23.05.2020 – Urlaub in Chetumal / Calderitas

Seit mehr als 10 Wochen sind wir jetzt hier in dem kleinen Ort Calderitas bei Chetumal auf dem Campground „Yax-Ha“.

Mehr als 10 Wochen, – eigentlich nicht unser Ding, so lange an einem Ort zu bleiben, aber die Zeiten sind halt mal so.
Wir hatten Glück, daß wir Anfang März gerade hier eingetroffen sind, denn auch hier begann um diese Zeit „Corona“.
Zunächst war das alles noch in weiter Ferne, wir dachten schon ans Weiterfahren, als plötzlich die ersten Meldungen von geschlossenen Grenzen nach Süden und von Reisebeschränkungen hier eintrafen.
Als dann die Hotels hier an der Karibikküste schließen mussten und auch unser Campground  die Türen verriegelte, war erst mal Nachdenken angesagt.
Wir erhielten die Mitteilung, daß die Campgrounds landesweit geschlossen sind, aber auch gleichzeitig die erfreuliche Botschaft, daß wir bleiben können, – auf unbestimmte Zeit.
Reisen, auch innerhalb Mexikos wird für einige Zeit nicht mehr möglich sein, die Grenzen zwischen den Bundesstaaten sind oft blockiert, viele Straßen gesperrt, Städte abgeriegelt, es sind Kontrollstellen eingerichtet, reisen ist nur aus triftigen Gründen möglich.

Tja, und so kommt es dann, daß wir noch immer hier sind.

Uns geht es gut, – es fehlt an Nichts, außer halt an der Freiheit, zu reisen.
Der Campground „Yax-Ha“ ist wohl der Beste, den wir auf unserer gesamten Reise durch Mexiko zu sehen gekriegt haben, direkt am Meer, auf Rasen, unter Palmen, großzügig, sauber und gepflegt, die sanitären Anlagen gut in Schuß, ein großer, sauberer Swimmingpool, eine eigene Wäscherei, recht gutes WLAN und freundliches Personal, – und wir kriegen einen recht guten „Dauerbewohnerpreis“.
Schlichtweg, – es gibt schlimmere Orte zum Hängenbleiben.
Wir bleiben jetzt auf unbestimmte Zeit hier und beobachten, wie sich die Welt so verändert.

Mexiko befindet sich noch bis Ende Mai im „lockdown“, kurz nach unserer Ankunft schließen alle Restaurants rund um unser Domizil, viele Geschäfte machen ebenfalls dicht, die Menschen tragen schon früh Mund, -Nasenmasken, Plakate und Lautsprecherdurchsagen in der Stadt erklären die neuen Hygieneregeln, auch am Eingang zu unserem Platz gibt es eine Desinfektionsstation.
Wir sind hier ursprünglich zusammen mit noch 8 anderen Reisefahrzeugen hängengeblieben, dann entschließen sich einige ihre Reise abzubrechen und gehen mit den letzten Fliegern zurück in ihre Heimatländer, Australien, Schweiz, Luxemburg, Kanada.
Letztendlich bleiben neben uns Deutschen noch ein Paar aus Österreich, ein kalifornisch-englisches Paar und eine junge argentinisch/chilenisch/mexikanische Familie mit 2 Kindern, die eigentlich in Mexiko-City wohnen und vor Corona hierher geflüchtet sind, weil der 4-jährige Junge eine Atemwegserkrankung hat und sie schlichtweg Angst haben, in der Stadt zu bleiben.
Der Campground ist größer als ein Fußballfeld, also Platz für jeden von uns, genug um Abstand zu halten und uns zurückzuziehen, wir kommen aber auch immer wieder mit den anderen zusammen, mit gebührender Distanz, das klappt allerbestens.

Wir sind hier nicht eingesperrt, – nein, wir können raus in die Stadt, allerdings macht das in der momentanen Zeit nicht wirklich Spaß, wir fahren alle 10 Tage hinüber zum Supermarkt, einkaufen, mal in die Apotheke und mit Aspro zum Impfen zum Tierarzt oder zur Bank, überall geht es ziemlich gelassen zu, trotzdem ist die Atmosphäre halt alles andere als angenehm entspannt.
Leider sind die Restaurants ringsum alle geschlossen, so ist Selbstversorgung angesagt. Zu kaufen gibt es alles, – außer Bier, das ist allerdings bewußt von der Obrigkeit so angeordnet, man möchte vermeiden, daß über die Langeweile und Arbeitslosigkeit während des „lockdown“ zuviel davon genossen wird.
Naja, genutzt hat es nicht wirklich was, – gerade vorgestern war in den Nachrichten zu lesen, daß anstatt Bier nun billiger, selbstgebrannter Fusel getrunken wird, was landesweit in einer Woche zu mehr als 100 Todesfällen geführt hat, weil das Zeug übel gepanscht ist.

Wir bringen die viele Zeit recht gut rum, ein wenig was zu tun in „Haus und Hof“ gibt es immer, die Lust dazu ist bei der Hitze nicht wirklich groß, meist ist es erst abends nach 17 Uhr überhaupt möglich, etwas zu machen, – Hängematte und Pool helfen da ganz gut über die Zeit, irgendwie wird man richtig faul, es ist halt auch ziemlich warm, täglich so 32 bis 34 Grad, die Sonne brennt absolut senkrecht gnadenlos vom Himmel, die Nächte sind mit 29 bis 26 Grad ganz brauchbar, – angenehm ist die stets frische Brise, die vom nahen Meer herüberweht.
Allerdings beginnt seit knapp einer Woche schon die Regenzeit, die hier den gesamten Sommer anhält, noch regnet es nicht täglich, aber jeden zweiten Tag schon, immer in Schüben, öfters auch heftig mit Gewitter, jedenfalls wird es unangenehm drückend schwül, die Luftfeuchtigkeit liegt oft bei 95 %, das ist für uns Europäer nicht wirklich angenehm. Zudem beginnt im Juni dann die Hurrikanzeit, – es wird also jetzt Zeit zu gehen.

Wie unser Plan ist, erzähle ich dann morgen.

Monatsetappe:     160 km                    Gesamtstrecke:     46.639 km

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