19.02.2020 – Von Isla Aguada nach Campeche

Nach einer weiteren warmen und stickigen Nacht fahren wir gegen 10.30 Uhr los, – noch kurz in der Wäscherei vorbei, dort hat Heike gestern unsere Wäschesäcke abgegeben, heute ab 10 Uhr können wir sie wieder abholen.

Hinaus auf die MEX 180 bzw. später MEX 180 D, sie führt an der Golfküste entlang nach Norden, – über das „Haff“ zurück, – durch „Champoton“ und weiter nach „Campeche“, – an Maut zahlen wir auf der MEX 180 D 77 Pesos ( 3,85 Euro ). Bis „Champoton“ fahren wir meist in Sichtweite zu Meer und Strand, – das sind schon traumhaft schöne Ausblicke, – typisch karibisch halt, – das Meer leuchtet smaragdgrün in der Sonne, – fast weißer Strand und Palmen machen das Bild komplett, – immer wieder stehen palmgedeckte Palapas an herrlichen Badeplätzen, – kleine Hotels und Restaurants bieten ihre Dienste an, allerdings sind auch hier die meisten (derzeit ?) geschlossen, – weiter nördlich sind private Ferienhäuser an den Strand gebaut, – wirklich schöne Anwesen in traumhafter Kulisse.
Erst zwischen „Champoton“ und „Campeche“ rückt die Straße ein Stück ins Landesinnere, – über weite Stücke durch tropischen Wald, – oder durch weitläufige Felder, hier wird wieder Zuckerrohr in großem Stil angebaut.

Eigentlich wollen wir noch bis „Edzna“ fahren und dort übernachten, – daraus wird allerdings nichts, – heute läßt uns unser HerrMAN seit Beginn unserer Reise vor 45.000 Kilometern zum ersten mal im Stich. In zwei hintereinander folgenden Anstiegen auf der autobahnmäßig ausgebauten MEX 180 D ruckelt er und verliert an Durchzug, – beim dritten Anstieg geht er einfach aus. Wir haben Glück und können gerade noch so in eine der ganz seltenen Haltebuchten neben der Standspur rollen, sogar im Schatten unter hohen Bäumen.
Einige Startversuche sind vergebens, er springt nicht mehr an, – also das Komplettprogramm, – Warndreiecke stellen, die große Werkzeugkiste raus, Faltenbalg weg, Fahrerkabine kippen und suchen, – so wie sich das anhört, ist die Dieselzufuhr unterbrochen, – Diesel im Tank haben wir, das ist sicher, – ich probiers zunächst mit Entlüften, das hilft jedoch nicht, – schau die Filter durch, die sind auch ok, – nächster Schritt ist Dieselpumpe auf Funktion prüfen, dazu öffne ich eine Dieselleitung und starte, – Diesel spritzt, also funktioniert sie, – gut so.
Ich erinnere mich, daß wir genau dieses Problem vor fast 7 Jahren in der Ukraine schon einmal hatten und als ich die gelöste Dieselleitung wieder fest habe, starte ich, und siehe da, – auf einem Zylinder will er anspringen, – so wie damals. Da war so viel Luft in den Dieselleitungen, daß sie durch normales Entlüften per Handpumpe nicht wegzukriegen war, – erst nachdem ich alle 6 Dieselleitungen gelöst und per Starter „durchgespült“ hatte, schnurrte er wieder. Und genau so funktioniert es heute auch wieder.
Nach knapp 2 Stunden rollen wir weiter, – damals in der Ukraine standen wir 2 Tage, – ist doch eine ganz vernünftige Steigerung, – man lernt dazu.
Woher und warum die Leitungen allerdings voller Luft waren, kann ich nicht klären, – wir sind gespannt, ob sich das wiederholt oder ob es eine einmalige Sache bleibt.

So ist es dann schon später Nachmittag, als wir „Campeche“, die 220.000 Einwohner zählende Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates erreichen.
Heike will noch ein wenig was im Supermarkt besorgen, – dann wird es schon Zeit, einen Nachtplatz zu suchen.
Vernünftige Campgrounds sind hier offensichtlich Mangelware, allerdings finden wir in der „iOverlander-App“ den interessanten Hinweis auf einen Parkplatz hinter dem „Galerias Campeche“-Einkaufszentrum (mit C & A), dicht am Meer, dort haben schon andere Traveller vernünftig und sicher gestanden, – der Parkplatz ist schrankengesichert und von Security bewacht, unser Stellplatz liegt auf der straßenabgewandten Hinterseite der Gebäude, ist hell und übersichtlich, für Aspros gibts ein Stück Rasen direkt daneben, ein Fluß läuft direkt vorbei, – naja hie und da riecht es etwas seltsam von dort, aber ansonsten passt das. Ich hatte die Security um Erlaubnis gefragt, als zufällig gerade irgendein Galeria-Manager vorbeikommt, grünes Licht gibt und uns noch eine sehr günstige Übernachtungspauschale von 5 Euro zusagt. Na, wenn das nichts ist. ( N 19° 51′ 20.0″ W 090° 31′ 24.3″ )
Am Abend kommt ein angenehmer Wind vom Meer herüber, der die 35 Grad vom späten Nachmittag gleich erträglicher macht, – auch jetzt gegen Mitternacht sind es immer noch 29 Grad, aber endlich mal lange draussen sitzen geht heute ganz super, der Wind erfrischt und vertreibt die sonst recht lästigen Stechmücken.

Tagesetappe:      173 km           Gesamtstrecke:      45.182 km

18.02.2020 – Ruhetag in Isla Aguada

Heiß und stickig ist die Luft, die Nacht ist 28 Grad warm, wie meist, mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

Am Morgen schlafen wir lange und verplempern irgendwie den Tag, – der Stellplatz ist recht nett, das Drumherum allerdings passt nicht wirklich.
Ein paar Kleinigkeiten gibts zu machen, nicht viel, – die meiste Zeit ist „Abhängen“ angesagt, im wahrsten Sinne des Wortes, – Hängematte, – dort läßt es sich ganz gut aushalten.
Allerdings lechzen wir beide nach einem erfrischenden Bad im Meer, das tut hier jedoch keiner der Gäste, – nur ein paar Einheimische sehen wir am Nachmittag im Wasser.
Der Strand und das Meer bieten eigentlich Idylle, – das Wasser smaragdgrün, – der Strand hellgelb bis weiß, – gesäumt von Kokospalmen, – Fischerboote liegen am Ufer, es sind auch ständig welche in der Lagune unterwegs, – Pelikane gleiten übers Wasser und stürzen sich dann kopfüber in die Fluten, – die Fischreiher kreisen einige Etagen höher und suchen sich ihren Fang von ganz oben aus, bevor sie gemächlich ins flache Wasser stelzen und sich bedienen.

Am Abend steht ein Besuch im platzeigenen Restaurant auf dem Programm, – als wir gegen 18.30 Uhr eintreffen, erfahren wir, daß hier bereits um 18 Uhr geschlossen wird !?!
Seltsames Restaurant, – naja, – morgen ziehen wir weiter, vielleicht haben wir am nächsten Platz mehr Glück.

Tagesetappe:      0 km           Gesamtstrecke:      45.009 km

 

17.02.2020 – Von Nuevo Pital nach Isla Aguada

Auch an diesem Abend frischt der Wind auf und macht die Nacht ganz erträglich, allerdings sind die gesamte Nacht immer wieder „motorbremsende“ LKW von der nahen Straße zu hören, was jedes mal für eine kurze Schlafunterbrechnung sorgt.

Der Morgen beginnt mit strahlend blauem Himmel, – im Nu erreicht das Thermometer 31 Grad.
Unser persönlicher Himmel ist heute leider stark betrübt, – unser fast 20jähriger Kreta-Kater „Pantelis“ ist heute früh über die Regenbogenbrücke gegangen. Er war ja nun wirklich schon ein alter Methusalem, aber immer noch recht gut beieinander, lebte in unserem Haus in Deutschland, Freunde wohnen dort und kümmern sich um ihn, es zeichnete sich allerdings schon die letzten Tage ab, daß seine Zeit wohl zu Ende gehen wird, letztendlich arbeiteten die Nieren kaum noch, die Hinterläufe zeigten Lähmungserscheinungen und als uns dann heute die Tierärztin im Telefonat berichtete, daß er wohl auch Schmerzen habe und ihm keine Hilfe mehr in Aussicht stellen konnte, hat sie uns angeraten, ihn gehen zu lassen. So kams dann. Machs gut du „Alter Taliban“.

So fahren wir dann gegen 11.30 Uhr los, lassen unsere Gedanken schweifen und schweigen uns ziemlich durch den Tag.
Zunächst weiter auf der MEX 186, dann auf die MEX 259 und letztendlich auf der MEX 180 hinaus auf das „Haff“ , das die „Laguna de Terminos“ vom „Golf von Mexiko“ trennt. In „Isla Aguada“ wollen wir ein wenig urlauben.

Die Strecke führt heute überwiegend durch Schwemm- und Sumpfland, unglaublich viel Wasser steht beidseits der Straße, die auf einem niedrigen Damm gebaut ist, – Schilf, Teiche mit Seerosen und unglaublich viele Wasservögel säumen unseren Weg. An manchen Stellen liegt die Landschaft wohl 1 oder 2 Meter höher, ist damit trocken und als Weideland geeignet, Rancher machen sich das zu nutzen und betreiben Viehwirtschaft auf den wenigen Flächen.

Die MEX 180 führt komplett an der Karibikküste entlang, für uns heute unser letztes Teilstück von etwa 30 Kilometern, – beeindruckende Farben hat hier das Meer, türkisfarben, hellgelbe bis weiße Strände, – grüne Palmen im Vordergrund verstärken den Eindruck, – Karibik pur.
Allerdings ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, – Umweltprobleme leider auch hier im vermeintlichen Paradies, – Müll, Schutt und Dreck zwischen Straße und Strand, teilweise auch am Strand, zudem stehen auf der gesamten Länge fast alle Strandanlagen leer, Badeplätze sind geschlossen, Restaurants abgesperrt und verfallen, Bauruinen lassen darauf schließen, daß hier schon mal mehr Optimismus herrschte. Schade.

Schon um die Mittagszeit erreichen wir das Hotel „Freedom Shores“ mit angeschlossenem Campground, direkt am karibischen Lagunenstrand, – unseren Platz für die nächsten Tage. ( N 18° 46′ 56.0″ W 091° 29′ 41.0″ )
Hier haben sich überwiegend kanadische „snowbirds“ niedergelassen, – an sich ein schöner Platz, – mächtige Bäume und Palmen spenden Schatten, – die Community scheint angenehm zu sein, – allerdings lädt uns auch hier der wunderschöne Strand, nur wenige Meter nebenan, nicht wirklich zum Baden, – das Wasser erscheint uns nicht sauber, ist trüb und riecht unangenehm, – das lassen wir lieber, – Pool gibts hier auch keinen, – morgen werden wir mal bleiben, – für länger taugt das hier nicht.

Tagesetappe:      105 km           Gesamtstrecke:      45.009 km

 

16.02.2020 – Von Palenque nach Nuevo Pital

Gestern abend kommt ein angenehmer Wind auf und bläst die stickig-schwüle Luft weg, so wird der Abend und auch die Nacht recht angenehm und mit 21 Grad schon fast frisch. Außerdem herrscht tatsächlich absolute Ruhe hier auf dem Platz, – am Abend klingt noch die Musik vom Restaurant herüber, die empfinden wir eher als angenehm.

Der Morgenhimmel strahlt herrlich blau, die Temperatur ist ganz angenehm, gegen 10.30 Uhr machen wir uns auf den Weg.
Heute durch „Palenque“ zurück auf die MEX 199 und auf der MEX 186 weiter Richtung „Campeche“, an Maut zahlen wir heute 24 Pesos (1,20 Euro).

In „Palenque“ fülle ich Diesel nach und habe schon gleich am frühen Morgen mein „Aha-Erlebnis“.
Ich tanke für 5.900 Pesos, reiche dem Tankwart 12 nagelneue (blaue) 500er, der zählt 2 oder 3 mal bis zur Hälfte, – stockt, – faltet das Bündel, – wechselt es von einer in die andere Hand und zählt dann nochmal, – plötzlich sind es nur noch 11 Scheine und obenauf liegt ein (auch blauer) 20er, worauf er mir irgendwie zu verstehen gibt, daß ich mich wohl vertan hätte und versehentlich einen falschen Schein gegeben hätte.
Die Aktion hatte ich allerdings relativ schnell durchschaut und bemerkt, daß er beim Zählen mal mit einer Hand in seiner Hosentasche war, ich greife ins Geldbündel, nehme den 20er und stecke ihn in seine Hemdtasche, dann greife ich an seine Hosentasche und sage ihm, daß der 12te 500er dort in seiner Tasche sei.
Er versucht noch irgendwie, durch Tippen auf dem Taschenrechner abzulenken, keine Ahnung, was es da zu rechnen gibt, – ich nehme ihm den weg, tippe die 100 rein und blaffe ihn unmißverständlich an, daß er jetzt sofort den 100er Rückgeld rüberschieben soll, weil sonst hier gleich eine Bombe hochgeht.
Vermutlich hat er an meinen hervorgetretenen Augäpfeln und den stark verdickten Adern an der Schläfe den Ernst der Lage erkannt, den 100er rübergereicht und hat sich verkrümelt. – Drecksack !

Wir durchfahren heute eine Landschaft, vergleichbar dem Marschland bei uns, – flach, – feucht, – immer wieder Viehweiden mit Rindern drauf und freistehende oder kleinere Gruppen von Laubbäumen, die so gar nicht tropisch aussehen, – könnte auch irgendwo in Europa sein.
Die Viehwirtschaft scheint den Menschen ein Auskommen zu sichern, die Häuser und kleinen Höfe sehen recht schön aus.

Die MEX 186 führt schnurgerade durchs Land, ist eine recht vernünftige Schnellstraße und meist gut zu fahren, zudem sind heute am Sonntag nicht so viele LKW unterwegs. In der zweiten Hälfte der Strecke läßt die Asphaltdecke immer wieder mal zu wünschen übrig, ist schon mehrfach geflickt, – mehr schlecht als recht, und dadurch manchmal ganz schön schaukelig.

Unser Ziel liegt am mexikanischen Golf, an der Karibikküste, – bevor wir dorthin abbiegen, finden wir hier in „Nuevo Pital“ den netten kleinen Campground „Los Tucanes“, mit Restaurant und Pool, das Camp liegt angenehm auf Rasen, zwischen jungen Palmen, – hier bleiben wir. ( N 18° 35′ 13.4″ W 091° 02′ 23.5″ )
Nur das Brummen der LKW von der nahen Straße stört am Abend noch, üblicherweise läßt der Verkehr aber am späten Abend stark nach, – hoffentlich heute auch.

Tagesetappe:      182 km           Gesamtstrecke:      44.904 km

15.02.2020 – Palenque

Jetzt können wir nachvollziehen, was die Receptionistin mit ihrer Warnung meinte.
Der „Kindergeburtstag“ dauert tatsächlich die gesamte Nacht, – irgendein Animateur hält die Kids auf Trab, – die Lautsprecher voll aufgedreht, – Karaoke oder Ähnliches am Pool auf der linken Seite, – auf der rechten Seite tolle Live-Musik aus dem Restaurant, – Autos kommen und gehen im Minutentakt, sie parken hier im Campground zwischen den Wohnmobilen, – bei jedem Schließvorgang mit der Fernbedienung hupt es zweimal kurz, – wohnen auf dem Rummelplatz, – auch nicht schlecht.
Aber irgendwann schlafen wir dann doch ein, 28 Grad, 75 % Luftfeuchtigkeit, – ist irgendwie wie Übernachten in der Sauna.
Und irgendwann in der Nacht beginnt wieder der tropische Regen, – Abkühlung bringt er keine, aber die Luftfeuchtigkeit steigt auf über 90 %.
Achja, – und die „Affenbande“ brüllt wieder los, es mag wohl so gegen 6 Uhr in der Früh sein, als ein unglaubliches „Geschrei“ vom nahen Urwald herüber zu uns schallt, vielleicht 10 Minuten lang, dann ist Ruhe.

So richtig frisch sind wir wohl beide nicht, als wir am Morgen aufstehen, – der Kaffee machts dann.
Heute steht die Besichtigung der nahen Ruinenstätte „Palenque“ auf unserem Tagesplan, wir können sie zu Fuß erreichen und gehen deshalb nacheinander, Hunde dürfen sowieso nicht in die Anlage rein, also bleibt immer einer von uns beiden mit Aspro am HerrMAN.

Ich mache den Anfang und gehe gegen 11 Uhr los, etwa 500 Meter zu Fuß zum Ticketschalter im „Museum“, dann 200 Meter weiter, dort werden die Tickets kontrolliert, dann folgt eine Strecke von knapp 1,5 Kilometer über eine Asphaltstraße bis zum Haupteingang.
Etwa in der Mitte des letzten Stückes zweigt rechts ein „Naturpfad“ durch den Dschungel, der auch zum Eingang führt, – sicher interessanter als die Asphaltstraße, das schau ich mir an. Ist auch ganz brauchbar zu laufen und interessant durch den dichten Bewuchs zu laufen, – ich bin ganz alleine, – es ist drückend schwül, ich bin patschnaß, selbst die Sonnenbrille beschlägt beim Laufen, – einfach so, – der dichte Dschungel ist finster und wirkt stellenweise fast ein wenig unheimlich, irgendwo über mir in den Wipfeln der hohen Bäume brüllen die Affen ganz toll, – Hinweisschilder weisen auf Schlangen hin und hie und da knackt es seitlich im Gebüsch, – zu sehen ist nichts. Auch irgendwann keine Schilder mehr, der Pfad verzweigt sich mehrmals und ich „verfranse“ mich total, die verschiedenen Pfade werden immer schmaler, stellenweise muß ich gebückt durch die herabhängenden Blätter und Zweige und irgendwann endet jeder Pfad im Nichts.
So ein Mist aber auch, – nach mehr als 30 Minuten Irrweg drehe ich um und laufe den gesamten Weg zurück, dort finde ich dann den richtigen Abzweig zum Eingang der Ruinenstätte und bin einige Minuten später da.

Obwohl es Hinweise auf eine erste Besiedelung um 300 v. Chr. gibt, erlebte „Palenque“ seine Blütezeit erst später, die mächtigen Maya-Bauwerke wurden erst zwischen 300 und 800 n. Chr. erbaut. Im 9. Jahrhundert ist es dann, wie alle anderen Maya-Stätten auch, verlassen worden, – die Gründe dafür sind bis heute unerforscht, – der Urwald hat sich die Stadt zurückerobert und erst im 18. Jahrhundert wurde sie wiederentdeckt und erste Bauwerke nach und nach freigelegt und für Besucher freigegeben, so ist heute ein Kernbereich von etwa 300 x 600 Metern zu besichtigen, der gesamte, noch nicht wieder ausgegrabene Komplex soll wohl 6 bis 8 Kilometer groß sein.

Die alten Tempel und der Palast in der Mitte der Anlage sind pyramidenförmig aufgebaut und dem umliegenden Gelände angepasst, die Freiflächen dazwischen sind parkähnlich angelegt mit Rasen und einigen, riesigen Bäumen, die herrlich Schatten spenden. Ein glasklarer Bach aus den Bergen wurde schon damals gefaßt und unterirdisch in die Stadt geleitet, ihn sieht man auf dem Rückweg wieder, wo er erneut im Urwald erscheint und als „Bano de la Reina“, Bad der Königin, einen schönen Wasserfall mit einem glasklaren Pool bildet und sich dann weiter seinen Weg ins Tal sucht.

Der Pfad endet letztendlich unten in der Nähe des Museums, von dort sind es noch etwa 500 Meter bis ich nach mehr als 3 Stunden und guten 8 Kilometern Wanderung wieder auf unserem Campground eintreffe. „Palenque“ ist mit Abstand die schönste Ruinenstätte, die wir bisher hier in Mexiko gesehen haben.

Nach dem Mittagessen macht sich dann Heike auf den Weg, – ohne Abstecher über den Dschungelpfad und dem Hinweg mit dem Kleinbus ist sie nach 2 Stunden wieder zurück.

Nach diesem Saunagang heute nutzen wir gegen Abend ausgiebig den Hotelpool zur Abkühlung und gönnen uns am späteren Abend drüben im Restaurant ein leckeres Essen, – auch heute spielt hier wieder die Live-Musik.

Tagesetappe:      0 km           Gesamtstrecke:      44.722 km

14.02.2020 – Von Ocosingo nach Palenque

Oh ja, wird dann doch noch ein feuchtfröhlicher Abend bei der Nachbarschaft, – irgendwann gegen Mitternacht kehrt Ruhe ein und es wird doch noch eine ruhige Nacht.

Der Morgen weckt uns mit feuchten Füßen, – in der Nacht hat es zu regnen begonnen und unsere Dachluke steht bis zum Anschlag auf.
Nun ja, das trocknet wieder, – der Morgenhimmel ist novembergrau und es fällt ein schöner, warmer Landregen.

So machen wir uns gegen 10.30 Uhr auf den Weg, zurück auf die MEX 199 und Richtung „Palenque“.
Die Strecke führt uns den gesamten Tag durch die Berge, oft geht es sehr kurvig zu, – tropischer Wald ist das, was wir heute zu sehen kriegen, in all seinen Facetten.
Wir passieren wieder unzählige kleine Dörfer, die sich irgendwann ihren Platz dem Wald abgetrotzt haben, ebenso gibt es vereinzelt Felder, auch die wurden dem Wald abgetrotzt, meist steht Mais darauf, – alles von Hand gesät und von Hand geerntet, die Felder kleben so in den Hügeln, da würde eine Maschine gar nicht erst hinkommen.
Am Straßenrand werden in den kleinen Verkaufsständen unzählig viele Früchte angeboten, – wir müssen gestehen, daß wir die meisten davon noch nie gesehen haben, – keine Ahnung, was das wohl ist.

Die „Topes“-Tour geht heute weiter, nicht ganz so toll wie gestern, aber mehr als 250 waren es wieder auf den heutigen 134 Kilometern.

Am späten Nachmittag erreichen wir „Palenque“, dort füllen wir Trinkwasser nach und kaufen ein paar Sachen im Supermarkt, dann fahren wir hinaus zu den Maya-Ruinen, – dort gibt es das Hotel „Maya Bell“ mit angeschlossenem Campground und Restaurant, unser Platz für die nächsten zwei Tage. ( N 17° 29′ 15.3″ W 092° 02′ 17.4″ )
Auf dem großen Zeltplatz neben uns findet gerade ein Event statt, – die Receptionistin hat uns gewarnt, – es wäre eine Veranstaltung mit sehr vielen Kindern, Wettbewerben am Pool und Musik und könnte die ganze Nacht etwas lauter werden. Na, schauen wir mal.

Tagesetappe:      134 km           Gesamtstrecke:      44.722 km

13.02.2020 – Von San Cristobal las Casas nach Ocosingo

Nach ruhiger, aber kalter Nacht wird es Zeit zum Weiterziehen.

Gegen 11 Uhr fahren wir hinaus auf die MEX 190, – diesmal nicht durch die engen Gassen der Stadt, – es gibt einen „Schleichweg“ durch den Wald, – naja, auf dem ersten Kilometer ein enger und unasphaltiert rumpeliger Feldweg, der am Anfang durch eine halbgeöffnete Schranke versperrt ist, – Heike stemmt die erst mal hoch, damit der HerrMAN durchpasst. Von der MEX 190 geht es auf der MEX 199, wieder nach Norden, – heute mautfrei.

Kurz bevor wir von der MEX 190 abbiegen, machen wir einen Abstecher zu den „Grutas de Rancho Nuevo“, einer wirklich großen und tiefen Höhle mit Tropfsteinen, – nur ein Teil ist erschlossen und begehbar, ein weiteres Stück kann nur noch mit Führer, Schutzhelm und Lampen „erobert“ werden und ein noch größeres Stück der Höhle ist noch gar nicht erschlossen.
Wir begnügen uns mit dem ersten Stück, – etwa 750 Meter tief geht es in den Berg hinein, – die Tropfsteine sind nicht so mächtig und zauberhaft, wie wir sie schon anderswo gesehen haben, aber die Dimension der Höhle ist beeindruckend und natürlich sind die Tropfsteinvorhänge und -gebilde wirklich sehenswert.

Gegen Mittag fahren wir weiter, jetzt auf der MEX 199, durch die Berge, – fahren durch zahlreiche kleine Bergdörfer und sehen noch viel mehr kleinere Ansiedlungen überall verstreut an den Hängen der Berge.
„Chiapas“ ist der ärmste Bundesstaat Mexikos, – das kriegen wir heute ziemlich deutlich zu sehen, – nur wenige Häuser sind massiv gebaut, viele Behausungen sind einfache Hütten, aus Brettern gebaut, sehr einfach und manchmal erschreckend ärmlich.

Heute ist „Topes“-Tag, – wir haben noch nie so viele „Topes“ unter den Rädern gehabt, wie heute, – in jedem dieser unglaublich vielen kleinen Dörfer sind unglaublich viele dieser „Bremsschweller“ über die Straße gebaut, zügiges Fahren ist absolute Fehlanzeige, – wir haben mal grob mitgezählt, – 106 Kilometer, mehr als 330 „Topes“, – dafür haben wir 4 Stunden reine Fahrzeit gebraucht, gibt einen Schnitt von 26,5 km/h, – in den Dörfern sind sie oft im 200-Meter-Abstand verbaut, – drüber gehts tatsächlich nur im Schritttempo, sonst reißt man sich die Achsen ab und zwischen den Schwellen braucht man erst gar kein Gas zu geben, muß sowieso gleich wieder bremsen, – also schleicht man durch die Dörfer, – effektiv im Sinne von Geschwindigkeitsbeschränkung sind sie schon, diese Dinger.

Die Landschaft beginnt in der Höhe über 2.000 Meter mit dichtem und hohem Pinienwald, – wir „schrauben“ uns langsam, Meter um Meter nach unten, – aus dem Nadelwald wird irgendwann Laubwald, – Landwirtschaft ist nur an einigen wenigen Stellen in eingeschränktem Maß möglich, – ein wenig Holzwirtschaft wird betrieben, – „das Land der Holzfäller“ wird die Gegend hier genannt, – am Straßenrand verkaufen sie das Feuerholz aus dem nahen Wald.
Erst gegen Abend, als wir auf etwa 850 Metern Höhe ankommen, wird es tropisch grün und üppig, auch Wiesen und Felder sind wieder zu sehen, auch einige Plantagen stehen auf gerodetem Boden.
Die Temperatur, die sich am Morgen mit 19 Grad noch ziemlich zaghaft gezeigt hat, ist langsam angestiegen und erreicht jetzt gegen Abend angenehme 27 Grad.

Etwa in der Mitte unserer Strecke nach „Palenque“ liegt der Ort „Ocosingo“, etwas abseits, in Richtung „Tonina“, gibt es 3 Campgrounds, den ersten nehmen wir gleich, ein „Balneario“ mit Swimmingpool und überdachten Palapas auf einer schönen Wiese, das passt, – hier bleiben wir. ( N 16° 53′ 18.8″ W 092° 01′ 16.1″ )
Im und um den Pool findet wohl irgendeine Familienfeier statt, – die Kinder haben riesig Spaß im Pool, – die Eltern außerhalb an den Tischen, wie wir glauben, denn mit zunehmender Dunkelheit wird die allgegenwärtige Musik immer lauter und es wird fleißig mitgesungen, – klingt bisher noch ganz angenehm.

Tagesetappe:      106 km           Gesamtstrecke:      44.588 km

12.02.2020 – San Cristobal las Casas

Es ist verrückt !
Nachdem die letzten beiden Nächte mit fast 30 Grad ziemlich heftig waren, müssen wir heute schon recht früh die Fenster schließen, es wird kalt, die Temperatur in der Nacht beträgt 9 Grad, – Heike findet das toll.

Und auch der Morgen schwächelt, es ist schon fast 11 Uhr als die Temperatur so langsam die 20 Grad erreicht und die Sonne zögerlich durch die Baumwipfel scheint.
Wir lassen es heute mal gemächlich angehen, ein paar Kleinigkeiten sind immer zu machen, – am Nachmittag schauen wir uns das Städtchen an.
Aspro kann „zu Hause“ bleiben, es ist kühl genug und die Fenster können hier auf dem Platz geöffnet bleiben.

Wir gehen ein Stück zu Fuß, stoppen dann ein Taxi und lassen uns zum „Zocalo“, dem zentralen Platz der Stadt bringen, – enge Gassen führen durch die Altstadt, – ein Gewusel von Fahrzeugen und Menschen, – der Platz ist großzügig gestaltet, große Bäume spenden Schatten, in der Mitte ist ein schöner, eiserner Pavillon aufgebaut, – in den umliegenden Häusern, alle im Kolonialstil erbaut und schön anzuschauen, haben sich Hotels, Restaurants und Cafe´s niedergelassen, – hier sind zahlreich Touristen unterwegs.
In einem weiten Umkreis von mehr als einem Kilometer um den „Zocalo“ befindet sich die Altstadt mit ihren bunten Häusern, einige Straßen sind für Fahrzeuge gesperrt, – hier pulst das Leben, – viele Geschäfte, aber auch eine unglaubliche Menge von Straßenhändlern haben sich hier niedergelassen und bieten ihre Waren an, – viele Indiofrauen in bunten Trachten, oft mit Kleinkindern „im Schlepp“ bieten Handarbeiten zum Verkauf, – alles ist, wie wir es schon kennen, knallbunt.
In den alten Mauern haben sich oft recht moderne Läden etabliert, viel Textiles, Boutiquen, Parfümerien und natürlich Gastronomisches.
Am Ende der „Straße des 20. November“ befindet sich die „Iglesia de Santo Domingo“, mit ihrer wunderschön verzierten Fassade im mexikanischen Barockstil, – leider ist der gesamte Platz bis kurz vor die Eingangspforte mit Verkaufsständen des Kunsthandwerkermarktes zugestellt, so daß man nur umständlich an das Gebäude rankommt.

Wir schlendern zurück zum „Zocalo“, lassen uns dort in einem Cafe nieder und schauen dem bunten Treiben zu.
„San Cristobal las Casas“ ist das Zentrum des indigenen Lebens in Mexiko, – im Bundesstaat „Chiapas“ leben die meisten Einwohner indianischer Abstammung, – viele noch innerhalb ihres Kulturkreises in den kleinen Dörfern in den Bergen, – Mayakultur, indianische Bräuche und katholischer Glaube mischen sich hier zu einem interessanten Stil, dessen äußeres Zeichen die vielfältigen Trachten sind, die hier noch überall getragen werden und auch hier in der Stadt ständig präsent sind.

Dann gehen wir in östlicher Richtung, – die „Real de Guadalupe“ ist auch Fußgängerzone, – auch hier schöne, alte, farbig bemalte Häuser mit Lokalen, Läden und Straßenhändlern, – auch hier sind viele Touristen unterwegs.
Am Ende der Straße leuchtet die „Iglesia de Nuestra Senora de Guadalupe“ in der späten Nachmittagsonne, – auf einem Hügel, über Treppen erreichbar erinnert sie aus der Ferne ein wenig an „Sacre Coeur“ in Paris.

Am Ende der Straße chartern wir uns ein Taxi, für 40 Pesos ( 2 Euro ) werden wir zurück zum Campground gebracht, – Aspro freut sich natürlich, wir auch, – legen erst mal die Füße hoch und lassen den Tag ausklingen.

Tagesetappe:      0 km           Gesamtstrecke:      44.482 km

11.02.2020 – Von Villahermosa nach San Cristobal las Casas

Der Abend und die Nacht sind auch nicht unbedingt moskitofrei, aber so brutal wie in der vorigen Nacht ist es hier nicht.
Die Temperaturen bleiben so hoch, tagsüber bei 34 Grad, nachts bei 28, Luftfeuchtigkeit um die 65 Prozent, das drückt schon gewaltig.

Gegen 10.30 Uhr machen wir uns auf den Weg, – wir wollen nach Süden, nach „San Cristobal las Casas“, – dort sind Berge und es ist kühler, allerdings sind es auch weit mehr als 250 Kilometer, teilweise wieder kurvig durch die Berge, – wir wissen nicht, ob wir das in einem Rutsch schaffen.

Aus diesem Grund fahren wir etwa 30 Kilometer zurück, auf der MEX 180 nach Westen, bis kurz vor „Cardenas“, dort über eine kleine Nebenstraße auf die MEX 187 bis diese in die 145D / 190 D mündet, weiter über „Tuxtla Gutierrez“ nach „San Cristobal las Casas“. Diese Strecke ist zwar knappe 50 Kilometer länger, ist aber über weite Strecken ziemlich gerade und relativ kurvenfrei, während die kürzere Strecke durch die Berge über 200 Kilometer Kurven mit ewigen Berg- und Talfahrten bedeuten würde.
An Maut zahlen wir heute insgesamt 172 Pesos ( 8,60 Euro ).

Und so ist es dann, die Nebenstrecke am Anfang ist etwas schmal und kurvig, mit einigen Topes, die weitere Strecke dann tatsächlich meist gerade und ohne große Anstiege, anfänglich sogar zweispurig, später einspurig, aber breit genug zum vernünftigen Fahren.

Sie führt uns durch üppige, grüne Landschaften, tropisch verwuchert, nur vereinzelt ist Landwirtschaft möglich, – irgendwann überqueren wir den Stausee „Presa Nezahualcoyotl“, dort wird Fischzucht betrieben und oberhalb zwischen Straße und See gerade ein neues Touristenzentrum erbaut, das Restaurant ist fast fertig, „Cabanas“ sind im Bau, bzw. noch geplant, erklärt mir einer der Mexikaner dort, als wir eine Pause einlegen.

Wir streifen die Berge der „Meseta Central de Chiapas“, – an ihrer Südflanke zeigt sich die Natur plötzlich völlig verändert, das üppige Grün ist verschwunden, es herrscht Dürre vor, das Land ist gelbbraun verdörrt, selbst die Bäume tragen hier kaum Laub, kleine, fast winzige Blättchen, vereinzelt Nadeln oder Stachel, es ist wüstenhaft.
Wir erreichen die Großstadt „Tuxtla Gutierrez“, mehr als 600.000 Einwohner hat sie, liegt weitläufig in der schwülwarmen Senke, 34 Grad hat es hier.
Nach „San Cristobal las Casas“ sind es noch etwa 80 Kilometer, es ist 16 Uhr, das schaffen wir heute noch, – also Gas und weiter auf der 190 D, sie zieht sich nun über den Rest der Strecke immer am Hang hinauf in die Berge, – die Aussicht auf das Tal hinter uns wird immer genialer, – die Temperatur sinkt Kilometer um Kilometer, momentan irgendwie angenehm, – als wir letztendlich in „San Cristobal las Casas“ ankommen haben wir uns auf 2.150 Meter hochgeschraubt, die Temperatur ist auf 21 Grad gefallen, es ist stark bewölkt und wir empfinden es als kühl.

Hier gibt es den stadtnahen Campground „Rancho San Nicolas“, den wir uns ausgesucht haben, – die Zufahrt führt wieder mal durch die halbe Altstadt, engste Gässchen, zudem zugeparkt, die Dachkanten und Balkone ragen weit in die Straße, die Kabel hängen extrem tief, – schweißgebadet schaffen wir den letzten Kilometer auch noch ohne Schramme. Der Campground liegt etwas versteckt im Nadelwald, zwei Nächte werden wir wohl bleiben. ( N 16° 44′ 01.7″ W 092° 37′ 19.7″ )

Tagesetappe:      292 km           Gesamtstrecke:      44.482 km

10.02.2020 – Von La Venta nach Villahermosa

Irgendwann gegen 23 Uhr verstummt die Musik aus dem Lokal gegenüber, an Schlaf ist trotzdem im Entferntesten nicht zu denken, – eine Horrornacht.
Schon als wir in der Abenddämmerung noch draußen sitzen, geht es los, – Moskitos, – zu Tausenden kommen sie aus dem Grünzeug hinter unserem Parkplatz und stürzen sich auf uns.
Also, nichts wie rein in die gute Stube, – nur dauert es nicht lange und sie sind auch da, – wir kennen ja die Problematik mit Fliegengittern an Wohnmobilen, – ohne wärs genauso, – und haben entsprechend nachgerüstet, indem wir schon seit Alaska die Belüftungsschlitze abgeklebt haben und extra Schaumstoffstreifen in die seitlichen Führungsschienen der Netze einklemmen, – aber es nutzt nichts, sie kommen irgendwie rein, – in Scharen.
Stunden sind wir beschäftigt, sie zu jagen, – es sieht aus wie auf dem Schlachtfeld, blutverschmiert sind Schränke, Decken und Wände, – Heike wird am Morgen eine Sonder-Putzschicht einlegen.

Irgendwann siegt die Müdigkeit und wir gehen schlafen, – doch dort im „Schlafzimmer“ sind auch schon zig von diesen Viechern, – also weiter „schlachten“, – sind dann alle beseitigt, dauert es keine 5 Minuten bis zum nächsten „Pssssttt“. So geht das bis um 4 Uhr in der Früh, – irgendwann sind wir es leid und holen die chemische Keule raus, – dann ist endlich Ruhe und wir können schlafen, – vielleicht haben wir uns auch mit der chemischen Keule selbst „betäubt“ und konnten deswegen einschlafen.

Gegen 10 Uhr am Morgen, besichtige ich das „Olmeken“-Museum und die Ausgrabungsstätten dahinter.
Hier in „La Venta“ erlebte die Hochkultur der „Olmeken“ vor 3.000 Jahren ihre Blütezeit, „La Venta“ soll wohl die Hochburg und der Hauptort dieser Frühkultur gewesen sein.
Im Museum sind Fundstücke aus der damaligen Zeit ausgestellt, Figuren, Werkzeuge und Ausrüstung der damaligen Menschen und einige dieser Kolossalköpfe, – die größten hat man wohl weggeschafft und in „Villahermosa“ in einem Museum untergebracht, – außerdem Stelen und Steintafeln auf denen schon zur damaligen Zeit durch Schrift und Zahlen Ereignisse festgehalten wurden.

Die Ausgrabungsstätten hinter dem Museum sind zwar wertvoll für die Archäologie, bieten allerdings dem Besucher nicht wirklich Spektakuläres, um eine Lehmpyramide herum, die eigentlich nur als grün bewachsener Hügel erkennbar ist, reihen sich verschiedene Fundstücke der damaligen Kultur, auch wieder diese Kolossalköpfe und Stelen, die weit verstreut um die Pyramide angeordnet sind.
Die Anlage selbst, wie auch das Museum machen leider keinen guten Eindruck, alles sieht ziemlich unaufgeräumt oder abgelebt aus, – ich bin auch über die gesamte Stunde, die ich auf dem Gelände verbringe, der einzige Besucher.
Achso, – nein, alleine war ich deswegen allerdings nicht, denn die unzähligen Moskitos von gestern abend, die sich „retten“ konnten, haben sich bei Tageslicht nur hierher in das Grünzeug verzogen und bei jedem Schritt durchs Gras fliegen sie auf und fallen über mich her.
Irgendwann kriege ichs dann nur noch eilig, – nichts wie weg hier !

Dann fahren wir los, raus auf die MEX 180 D, Richtung „Villahermosa“, an Maut zahlen wir 82 Peso (4,10 Euro).
Fast eine Stunde lang führt sie durch eine fettgrüne, nasse Sumpflandschaft mit Tümpeln, Sumpfpflanzen und unglaublich vielen Wasservögeln, – kein Wunder, daß Moskitos hier wachsen und gedeihen.
Der Bundesstaat „Tabasco“, in dem wir hier sind, besteht zu mehr als der Hälfte aus Sumpflandschaften, – in früheren Zeiten war leben hier nur schwer möglich, brütende Hitze und Moskitos ohne Ende, die seinerzeit zudem noch die Malaria übertragen haben, – das ist zumindest heute nicht mehr der Fall,
Erst die zweite Hälfte unserer heutigen Strecke führt durch etwas trockenere Gefilde, – es sind wieder Häuser und Felder zu sehen, meist wird Zuckerrohr angebaut, eine Zuckerfabrik mit schwarz rauchenden Schornsteinen gehört wohl dazu.

Nachmittags erreichen wir „Villahermosa“ als Zwischenziel, – wir drehen eine Runde durch die Stadt, zu bieten hat sie nicht wirklich viel.
An der Peripherie gibt es den „Parque Acuatico El Gordo y San Pancho“, dort werden Stellplätze angeboten, – der Wasserpark ist wenig einladend, unser Stellplatz ganz in Ordnung. ( N 17° 58′ 57.7″ W 093° 02′ 48.3″ )

Tagesetappe:     161 km                    Gesamtstrecke:     44.190 km