04.1″ W 109° 05′ 27.1″ )

Tagesetappe:     98 km                    Gesamtstrecke:     22.183 km

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